Wirtschafts Fachwirt Selbststudium wie realistisch?

Diese Seite verwendet Cookies. Durch die Nutzung unserer Seite erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies setzen. Weitere Informationen

  • Hallo zusammen,

    vielleicht kann ich hier auch mal meine Erfahrungen etwas schildern.
    Ich habe auch keinen Kurs besucht, d.h bin auch einer der Sorte "Eigenstudium".
    Da ich ganz anders an die Sache rangegangen bin, ist das vielleicht auch mal ganz interessant.

    Ich habe mir im Vorlauf nicht wirklich Gedanken gemacht, wie aufwändig welches Fach ist sondern habe mich einfach für die WBQ angemeldet.
    Angefangen zu lernen habe ich dann 3 Wochen vorher, 1,5 Wochen davon hatte ich Urlaub.
    Die WBQ habe ich mit mittlerem Erfolg (sehr gut - ausreichend) alle direkt bestanden.
    Ich hatte das Skript eines Lernträgers und die alten Prüfungen der vergangenen Jahre zur Verfügung.

    Für die HSQ habe ich mir dann wieder 2 Wochen Zeit genommen, wofür ich ingesamt 5 Tage Urlaub hatte. Allerdings muss ich dazu sagen, dass ich diese nicht gleich nach den WBQ geschrieben habe, da ich an einem Pürfungstag verhindert war geschäftlich - d.h erst einige Monate später im November 2016.
    Hier hatte ich ebenfalls das Skript zur Verfügung und am Tag vor der ersten Prüfung habe ich noch die alten Prüfungen der vergangenen Jahre bekommen, die ich mir angeschaut habe.
    Ausgang noch offen - das Gefühl sagt mir aber, dass das geklappt haben müsste.

    Ganz grundsätzlich muss ich sagen, dass ich in der Theorie natürlich teilweise etwas "blank" war.
    Ich lese hier aber immer wieder von etlichen Monaten Vorbereitungszeit und 100en bis 1000en Stunden Vorbereitung. Kann natürlich sein, dass das dann Leute sind, die im Schnitt mit 85+ Punkten abschneiden - trotzdem wäre mir dieser Aufwand das nicht wert.
    Ich wüsste ehrlich gesagt auch gar nicht, was man in dieser langen Zeit denn alles lernen sollte - so viel Stoff ist es ja dann auch nicht.

    Im Endeffekt will ich hier nicht ausdrücken wie toll ich doch bin und wie easy alles ist.
    Meine Intention ist eher, dass der WFW auch mit deutlich weniger Aufwand im Selbststudium zu meistern ist.
    Ganz allgemein ist mir das teilweise etwas zu viel "Panikmache" - wie gesagt aber nur mein persönliches Empfinden - ich möchte damit keinem zu Nahe treten.

    Gerne darf hier jemand konstruktive Kritik oä an mir oder meinen Ansichten üben.

    Gruß,
    Syntax
  • Danke für den fundierten Einblick, timeburner. Dein Beitrag hat mir gut gefallen.

    An Syntax: Stimmt, nichts ist unmöglich. Es gibt auch berufstätige Teilzeitstudenten, die ein 11-semestriiges BWL-Masterstudium in 4 Semestern schaffen welt.de/vermischtes/article108…ir-uns-die-Birne-weg.html.
    Du siehst, ich setzte an dieser Stelle einfach mal voraus, dass du die Wahrheit schreibst und nichts weggelassen haben könntest (was der ein oder andere Leser sicher anzweifeln wird, mich eingeschlossen). Ich frage mich allerdings, was dieser Beitrag von dir bezwecken soll bzw. was deine Motivation sein könnte. Aber ehrlich gesagt ist mir meine Zeit dafür zu schade - sorry.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von MartinWFW ()

  • So, da ich nun meine ersten Ergebnisse erhalten habe, erlaube ich mir auch, meine Meinung bzw. Erfahrung hier kundzutun.
    Ich habe mich im Selbststudium vorbereitet und (mit mittelmäßigem Ergebnis) bestanden.
    Ich habe mich etwa sechs Monate nach Ende meiner kaufmännischen Ausbildung dazu entschlossen. (bzgl. der Vorbildung)

    Zunächst ist auf jeden Fall zu erwähnen, dass es extrem typabhängig ist, ob das Selbststudium etwas für einen ist.
    Ich beispielsweise konnte schon immer besser alleine lernen und bin mit Arbeiten im Plenum immer eher unzufrieden.

    Zum Einen muss man sich stark selber motivieren (das klingt einfach, ist es aber nicht immer!).
    Das war für mich neben Hobbys und Vollzeitjob nicht immer einfach, sodass zwei Hobbys nun "pausieren".
    Die starke Einschränkung deiner Freizeit muss dir auf jeden Fall bewusst sein!

    Und auch die Familie/Partner müssen voll hinter dir stehen.

    Was die eigentliche Vorbereitungszeit angeht, bewege ich mich ziemlich genau bei der von der IHK angegebenen Stunden.

    Ich muss ganz ehrlich sagen, dass ich nicht zusätzlich noch einmal die selbe Zeit zum widerholen genutzt habe.
    Ich habe zur "direkten Vorbereitung" lediglich alte Prüfungen gemacht und "Problemthemen" wiederholt.

    Was ich empfehlen kann, sind feste Lernzeiten.
    Da hat es mir auch echt geholfen, z.B. sonntags immer die Folgewoche zu planen und die Lernzeiten als festen Termin festzuhalten.

    Unter'm Strich: Gut machbar, wenn man sich selbst motivieren und strukturieren kann. Und auch bereit ist, in anderen Bereichen Zeit einzusparen.

    Was für mich auch ganz wichtig war: Dieses Forum! Da man keine Möglichkeit hat, Kommilitonen zu fragen, habe ich mich erst etwas hilflos und "alleine" gefühlt, wenn ich mal etwas nicht verstanden habe.
    Völlig unbegründet. Ganz ehrlich, ich habe teilweise so "blöde" Fragen in dieses Forum gestellt, und immer nette und hilfsbereite Antworten erhalten.


    Achja, ich habe letzten Monat die erste Prüfung geschrieben und werde die zweite Anfang nächsten Jahres ablegen.
    Beide auf einmal wäre mir persönlich vom Umfang einfach zu viel geworden. (vom Stoff-Umfang, obwohl sich einiges überschneidet.)
    Ich wünsche dir eine große Portion Motivation und Durchhaltevermögen.
    Das klappt schon!

    LG
  • Hi Miriam,
    du schreibst, du hättest dich ziemlich genau im Bereich der IHK-Angaben bewegt. Das sind dann 230 UE bzw. 173 Std. plus Prüfungsvorbereitung. Das halte ich für einen wirklich guten Wert. Man muss ja berücksichtigen, dass viel Zeit für Strukturierung, Recherchen, Forum etc. drauf geht.
    Ich kann jetzt schon abschätzen, dass ich mit dem Zeitbudget nicht hinkommen würde. Aber bei mir sind die entsprechenden Vorbildungen auch schon etwas her, sprich die Lernleistungen sind noch ausbaufähig.
    Im März weiß ich mehr ...
  • Ja, auf jeden Fall geht für aufbereiten von Unterlagen etc. auch noch einiges an Zeit drauf.
    Was mir übrigens wunderbar geholfen hat und Stoff noch besser verinnerlicht, sind wechselnde Medien.

    Also nicht nur Bücher wälzen, komme sondern auch Videos schauen und im Internet recherchieren.

    Dabei natürlich immer versuchen, sich auf "seriösen" Seiten aufzuhalten, bei deren Wahrheits-/Richtigkeitsgehalt man sich sicher sein kann.
  • Die WBQ sind insgesamt mehr Lernaufwand, und es kann nicht schaden schonmal die Themen in "Betriebliches Management" und "Führung&Zusammenarbeit" für die HSQ zu überfliegen.
    Da taucht nämlich oft etwas was man eher dort hinzählen würde in "Unternehmensführung" bei den WBQ auf.

    Berufsbegleitend ist imho sinnvoller den Versatz zu nutzen. Für die WBQ ist wie gesagt schon ein Haufen Stoff, da großartig noch was reinquetschen muss man halt mehr Zeit einsetzen, die Vorbeitungskurse bei dem Zeitfenster sind in Vollzeit.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17