Betriebswirt Mündliche Ergänzungsprüfung Rechtliche Rahmenbedingungen des Unternehmens

  • Betriebswirt Mündliche Ergänzungsprüfung Rechtliche Rahmenbedingungen des Unternehmens

    Hallo zusammen,

    ich habe meine Ergebnisse des Geprüften Betriebswirt gestern erhalten und muss in dem Fach: "Rechtliche Rahmenbedingungen des Unternehmens" in die Mündliche Ergänzungsprüfung.

    Jetzt zu meiner Frage:
    Ich kann mir nichts wirklich unter dieser Ergänzungsprüfung Vorstellen da man nichts mitnehmen darf wie Gesetzestexte welche in der Prüfung erlaubt waren.
    Was genau gefragt werden kann bzw. ob ich jetzt mir die Paragraphen auswendig wissen muss und und und.

    Ich muss dazu auch sagen das ich in der schriftlichen Prüfung 45 Punkte erreicht habe also mir somit 5 Punkte fehlen das ich in diesem Fach durch bin, was eigentlich hoffe ich machbar sein sollte.

    Ich hoffe ihr könnt mir helfen oder habt sogar selber Erfahrungen in diesem Fach gehabt im Bezug auf die Mündliche Ergänzungsprüfung.

    Dank euch schon mal

    Gruß
    Benn


  • Hallo, ist zwar der Betriebswirt bei dem ich noch nicht bin, aber bin grad bissel tiefer in der Materie.
    Das wird im wesentlichen wie die Nachprüfungen im Fachwirt laufen, stell dir das wie in der Schule vor, nur das du 3-4 "Lehrer" hast die dich ausfragen ob um zu Prüfen ob du dir genug Kenntnisse angeeignet hast, aber nur Pech in der schriftlichen Prüfung hattest.
    (Ist eigentlich eh schon sehr fair das die IHK diese Möglichkeit einräumen)

    Der Hauptfokus im Teil Recht beim Betriebswirt liegt imho klar auf dem BGB Allgemeiner Teil, Vertragshaftungen, Schuldrecht, Sachenrecht.
    § Auswendig lernen eher nicht und unwahrscheinlich das danach gefragt wirst, aber wenn nicht weißt was der §433 BGB, 280, 311, und den 823 ist... und den §611 auch nicht dann signalisierst du damit schon das du (zu) wenig getan hast und das BGB kein Buch mit 5 unterbüchern sondern eins mit 7 Siegeln für dich ist...
    auch grundsätzliche Fragen wie Willenserklärungen zustande kommen, was die "Culpa in Contrahendo" ist (wurde auch schon in ner mündlichen Nachprüfung zum BW gefragt)...
    oder auch "Basics" wie Rechts- oder Geschäftsfähigkeit...

    Fragen aus dem Bereich kommen mit Sicherheit dran.

    Dazu vielleicht noch ein paar Grundfragen HGB (Kaufmannseigenschaft, Handelsregister, Firmenarten), ist zwar nicht explizit erwähnt aber wird vorrausgesetzt, und wenn Betriebswirt keine Details zur Gmbh weiß...

    Damm noch Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht..

    Der Teil mit dem EU Recht vermutlich eher nicht, es sei denn willst ne 1 bekommen. Fragen zum Kartellrecht aber durchaus wahrscheinlich weil das im BW etwas stärker behandelt wird.

    Vorteil ist, das hier die Zeit für dich arbeitet, weil man kann um nen Eindruck zu bekommen nicht allzusehr ins Detail gehen oder unfaire Fragen stellen.

    TK kann dir sicher mehr dazu sagen.


    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • Hier noch ein paar Videos dazu die ich recht hilfreich fand..


    youtube.com/playlist?list=PLmMNK465h414iv-RIJY30dbEl1TJi4oSs
    Einführung und Zusammenfassung BGB At und Kaufrecht. -

    youtube.com/user/ZWRKL/videos
    Für Einzelpunkte, gut und kurzweilig.

    mediathek.hhu.de/watch/1f19f05a-6b26-4ec3-a235-1c92cbacc3d0
    Repitorium Teil 1-5
    Etwas trockener aber trotzdem Lehrreich, vielleicht schon etwas zu sehr ins Detail.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • ... im Grunde genommen kann Dir niemand sagen, was drankommt...

    Bei meiner Betriebswirtprüfung kam das Werkvertragsrecht, das Markenschutzrecht, Gesellschaftsrecht, das UWG usw. Das soll aber nix heißen; es kann im Grunde genommen alles kommen, was im Rahmenstoffplan steht. Ich habe die schriftlichen Prüfungen alle auf Anhieb bestanden und kann nicht genau sagen, was gefragt wird, aber du brauchst zum bestehen mindestens 60 Punkte, was einer 4 entspricht. Also ist nicht zu erwarten, dass die Fragen zu anspruchsvoll werden. Auch werden die Prüfer vorraussetzen, dass du nur wichtige Paragraphen drauf hast (§280 BGB, §439 BGB, §434 BGB, §476 BGB)

    In alten Prüfungen, die man damals zur Vorbereitung durchgearbeitet hat, kamen alle möglichen Fragen dran; Urlaubsgesetz, Produkthaftungsgesetz parallel zur Haftung aus dem Kaufvertrag, Unmöglichkeit, Rechts- und Geschäftsfähigkeit, Haftung aus dem GmbH-Gesetz und einer vor-GmbH, Gesellschaftsrecht, Zugang einer Willenserklärung, Kündigungsschutzgesetz, Betriebsverfassungsgesetz, Formerfordernisse usw..

    Was mir aufgefallen ist, ist dass in den schriftlichen Prüfungen immer gerne Fragen kamen, die einen auf das Glatteis locken sollen; so ist es elementar wichtig, verschiedene rechtliche Gesichtspunkte auseinanderhalten kannst. Wenn du z.B. Fragen hast nach Vertrags- und Schuldrecht, so ist es zum einen wichtig, dass du einen Vertrag definieren kann (Angebot und Annahme) dann musst du Werk-, Dienst- und Kaufvertrag auseinanderhalten können. Jetzt musst du wissen, wann ein Vertrag für beide Partner verbindlich ist (Nichtigkeit wie z.B. Formerfordernis nicht eingehalten oder mangelnde Geschäftsfähigkeit oder Anfechtung z.B. wegen Irrtums, Arglist, Drohung) Dann solltest du die Ansprüche aus den Verträgen kennen (wer muss bei welchem Vertrag wie Mängel beseitigen ? Was kann der andere Vertragspartner verlangen ? Wann kann man jemanden die Mängelbeseitigung nicht zumuten ? Wann kann oder darf geliefert werden ? Wann ist eine Leistung unmöglich ? Was sind die Folgen der Unmöglichkeit ? Was ist einen Sachmangel nach §434 BGB ? Wer muss was beweisen ? Was bedeutet Abstraktionsprinzip ? Was passiert, wenn keine Pflichtverletzung bzw. kein Verschulden vorliegt ?

    Dann sollten Dir weitere, wichtige Gesetze (z.B. Produkthaftung, BetrVG, Kündigungsschutz, UWG) oder gängige Rechtsbegriffe wie culpa in contrahendo, maiore ad minus oder Contra legem bekannt sein.
    gepr. Betriebswirt (IHK)
    B.A. Business Administration

    "Erfolgreiche Menschen sind erfolgreich, weil sie das tun, was andere Menschen nicht tun (Henry Ford)."
    "Natürlich darf man auch mal hinfallen im Leben. Aber niemals liegen bleiben. (Werner Otto)"
  • Hallo Zusammen,

    heute war es soweit, ich durfte in die Mündliche Ergänzungsprüfung gehen.
    Ist alles gut verlaufen. Habe Bestanden, Punkte weiß ich leider noch nicht aber mindestens 60 Punkte sind es weil ich diese gebraucht habe das ich auf eine gesamt Note von 50 Punkten komme.

    Kurz zu der Prüfung welche Themen behandelt worden sind.
    Themen:
    1. Arbeitsrecht
    --> zuerst allgemein welche Gesetze es gibt und für wen diese gelten. Besonders wurde auf das Kündigungsschutzgesetz eingegangen, welche Arten es von Kündigungen gibt und was zu beachten ist bei einer Kündigung.
    2. BGB
    --> hier wurde zuerst auf den Kaufvertrag eingegangen. Welche Vorschriften es gibt was beachtet werden muss, was bei Mangel zu machen ist, welche Pflichten der Käufer und der Verkäufer haben. Beim Verkäufer speziell auf Nacherfüllung und Unmöglichkeit.
    3. HGB
    --> hier wurde gefragt welche Gesellschaften es gibt und besonders wurde auf die GmbH eingegangen, was beachtet werden muss, welche Eigenschaften diese hat, wie diese Haftet und wie der Geschäftsführer bei grober Fahrlässigkeit Haftet.
    4. und letzter Punkt
    --> hier wurde auf das Insolvenzverfahren eingegangen. Wie es zu einer Insolvenz kommt und welche Vorschriften es für das Unternehmen gibt wenn das Verfahren eingeleitet worden ist.

    Dies wars im ganzen von den 20 Minuten.

    VG
    Bennn
  • ... dafür herzlichen Glückwunsch. Lege die Arbeitsgesetze nicht zu weit weg; die brauchst du noch für Personalmanagement...
    gepr. Betriebswirt (IHK)
    B.A. Business Administration

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