Logistikmeister fertig, was nun?

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  • Logistikmeister fertig, was nun?

    Moin Moin,

    Ich hoffe ich bin hier im richtigen Forum gelandet und Ihr könntet mir gute Ratschläge geben wie ich meinen Weg am besten weiter fortsetzen könnte.

    Undzwar habe ich vor 2 Jahren bei einem freien Bildungsträger in Hamburg meinen Industriemeister, Schwerpunkt: Logistik gar nicht so schlecht abgelegt.
    Jetzt habe ich erste Erfahrungen im führen kleinerer Gruppen und das Betreuen der Auszubildenen gesammelt, wurde aber von meinem damaligen AG immer wieder hingehalten um meinen Weg weiter in Richtung stv. Lagerleitung sowie die Tourenplanung zu machen. Auch finanziell wurde ich nicht für meine Arbeit besser entlohnt bis ich die Reißleine gezogen habe.

    Nun stehe ich mit einem guten Abschluss als Logistikmeister in der Tasche da, merke aber dass viele Unternehmen einfach den Logistikmeister nicht wirklich anerkennen und greifen eher auf studiertes Personal (die meisten ohne je einen Fuß in ein Lager gesetzt zu haben und nur mit ihrer Theorie im petto).

    Da kam mir der Gedanke, weil man ja nie auslernt, nochmal die Schulbank zu drücken. Mein Weg soll weg vom einfachen Arbeiter im Lager hin zur Führung/Leitung eines Lagers, bzw könnte ich mir auch vorstellen mehr in Richtung Verwaltung / Einkauf / Verkauf zu gehen.
    Da es unzählige Möglichkeiten gibt, vom Wirtschaftsfachwirt / Fachwirt, Betriebswirt, den technischen Fachwirt oder auch Studium, frage ich euch nach eurer Meinung nach dem besten Weg, raus aus dem "Hilfsjob" zu kommen. Sicherlich gibt es den ein oder anderen der Ähnliches erlebt hat bzw. der sich ein wenig auskennt mit den Unterschieden der einzelnen Richtungen die man einschlagen kann!

    Über eure Tipps und Erfahrungen bedank ich mich schon jetzt!
  • Hallo Mike,

    der Wirtschaftsfachwirt steht auf der gleichen Stufe wie der Logistikmeister, das wäre also keine wesentliche Verbesserung. Die nächste (und höchste) berufliche Weiterbildungsstufe ist der Geprüfte Betriebswirt, in Vollzeit ist dies mit einem ca 6 monatigen Vorbereitungskurs (2 Jahre in Abendkursen) und einer 6-8 monatigen Prüfungsphase im Anschluss möglich.
    Vorteilhaft wäre dabei, dass Du schneller fertig bist und Deine berufliche Erfahrung und Qualifizierung unterstrichen wird. Auf der anderen Seite hättest Du bei den Arbeitgebern, die ein abgeschlossenes Studium bevorzugen, keine wesentliche Verbesserung erreicht.
    Da Du mit Deiner Qualifikation theoretisch jedes (o.k. nicht ganz, bei Medizin, Sport, Kunst etc... gibt es noch zusätzliche Voraussetzungen) Studium beginnen kannst (und zwar über den Hochschulzugang für Beruflich Qualifizierte), sind Deine Möglichkeiten in diesem Bereich vielfältig.

    Einen garantierten beruflichen Erfolg hast Du weder mit Studium noch mit einem Weiterbildungsabschluss, sondern wenn Deine Persönlichkeit, Deine Erfahrungen, Deine Weiterbildung und ein potentieller Arbeitgeber zusammenpassen.

    Ich wünsche Dir viel Erfolg

    Martin
  • Nun stehe ich mit einem guten Abschluss als Logistikmeister in der Tasche da, merke aber dass viele Unternehmen einfach den Logistikmeister nicht wirklich anerkennen und greifen eher auf studiertes Personal

    Kann den Eindruck erwecken, glaub ich aber nichtmal. - Logistik ist wie du weißt ein Kostenfaktor, und die Planstellen an personal... nun gut...
    Und studiert? "Logistikmanagement" kann man jetzt studieren, auch direkt nach dem Abi...die Chance das man damit nen entsprechende Stelle bekommt sind aber miserabel weil schlicht die Stellen gar nicht da sind, woanders hingehen dann Studium zu spezifisch. Also A-Karte...


    Also ein Fachwirt macht für deinen Fall nicht wirklich Sinn, (kaufmännischer) Betriebswirt fehlt die Zulassungsvorraussetzung und wäre bei dem Lebenslauf auch eher schwierig da komplett raus zu wechseln.

    Der logischste Weg vom Industriemeister aus ist der technische Betriebswirt, der entspricht inhaltlich am ehesten dem Industriefachwirt, ist aber eben ne Stufe höher. - Zulassung ist kein Problem. Vorbereitung kannste dich übrigens auch selber, nach dem Industriemeister weißte ja im Prinzip wie der Hase läuft. Damit würde ich es dann auch eher im Maschinenbau oder der Industrie probieren.

    Ansonsten wenn du jung genug bist mit dem Logistikmeister als Hochschulzulassung bei der FOM, oder über PFH/IUBH direkt BWL studieren. Evtl auch NRW Verbundstudium oder HFH vor Ort oder sowas. Damit sich rentiert musst in der Zeit halt auch arbeiten und Geld verdienen können, ist ansonsten Unsinn.

    Damit kannste dann sicher am einfachsten "Querwechseln" woanderhin und in der Logistik kannste dir die Jobs im Prinzip dann sowieso aussuchen von deiner fachlichen Qualifikation her...Die Jobs müssten halt auch "existieren"... wenn es keine gibt nützt das ganze "sich besser für die Verteilung darstellen" nichts.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • Moin,

    Danke für eure schnellen Antworten! Zum Thema alter ich bin 30 Jahre und hab höhere Handelsschule, Schwerpunkt BWL hinter mir hat mir ganz gut gelegen eigentlich. Mein Problem is sicherlich, dass ich jmd bin der eher durch erklären und gleichzeitig machen mich fortbilden kann. Das ging beim Meister neben dem Beruf ganz gut. Einem Studium, wo ich selbst in Bücher schauen muss und ich fast nur auf mich alleine gestellt bin sehe ich (leider) eher skeptisch entgegen. Vielleicht mach ich mir da auch zu viel Panik und wenn ich mir selbst innen arsch trete ... naja ...

    In diese BWL-Schiene zu rutschen (damit kann man ja schon wesentlich mehr anfangen als mit Logistik) wäre gar nicht so verkehrt.
  • Beantragen kann man das schon, warum auch nicht mit höherer Handelsschule + Logistikmeister?

    Aber du wirst wohl trotzdem hier und da "Lücken" haben.

    Aber was spricht gegen den technischen Betriebswirt? Der ist ja genau dafür gemacht, und die Betriebswirt Themen wie Internationale Rechnungs und "International Management" ob damit dann in Berührung kommst in der Praxis doch eher fraglich.


    In diese BWL-Schiene zu rutschen (damit kann man ja schon wesentlich mehr anfangen als mit Logistik) wäre gar nicht so verkehrt.[/qiote]

    Du kannst dich auch mit dem Logistikmeister auf kaufmännische Stellen in Verkauf/Einkauf/Verwaltung bewerben. Im Bewerbungsschreiben verweist halt auf deine jetzigen Aufgaben in der Richtung, und du hast ja auch ne Erstausbildung und spästens in den grundlagen beim Industriemeister defakto die selben Inhalte wie bei nem Bürokaufmann abgeprüft worden. - Den Wechsel musste mit (kaufmännischem) Betriebswirt genauso verkaufen.

    Studium käme wohl dann wohl nur noch die FOM in Frage als Präsenzmodell in Hamburg.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • KLICKHallo Mike,

    dazu solltest du die BAföG-Voraussetzungen erst einmal prüfen lassen. Es sind zunächst einmal KEINE KO-Kriterien:

    Zitat von der BAFöG-Seite:


    "Altersgrenze


    Grundsätzlich kann nicht gefördert werden, wer zu Beginn des Ausbildungsabschnitts schon das 30., bei Masterstudiengängen das 35. Lebensjahr vollendet hat. Dennoch gibt es verschiedene Ausnahmeregelungen.

    In folgenden Fällen kann Ausbildungsförderung auch bei Überschreiten der jeweiligen Altersgrenze geleistet werden:
    • bei Absolventen des zweiten Bildungsweges
    • bei Studierenden, die ohne Hochschulzugangsberechtigung aufgrund ihrer beruflichen Qualifikation eingeschrieben wurden
    • bei Personen in einer weiteren Ausbildung, die für den angestrebten Beruf rechtlich erforderlich ist
    • bei Personen in einer Zusatzausbildung, zu der der Zugang durch die vorherige Ausbildung eröffnet wurde
    • bei Auszubildenden, die aus familiären Grunden an der früheren Aufnahme der Ausbildung gehindert waren
    • bei Auszubildenden, die aufgrund einer einschneidenden Änderung der persönlichen Verhältnisse bedürftig wurden.
    Die Ausbildung muss unverzüglich aufgenommen werden.
    Bei Auszubildenden, die bei Erreichen des 30. bzw. 35. Lebensjahres eigene Kinder unter 10 Jahren ohne Unterbrechung erziehen und dabei nicht mehr als 30 Wochenstunden arbeiten, verschiebt sich die Altersgrenze bis zum 10. Geburtstag des Kindes.
    Wichtig:
    Ob bei Ihnen eine Ausnahme von der Altersgrenze möglich ist, können Sie durch einen Antrag auf Vorabentscheidung nach § 46 Abs. 5 Satz 1 Nr. 4 BAföG rechtzeitig vor Aufnahme der Ausbildung klären lassen. Örtlich und sachlich zuständig für die Vorabentscheidung ist das Amt, das nach Aufnahme der Ausbildung über den Antrag auf Ausbildungsförderung zu entscheiden hat. Im Falle einer positiven Entscheidung erlangen Sie eine gesicherte Rechtsposition, da die Entscheidung für den gesamten Ausbildungsabschnitt gilt. Art und Höhe der Leistung sind aber nicht Gegenstand der Vorabentscheidung. Hierüber kann erst bei Aufnahme der Ausbildung entschieden werden. Das Amt ist zudem nicht mehr an die Entscheidung gebunden, wenn Sie die Ausbildung nicht binnen eines Jahres nach Antragstellung beginnen."