Moin!
sicherlich ist es mehr als ärgerlich wenn ein Teilnehmer alles andere zufrieden mit der Weiterbildung an sich und dem Weiterbildungsziel ist, dennoch ist vieles was hier geschrieben wird schlicht ein nur sehr einseitiges Meinungsbild um nicht zu sagen "nahezu haltlos".
1. eine Weiterbildung ist niemals rausgeschmissenes Geld. Eventuell erhält der Teilnehmer nicht das was er sich erhofft hat - jedoch ist eine Weiterbildung stets eine Investition in eigenes Wissen und bringt persönlich Vorteile und nicht zuletzt sehen das die Personaler und Chefs i.d.R. sehr gerne.
2. 7 Ordner mit Lernstoff findest du viel? Dann geh mal studieren, da kannst mit einer Sackkarre die Unterlagen nach Hause transportieren. Du musst Themengebiete nach ihrer Wichtigkeit und Häufigkeit in vergangenen Prüfungen selektieren und schnell bleibt nur noch die Hälfte oder 2/3 des Stoffes übrig - der Rest ist Füllmaterial für die sogenannten Einserbremsen oder einfach nur weiterführendes Wissen.
3. Präsenzunterricht ist dann sinnlos wenn der Dozent vorne steht und nur vor sich hinplabbert - oder schlimmer noch aus dem Skript vorliest wie im Kindergarten (auch das solls geben). Wenn jedoch der Lehrgang den Dozenten mit Fragen nach Zusammenhängen, Vertiefungen ....löchert ist der Unterricht keineswegs sinnlos. Lesen und Lernen kann jeder selbst zuhause (so macht das auch Sinn) aber Themen über die sich das Skript ausschweigt kannst du nur durch mühsame Eigenrecherche oder aber die Löchern des (hoffentlich) Fachmanns erfahren.
4.
...ich lerne seit februar 2010, sehr intenssiv ...ca. 7 fragen, insgesamt habe ich dann dort ca. 30- MAXIMAL aber sehr selten 40 punkte.
Das ist schwer zu glauben. Vielleicht ist der Maßstab den du bei der Selbstkorrektur ansetzt einfach viel zu hoch? Man kann beinahe überall Punkte abgrasen selbst bei Fragen die einem zunächst einmal gar nichts sagen - hierzu weiter unten mehr.
5.
Ich komme zeitlich überhaupt nicht klar.
Dieses Problem ist bekannt und durchaus gewollt. Hier ist Selbstdisziplin und gutes Einschätzungspotenzial gefordert. Zeit lässt man nur bei Punkten die man sich sicher holen kann - und auch dann nur gerade soviel Zeit wie absolut notwendig (vgl. Extremumprinzip) Man sollte in der Lage sein zu erkennen wieviel Antwort für die ausgespriesenen Punkte notwendig ist.
Beispiel 1 "Nennen Sie 5 (Merkmale oder ähnliches)" für 5 Punkte
Da braucht es exakt 5 Wörter als Antwort. Ein kurzer Einleitungssatz - z.B. 5 Merkmale des perfekten Beantworten von Fragen sind - ist schon ein Bonbon obendrauf. Wird gerne gesehen - wird und kann aer nicht bepunktet werden. Somit ist das eigentlich schon zuviel des Guten.
Beispiel 2 "Nennen und erläutern sie"
Hier brauchts schon ein bisschen mehr - und zwar exakt eine Aufzählung plus einem einzigen (kurzen) Satz zur Erläuterung je ausgepriesenem Punkt.
Beispiel 3 "Beschrieben Sie"
Naja, hier wird halt ein bisschen beschrieben. Sind zum Beispiel 5 Punkte ausgepriesen dann stopfe ich bestensfalls 5 Argumente in einen einzigen Satz rein. Es kommt niemals auf die Fülle der Antwort an sondern einzig und allein auf die Inhalte und die erbrachte Form in der die die Inhalte dargeboten werden.
6 Oberflächliches behandeln des Stoffes
Hier ist eine Einschätzung aus der Ferne etwas schwierger da ich weder die Dozenten noch die Teilnehmenr kenne. Wenn das alles aber nur oberflächlich und flüchtig angesprochen wird muss der Lehrgang rebellieren. Solche Pappnasen als Dozent hatte ich selbst auch und ihr könnt sicher sein dass die sich gewünscht haben unseren Lehrgang niemals gesehen zu haben.
Aber nochmal: Lernen muss man zuhause. Im Unterricht wird erläutert, erklärt, verknüpft uswusf.
7. Outsourcing, Transformational Outsourcing und Knowledge Process Outsourcing
Zunächsteinmal sollte man darauf gefasst sein dass in nahezu jeder IHK Prüfung eine sogenannte Einserbremse dabei ist - ihr wollt ja nicht das Strassenkehrerdiplom sondern einen Fachwirt und ihr habt euch für eben diesen Fachwirt entschieden weil ihr euch etwas davon versprochen habt. Was wäre das für ein Versprechen - welchen Stellenwert hätte ein Fachwirt - wenn die Prüfungen Sandkastenniveau hätten?
Was also tun mit solchen Fragen?
Als erstes beantwortet man alle anderen Fragen bei denen die Punkte in Reichweite sind. Primäres Ziel: 50 + X erreichen.
Erst wenn die übrigen Aufgaben ausreichend beackert wurden geht man an solche Killerfragen ran.
Generell gilt: Einserbremsen werden von einer verschwindend geringen Teilnehmerzahl gut oder befriedigend beantwortet.
Weiterhin gilt: normalerweise sind die Prüfer keine Unmenschen und passen die Punktevergabe dementsprechend an.
Wenn du also nicht weißt was Transformational und KPO bedeuten dann erzählst du einfach etwas vom Outsouring an sich und schwafelst ein wenig darüber dass Outsourcing in verschiedensten Unternehmensbereichen möglich und sinnvoll ist / sein kann.
Teilpunkte sind dir damit sicher.
8.
beschreiben sie anhand eines beispiels die wirtschaftlichkeit von outsourcing??????????????????????
was sollen so welche fragen....ich bin kein bänker oder dr. der volkswirtschaft
Ehm, sorry ich muss das so sagen:
Das mein Lieber ist Grundwissen wenn nicht sogar Allgemeinwissen und das sind auch keineswegs Themen aus dem Bankwesen oder der Volkswirtschaft. Diese Thematik läufit dir in nahezu jedem Unternehmensbereich über den Weg.
Obendrein ist das der dankbarste Aufgabentyp den man sich überhaupt vorstellen kann.
Hier musst du dir nur ein Szenario vorstellen oder eines aus deinem Berufsleben hernehmen und beschreiben.
!Da steht eindeutig beschreiben - also schwafeln!
Nun denn:
Hausmeisterarbeiten werden häufig an Nachunternehmer vergeben da diese kosteneffizienter und effektiver arbeiten können als eine eigene Hausmeisterarmanda. (soweit die extremste aller denkbaren Kurzformen, noch ein bisschen ausschmücken, Stichworte wie Rentabilität usw einbauen und fertig ist die Laube.)
In dieser Aufgabe stecken (wie in jeder Aufgabe) Schlagworte (die kannst du dir beim ersten durchlesen gern farbig markern).
Die Schlagworte hier sind:
- beschreiben: also muss ich rumlabern
- Beispiel: also eine (fiktive oder reale) Situation hernehmen
- Wirtschaftlichkeit: grob gesagt es geht meistens irgendwie um die Wirtschaftlichkeit - also Moneten, reale oder immatrielle Werte, Zeit uswsuf.
Ein Fachwirt sollte beim Stichwort Wirtschaftlichkeit in der Lage sein ganze Arien von Argumenten singen können, weil dies zur Anforderung eines jeden Fachwirtes gehört.
Du schreibst dass du an alten Prüfungen übst, daher noch ein Tipp zum Schluß. Die Lösungsvorschläge heisen nicht umsonst "Vorschläge" weil es eben keine Musterlösungen sind sondern eben schlicht und ergreifend nur Vorschläge. Gerade bei offenen Fragestellungen, Schwafelfragen...gibt es eine Unzahl von richtigen Lösungen. Man darf niemals den Fehler begehen und denken man hätte exakt den einen Lösungsvorschlag bringen müssen.
Offene Fragen mit Bezug zur Realität wie unter Punkt 8 behandelt sind dankbare Aufgaben, dennoch für manche Teilnehmer schwierig zu lösen (speziell für die Fraktion Auswendiglerner) denn hier muss man zeigen dass
man das erlernte Wissen auch anwenden kann und das kann doch wirklich jeder - man muss nur ein wenig Vorstellungsvermögen, Kreativität und manchmal auch Fantasie mitbringen.
Mich erwischte im Studium mal eine Frage zum Thema Umweltmanagement eiskalt. Da waren 25 Punkte ausgelobt und ich konnte mit der Frage (und dem Thema) einfach nichts anfangen - da ging es wirklich um Bestehen oder mit wehenden Fahnen untergehn.
Also hab ich aus Verzweiflung Brücken geschlagen. Kam vom Umweltmanagent zu Greenwashing - dann schnurstracks zum Marketing und von dort hab ich noch einen Abstecher zum Thema Integrative Managementsysteme gemacht. Meine Antwort hatte absolut nichts mit Umweltmanagement zu tun dennoch hab ich fast alle Punkte abgegrast (und der Prüfer hat mir ca 20 Smilies anden Korrekturrand gepinselt). Mit Kreativität lässt sich so manches lösen.
Und nun noch ein allerletztes Wort zum Thema "hätte besser studieren sollen".
Einen Fachwirt mit einen vollwertigen Studium zu vergleichen bedeutet man unterstellt dem Automechaniker dass er eine Zeitmaschine bauen könnte weil die Zeit bei Bewegung relativ betrachtet langsamer vergehen müsste.
Eine vorakademische Weiterbildung kann man niemals mit einem Studium vergleichen. Da liegen nicht nur Welten sondern gleich ganze Galaxien dazwischen. Ich selbst habe den Weg vom Fw über den Bw bis hin zum Akademiker gemacht und kann daher glaube ich mit Fug und Recht eine Meinung abgeben.
Trotz allen Widrigkeiten:
Ich wünsche viel Erfolg für die anstehenden Prüfungen. Immer daran denken: Das haben vor dir schon viele geschafft udn auch nach dir werden es viele packen - warum solltest also ausgerechnet du scheitern?
mfg
Studium = der sicherste und teuerste Weg um festzustellen , dass man nichts weiß.
"Wussten Sie schon, dass eine Pendeluhr physikalisch betrachet nichts anderes als ein Minikraftwerk ist?" ^^