VWL: Einlagefazilität

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  • VWL: Einlagefazilität

    Ich arbeite gerade VWL durch und ich habe eine Verständnisfrage, welche ich bisher nicht klären konnte: Geschäftsbanken können zum Einlagesatz ja kurzfristige liquide Mittel bei der EZB anlegen. Der Einlagesatz beträgt derzeit -0,4%. Warum sollte ein kaufmännisch agierende Bank Geld anlegen, wenn sie dafür (Straf-)Zinsen zahlen muss?
    Hat jemand eine Idee?
  • KasiGF schrieb:

    Das fragen die Banken sich auch...
    Vermutlich weil ein großer Tresor zu kaufen, noch teurer ist und das Geld ja irgendwo deponiert werden muss.
    So ist es! Der Bayr. Sparkassenverband hat die ALternative, die Reserven als Bargeld zu bunkern in einem Projekt geprüft; Ergebnis: es wäre billiger - scheitert aber wie fast alles in Deutschland an versicherungsrechtlichen Problemen...
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  • Die Frage muss man von einem anderen Standpunkt aus sehen. Das Geld soll ja (gerade derzeit) im Umlauf sein um die Wirtschaft anzukurbeln.

    Warum sollte dann gerade die EZB die Banken noch dafür belohnen, wenn diese ihr Geld (Buchgeld) bei der EZB für einen positiven Zinssatz anlegen können?

    Das ergibt ja keinen Sinn.

    Also läuft das wie alles im Leben, man muss den Menschen bzw. Banken ans Portmonee, damit sie das tun (theoretisch) was sie tun sollen. Das Geld unter die Leute bringen. Das die Banken ja noch andere Möglichkeiten haben ist eine andere.

    Der sogenannte Negativzins oder Strafzins wird ja nur für Einlagen fällig, die über der Mindestreserve liegen und somit als Überschuss zu sehen sind. Genau für diesen Überschuss, den die Bank nicht an die Wirtschaft / Kunden weitergeben will oder kann, dafür muss sie dann angesichts der derzeitigen Situation eine kleine Strafe zahlen.

    Wird zwar immer ne Riesennummer draus gemacht, aber in Wirklichkeit tun die Banken alles dafür, dass sie diese Option nicht wählen müssen.
    Aber rein logisch gesehen muss die EZB ja diese "mini" Strafe durchführen, da ja niemand aus der Realwirtschaft derzeit Geld haben will.
    Alle wollen Sparer sein. Aber ein Sparer braucht immer einen Schuldner. Ansonsten bricht die Wirtschaft zusammen. Man kann immer nur konsumieren oder investieren. Banken werden deshalb ja auch Kapitalsammelstellen genannt. Sie sammeln um es dann wieder an die Personen zu verteilen, die damit etwas machen wollen und bereit sind einen Zins zu zahlen. Banken produzieren ja keine Waren um vom Mehrwert ihr Dasein zu tilgen. Banken (sollten) leben von Zinsen aus der Realwirtschaft und (leider) Gewinnen auf dem Finanzmarkt.

    Das mit dem Tresor ist recht witzig und wenn der Bayerische Sparkassenverband das wirklich gesagt hat, dann zeigt das doch nur auf, für wie dumm uns diese Personen halten. Die Reserve (Mindestreserve) wird ja mit 0,00 % Zinsen verzinst. Keine Bank oder Sparkasse der Welt ist scharf darauf eine extrem hohe Reserve an Bargeld zu haben. Denn Geld im Tresor bringt ja niemanden (weder der Bank noch dem Kunden[welcher ja nur meint das sein Geld dort im Tresor liegt und die Bank ihm für diese Tatsache, es liegt im Tresor, Zinsen zahlt]) etwas. Geld arbeitet nicht. Geld muss in die Realwirtschaft damit es dort etwas schaffen kann, wodurch ein Mehrwert entsteht, damit jemand einen Ertrag erwirtschaftet und die Zinsen bedienen kann. Zinsen sind ein Dank dafür, dass man derzeit auf Konsum verzichtet und ein andere schon jetzt konsumieren kann.

    Kundeneinlagen sind ja nichts anderes wie ein Kredit für die Bank gewähren. Also gebe ich der Bank mein Bargeld / Buchgeld, erhalte einen Zins als Danke schön und die Bank kann mit diesem Geld machen was sie will. Das haben die meisten Menschen aber leider nicht verstanden (trotz Finanzkrise), weil es ihnen niemand so deutlich sagt.

    Sorry, hab ein bisschen weit ausgeholt, aber so wird halt deutlich, warum die EZB überhaupt diese Karte ziehen musste. Es können nicht alle Sparer sein und damit die Banken auch bei der EZB nicht die Möglichkeit haben als Sparer mit einem positiven Zins auftreten zu können, gibt es für die Überschüsse bei der EZB einen Strafzins.
    Cool bleiben :thumbsup:
  • Flassbeckianer schrieb:

    Die Frage muss man von einem anderen Standpunkt aus sehen.
    Nöö, muss man nicht. Ich halte viel von fragebezogene Antworten, das dürfte bei der Prüfung nicht anders sein. Und meine Frage war eine Verständnisfrage: Warum soll eine wirtschaftlich handelnde Bank Geld zum Negativzins anlegen?
    Ich gehe erst mal bei der Bank, bei dem Unternehmen und beim Verbraucher NICHT davon aus, daß er aus ideologischen Gründen handelt sondern um den Eigennutz zu bedienen.
  • Ich wollte Deine Frage damit nicht kritisieren, sondern um diese beantworten zu können, es ging ja um eine Verständnisfrage, aufzeigen warum das so ist und deshalb den Blick- Fragewinkel ändern. Wenn Du nur auf deine Frage eine direkte Antwort haben willst, dann reicht natürlich ein schlichtes: "keinen". Dann ist es m.M.n. aber keine Verständnisfrage, sondern nur eine allgemeine Frage.
    Cool bleiben :thumbsup:
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