Finanzwirtschaftliche Steuerung BSC Hilfe

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  • Finanzwirtschaftliche Steuerung BSC Hilfe

    Hallo Forum,
    nachdem ich jetzt mit Bilanz- und Steuerpolitik weitestgehend durch bin, auch wenn einige Zweifel geblieben sind, hier nun das nächste Problem:

    BSC

    In einer Klausur erwartet die IHK die exemplarische Darstellung einer BSC anhand der Vorlage Anhang.
    Perspektive, Ziel, Kennzahl, Vorgabe, Maßnahme.

    Als Perspektive werden die Standardperspektiven vorgegeben.
    Ziele, Vorgaben und Maßnahmen zu nennen sollte auch im Bereich des Machbaren liegen.
    Aber,
    bei allen Anwendungen bzgl. BSC haben wir (Kursteilnehmer) nicht einmal Maßnahmen in der Dimension Finanzen erarbeitet.
    Der Grund liegt in der Auslegung der BSC.
    Die Standard Dimensionen (ex Finanzen) wurden als Zieltreiber definiert, die zum Erfolg, der Erreichung des strategischen Ziels, beitragen mussten/sollten.
    Die Dimension Finanzen selbst hingegen verlangt keine Maßnahmen. Hier wird der Logik der Gewinnerwartung, Erhaltung der Wettbewerbsfähigkeit, Erreichung erwartungsgemäßer Renditen etc. gefolgt.

    Die IHK verlangt aber nach Nennung von Maßnahmen in dieser Dimension.
    Beim Lösungsvorschlag allerdings wird eine Maßnahme formuliert die im Grunde in den Bereich Prozesse gehört.

    Natürlich habe ich auch wieder die Möglichkeit genutzt und im Unternehmen nachgefragt.
    Unser Bereichscontroller bestätigte das gelernte Wissen. Auch wir (Unternehmen) definieren keine score activities zur Erreichung der strategic goals in dieser Dimension.

    Okay vermutlich werden nur 1 bis 4 Punkte abgezogen bei Nicht-Nennung der Maßnahmen in der Dimension Finanzen aber wenn ich die fehlenden Punkte summiere und ich an die bösen Beispiele aus Bilanz-und Steuerpolitik denke, dann allerdings werden die Zweifel wieder größer.
    Mal abgesehen davon, dass ich offensichtlich wieder ein Thema gelernt habe, welches in der Form nicht den Standards der IHK entspricht.

    Lange Rede kurzer Sinn:
    Was ist nun richtig und wenn beides möglich ist, wie habe ich denn nun in dem Fall mit dem IHK Lösungsanspruch umzugehen.

    Eigentlich wollte ich die ganze Sache mit einer recht ordentlichen Leistung ablegen.
    Mittlerweile habe ich das Gefühl "Hauptsache geschafft" muss reichen.
    Was allerdings wieder demotiviert.

    Vielleicht gibt es auch hierzu Meinungen.
  • Hallo P_aula,

    legt man einmal das "Original" von Kaplan und Norton zugrunde (The Balanced Scorecard: Translating Strategy into Action), dann werden dort auch in der Finanzperspektive Maßnahmen definiert, was ich für logisch und sinnvoll halte. Was spricht aus Deiner Sicht gegen Maßnahmen wie Erhöhung der Eigenkapitalquote durch Änderung der Ausschüttungspolitik oder Verringerung der kurzfristigen Verschuldung durch Kreditprolongation?

    "Beim Lösungsvorschlag allerdings wird eine Maßnahme formuliert die im Grunde in den Bereich Prozesse gehört."
    Was wurde da vorgeschlagen?

    LG
    -Tim
  • Lösungsvorschlag lautet:
    Maßnahme Finanzen:
    sinkender Kapitalbedarf durch schnelleren Materialdurchfluss und Verminderung der Lagerbestände

    Im Grunde meiner Meinung nach:
    sinkender Kapitalbedarf als Ziel
    Materialdurchfluss/verminderte Lagerbestände als Maßnahme bei Prozessen

    Der große Erfolg der BSC ist mir natürlich bewusst, auch dass Maßnahmen durchaus im Original als Teil der Finanzperspektive aufgeführt werden.
    Aber unter Bezugnahme auf deine beiden Beispiele fehlt mir leider die Fantasie um welcher Art strategischer Ziele es sich handeln sollte, die im Sinne eines durchgängigen Zielsystems mit kausalen Ursache-Wirkungs-Zusammenhängen bis auf möglichst jeden Mitarbeiter hinunter erfolgreich kommuniziert werden damit die Umsetzung der Strategie quasi gelebter Alltag wird und mittels geleisteter Mitarbeitertätigkeiten dauerhaft erfolgreich ist.
    Oder anders formuliert, inwiefern können Dimensionen wie Kunden, Potenziale/Mitarbeiter, Lieferanten etc. auf die Ausschüttungsquote, Kreditprolongation, Erhöhung der EK-Quote wirken?
    Da findet doch nicht wirklich ein iterativer Prozess statt, oder doch?
    Versteckte oder nicht erwähnte andere Oberziele mal ausgenommen.
  • Hallo P_aula,

    dann nimm als finanzwirtschaftliche Maßnahmen wie die Entwicklung einer Produktivitätsstrategie und/oder einer Wachstumsstrategie und brich das runter. Natürlich kann das zu Überlappungen beispielsweise mit der Innovations- oder der Prozessperspektive führen. Aber es geht bei der BSC ja gerade darum, Interdependenzen zu verdeutlichen und Zielkonflikte zu minimieren um wegzukommen von der Schrebergartendenkweise z. B. von Cost- und Profitcentern.

    LG
    -Tim
  • Hallo TK,
    danke für deinen Input.
    Werde es beherzigen und irgendwie versuchen es IHK gerecht zu beantworten.

    Unser Bereichscontroller opfert mir heute seine Mittagspause und wird dann noch weiter in medias res gehen.
    Ich befürchte allerdings, dass die konkrete Anwendung der BSC in unserem Hause ein Stück weit vom Lehrbuch entfernt ist bzw.
    zu sehr auf den Bereich zugeschnitten ist.

    Irgendwie habe ich mehr Angst vor den Fragestellungen an sich und der Vorgehensweise der Korrektoren als vor der Prüfung bzw. den Themen selbst.