Wirtschaftfachwirt situationsbezogenes Fachgespräch

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  • Wirtschaftfachwirt situationsbezogenes Fachgespräch

    Hallo,

    ich habe im April mein situationsbezogenes Fachgespräch, leider habe ich damals im Unterricht nicht so genau aufgepasst.

    Kann mir jmd. den Ablauf des Gesprächs schildern und welche Fächer soll ich lernen bzw. wie kann ich mir vorbereiten, danke [img]https://www.fachwirt-forum.de/wcf/images/smilies/thumbup.png[/img]
  • Da lohn sich wirklich eine Suche in diesem Forum - dann wirst Du massenhaft Berichte finden! Was Du auffrischen solltest sind Deine Kenntnisse im Perso-Bereich (FuZ und Teile von BM und auch UF aus dem 1. Teil!)
    Gesetzessammlungen – speziell zusammengestellt und optimiert für die jeweilige Prüfung:
    Techn.Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - WIrtschaftsfachwirte (HQ)
    - natürlich entsprechend den Anforderungen der Hilfsmittelliste zugelassen -
  • Also ich hatte mein Fachgespräch bei der IHK Bonn letzten Donnerstag.
    Vorweg: Mein Bildungsträger war meiner Meinung nach nicht so gut, deshalb hab ich mir den Rahmenplan der IHK zum Wirtschaftsfachwirt bestellt und den zur Vorbereitung benutzt.
    Zur mündlichen Prüfung hab ich dann zuerst die Fächer FuZ, BM und UF wiederholt. Zusätzlich hab ich mir das Buch zur Präsentation und Fachgespräch geholt. Hinten ist ein Stichwortverzeichnis von A-Z mit den wichtigsten Begriffen aus FuZ, BM und UF drin, das hab ich nach Wiederholung meiner "Skripte" komplett durchgearbeitet. Dann hab ich mir eine Liste mit den wichtigsten Modellen geschrieben und die solange auswendig aufgezeichnet, bis ich alle konnte (zB die Bedürfnispyramide nach Maslow, das Transaktionsmodell, das 4-Ohren Modell etc).
    Dann hab ich mir noch zum Schluss die anderen Themen des Rahmenplans durchgelesen, also auch die Wirtschaftsthemen, damit ich das so ein bisschen aufgefrischt hab, falls im Fachgespräch eine ganz Personal-fremde Frage dran kommt.
    Auf dem Weg zur Prüfung ist mir dann auf der Autobahn der Reifen kaputt gegangen :( Der ADAC war Gott sei Dank total schnell da und hat mich dann zur Prüfung chauffiert :D
    Kam da total verheult und aufgeregt an, aaaaber ich wollte es probieren.
    Aufgabe war dann:
    Sie sind Assistentin der Geschäftsführung eines Spielzeugherstellers in Bonn mit 40 Mitarbeitern und 30Mio € Umsatz im letzten Jahr. Das Unternehmen kauft nun den Zuliefererbetrieb aus München mit 50 Mitarbeitern und 20Mio.€ Umsatz auf. Im Zuge dessen sollen 10 Mitarbeiter abgebaut werden. Sie sollen Ihrem Vorgesetzten dazu eine Strategie vorschlagen.
    Gehen Sie dabei besonders auf die Anforderungen des Unternehmens und die Kompetenzen der Mitarbeiter ein.

    Habe im Vorfeld bei der IHK angerufen und gefragt, ob ich selbst Klebe-Etiketten (solche hier: amazon.de/Hama-Fototapes-selbs…ebeetiketten+doppelseitig) mitbringen darf (Im Buch wurde der Tipp gegeben, Mediatoren-Karten mit Klebestift auf Flipchart-Papier zu kleben, sicherheitshalber wollte ich die Etiketten).

    Zur Gliederung habe ich dann eine OHP-Folie genommen und so gegliedert:
    1) Situationsbeschreibung
    2) Anforderungen des Unternehmens an Stellen
    3) Kompetenzen der Mitarbeiter
    4) Personalabbau
    5) Handlungsempfehlung

    Zu 1) habe ich dann kurz die Situation erläutert
    Zu 2) habe ich mir die Mitarbeiter der Fertigung und des Vertriebes "rausgepickt" und auf das Flipchart geschrieben: Anforderungen des UN - MA der Fertigung - MA Vertrieb.
    Auf den Moderationskarten hatte ich dann verschiedene Kenntnisse geschrieben, die die MA der jeweiligen Abteilung haben müssen (Fertigung: zB Kenntnisse zu gesetzlichen Vorgaben (Welche Inhaltsstoffe dürfen in Spielzeug sein?), Kenntnisse zu Produkten und Herstellung), Vertrieb: zB Kenntnisse zu Zielgruppen und Absatzmärkten, zu Umsatzzielen etc). Auf die Moderationskarten habe ich in der Vorbereitungszeit hinten bereits die Etiketten geklebt, sodass ich in der Prüfung nur noch hinten die Folie abziehen musste und die Karte dann unter den Stichpunkt kleben konnte.
    Zu 3) habe ich dann Potenzialanalyse gesagt und erklärt, woher man die Informationen dazu bekommt. Auf das Flipchart hatte ich die Überschrift und dann Soziale und Fachliche Kompetenzen geschrieben.
    Zu 4) habe ich die Überschrift auf Flipchart geschrieben und dann als Stichworte 1) direkt und 2) indirekt notiert. Auf die Moderatorenkarten habe ich dann dazu Möglichkeiten geschrieben und wieder unter die Stichpunkte geklebt. Hier habe ich noch kurz erklärt, dass bei direktem Personalabbau der Betriebsrat einbezogen werden muss, der Sozialplan muss beachtet werden und man kann dann eine ordentliche, betriebsbedingte Kündigung aussprechen, wenn die Stelle/ Abteilung wegfällt / outgesourct wird.
    Zu 5) habe ich dann gesagt, dass ich als Handlungsempfehlung folgendes sagen würde: Ich würde versuchen, die MA nicht abzubauen. Es kann zB durch den vertikalen Unternehmenszusammenschluss sein, dass der Absatz steigt und die MA auch wirklich gebraucht werden. Ebenfalls kann man durch Nutzung von Synergieeffekten und Kosteneinsparung die wirtschaftliche Voraussetzung schaffen, um die Stellen doch zu halten.

    Dann wurde ich noch genauer zum Sozialplan gefragt ( was muss beachtet werden? -> Betriebszugehörigkeit, Alter, wie schnell wird der MA im Arbeitsmarkt wieder eine neue Stelle finden, handelt es sich um Alleinerziehende mit Unterhaltspflicht etc.), zur Formen der Kündigung (Personenbedingt, Verhaltensbedingt, Betriebsbedingt, fristlos), zum Change Management (3-Phasen Modell zur Organisationsentwicklung nach Lewin erklären), ich habe noch die 2 Extremansätze Top-Down (Bombenwurfstrategie, Anordnung) und Bottom-Up (Betroffene zu Beteiligten machen) erläutert, welche Ängste entstehen können und bin darauf eingegangen, dass MA Veränderungen besser mittragen, wenn sie einbezogen werden und die Veränderungen rational nachvollziehbar sind.
    Dann kam die Sprache noch auf die Managementtechniken MbD, MbO. Das MbO geht ja runter bis auf den Stückgeldakkordlohn, der ja auch eine Form der Prämie ist.

    Ergebnis: 98 Punkte, und das obwohl die schriftlichen Ergebnisse bei mir auch echt nicht gut waren ;)

    Achso, und da auch die Frage nach dem Outfit hier schon aufkam: Habe eine dunkle Jeans, Pumps, Bluse und blauen Blazer getragen :)

    Viel Erfolg also allen, die es noch vor sich haben!
  • Hey Leute

    Habe mal eine Frage

    Ich wäre an die Aufgabe anders ran gegangen und mich würde mal interssieren was ihr dazu sagt

    Medien: Flipchart und Metaplan mit Karteikarten

    Agenda
    1 Situation
    2 Anforderung Unternehmen
    3 Komepetenzen MA
    4. Personalabbau
    5. Kriterien
    6. Sozialplan
    7. Fazit

    1 Zusammenfassung

    2 Anforderung Unternehmen
    Wettbewerbsfähigkeit, Kostendeckung, Gewinn, Zahlungsfähigkeit, Jobsicherheit

    3 Komepetenzen MA
    Fach , sozial, Methoden und persönliche Kompetenzen

    4. Personalabbau
    Personalabau direkt vorzeitig Pensionierung, Aufhebungsverträge, Entlastung
    indirekt Keine Nachbesetzung, Verträge nicht verlängern, Abbau Leiharbeiter

    5. Kriterien
    Sozialplan, Potential MA, Automatisierung, Prozessanpassung, HR-Portfolio

    6. Sozialplan
    Betriebszugehörigkeit, Alter, Unterhaltspflichtig, Scherbehindert

    Fazit:
    Ein Abbau ware sicher über indirekten Personalabbau möglich.
    Dazu könnten auch dead wood Kandidaten abgebaut warden
    Zusätzlich könnten auch noch durch Automatisierung und Prozessverbesserung MA unnötig warden.
  • Hey Flo :)

    Deine Gliederung ist noch etwas ausführlicher und geht durch die Gliederungspunkte 5 und 6 im schriftlichen Bereich noch mehr ins Detail, das habe ich halt mündlich umgesetzt.
    Sicherlich hätte ich noch genauer bzw. ausführlicher gliedern können, besser geht ja immer :) Ich hab deine Gliederungspunkte 5 und 6 halt einfach erläutert und so eben mit drin. Ich weiß nicht, ob ich es so sinnig finde, dass du in deinem Formulierungsvorschlag bei Punkt 5. den Sozialplan erwähnst und dann dafür noch ein eigenes Flipchart machst?
    Und du musst auch bedenken, dass du nur 30 Minuten Zeit hast, um die Aufgabe zu lesen und zu verstehen und umzusetzen. Bei mir kamen 3 Seiten Notizen zu den Punkten raus, die ich erzählen / erläutern wollte, die Overhead-Folie und 3 Flipchart-Blätter und ca. 15 Moderatoren-Karten raus, damit war die Zeit dann bis zur letzten Sekunde auch ausgefüllt.

    Wünsche dir viel Erfolg bei der Prüfung :)
  • Hallo,

    ich habe in 2 Wochen mein Fachgespräch. In der Einladung der IHK wurde nochmal auf den Schwerpunkt "Führung und Zusammenarbeit" hingewiesen und auf mögliche Fragen aus den Bereichen des WQ. Zur Vorbereitung habe ich nochmal alle Bereiche grob wiederholt und übe mich zu Hause an der Zeiteinteilung für die Präsentation. Dazu habe ich mir verschiedene Themenkomplexe auf Kärtchen geschrieben, die ich dann sozusagen vor meinem imaginären Prüfungsausschuss vortrage. Dann stelle ich mir dazu selbst Fragen, die ich als Prüfer vermutlich auch an einen Prüfling stellen würde. Also Querbeet...bis alle Zusammenhänge restlos klar sind.

    Nun wollte ich fragen, wie man das Fachgespräch am besten beginnt. Prüfungsausschuss begrüßen, Vorstellen mit Namen und das Thema benennen, das man präsentieren möchte? Wie verabschiedet man sich? Also die ganz einfachen Fragen des Knigge. Vielleicht könnte jemand hierzu ein paar Hinweise geben. Das wäre prima, lieben Dank!

    LG Julika

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von Julika ()

  • Ich kopiere einfach mal die entsprechenden Textstellen aus meinem Buch rein.

    Zum Anfang:
    "Unsicherheit besteht vielfach gerade über den Beginn der Präsentation: Begrüßt man jeden Prüfer einzeln mit Handschlag? Soll ich mich selbst vorstellen? Wenn ja, welche Informationen sind angebracht? Eine universell gültige Antwort gibt es hier nicht, weil das nicht zuletzt von der Erwartung und Gewohnheit des einzelnen Prüfungsausschusses abhängt. Jeden Prüfer einzeln mit Handschlag zu begrüßen ist vielleicht eher etwas übertrieben. In den meisten Fällen ist es wohl am besten, seine Unterlagen aus dem Vorbereitungsraum anzubringen und, wenn man damit fertig ist, sich den richtigen Standort zwischen Flip-Chart und Tafel oder Moderationswand zu suchen und dem Ausschuss zu sagen, dass man bereit ist. Wenn der einem das Wort erteilt, sollte man sich mit Namen und Angabe des Arbeitgebers vorstellen. Ob man weitere Informationen gibt, ist auch eine taktische Frage. Wer beispielsweise in seinem Beruf gerade mit der Betreuung von Auszubildenden beschäftigt ist und das Glück hatte, für die Kurzpräsentation ein Thema aus genau diesem Bereich zu erwischen, muss das dem Ausschuss nicht unbedingt ausdrücklich erzählen. Das würde zwangsläufig die Erwartungshaltung nach oben treiben. Es kann also umgekehrt taktisch klug sein, wenn man ein von der eigenen Berufspraxis weit entferntes Thema hat, kurz zu beschreiben, worin die beruflichen Aufgaben bestehen. Aber auf jeden Fall sollten es nicht mehr als zwei Sätze sein, und auf keinen Fall darf der Eindruck entstehen, dass man eine heftige Abneigung gegen das zu behandelnde Thema hat. Eine positiv optimistische Ausstrahlung macht immer einen besseren Eindruck!"

    Zum, Ende:
    "Immer wieder kommt es vor, dass ein Kandidat seinen Vortrag damit beendet, dass er einfach nichts mehr sagt. Die Mitglieder des Prüfungsausschusses warten dann erst einmal ab, ob er vielleicht nur den Faden verloren hat und sich wieder fängt und fragen schließlich nach. Das macht natürlich einen ganz schlechten Eindruck! Es sollte ohnehin aus dem Inhalt des Vortrages und dem Text des eingesetzten Mediums ganz eindeutig klar sein, wenn das Ende erreicht ist. Denn inhaltlich sollte dieses Ende ja aus einem Fazit, einer Schlussfolgerung, einer Empfehlung bestehen. Eine zusätzliche Karte mit dem üblichen Text "Danke für Ihre Aufmerksamkeit" ist zwar nicht besonders originell, aber immer noch besser als gar kein Abschluss. Und sagen sollte man das durchaus. Dagegen macht der beliebte Zusatz "ich stehe für Ihre Fragen zur Verfügung" zwar nichts kaputt, aber genau genommen ist er albern, denn wofür sonst steht man schließlich vor dem Prüfungsausschuss."

    aus: Wirtschaftsfachwirte - Präsentation und Fachgespräch
    Gesetzessammlungen – speziell zusammengestellt und optimiert für die jeweilige Prüfung:
    Techn.Fachwirte - Wirtschaftsbezogene Qualifikationen - WIrtschaftsfachwirte (HQ)
    - natürlich entsprechend den Anforderungen der Hilfsmittelliste zugelassen -
  • Hallo,

    hier eine kurze Zusammenfassung des heutigen Fachgespräches:

    Zunächst durfte ich aus aus einem Fragen-Pool zwei Fragen ziehen, diese durchlesen und mich dann für eine Aufgabe entscheiden. Danach folgte eine 30minütige Vorbereitungszeit. Ich habe mit Moderationskarten und Flipchart gearbeitet.

    Thema: Erkennen der Potenziale von Mitarbeitern im Vertrieb im Rahmen einer Markterweiterung im asiatischen Raum. Förderung der Potenziale der Mitarbeiter im Einklang mit den Unternehmenszielen und unter Berücksichtigung der Work-Life-Balance.

    1.) Kurze Erläuterung der Unternehmensziele im Zuge der globalen Ausrichtung
    2.) Möglichkeiten und Maßnahmen der Personalentwicklung mit Vor- und Nachteilen
    3.) Feststellungsmöglichkeiten des Potenzials (Methoden, Maßnahmen)
    4.) Analyse und Auswertung potenzieller Kandidaten

    Anschließend wurden noch einige Fragen zu den fachlichen und sozialen Kompetenzen der Mitarbeiter gestellt,warum diese wichtig sind und eine Frage zur SWOT-Aanalyse und zu den verschiedenen Formen von Mitarbeitergesprächen.

    Die Prüfungskommission war sehr nett. Ich war zwar sehr aufgeregt, habe mich aber dann einfach auf das Thema konzentriert und es ganz natürlich präsentiert - so, wie ich es auch jedem anderen präsentieren würde.

    Fazit: Bestanden (Punkte dürfen leider noch nicht bekannt gegeben werden und man darf mir leider auch nicht sagen, dass es eine sehr gute Leistung war) :) Ich bekam zum Schluss noch den Tipp von einer Prüferin, weiterzumachen! :)

    LG Julika