Mündliche Ergänzungsprüfung in Recht u. Steuern - ERFAHRUNGSBERICHT

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  • Mündliche Ergänzungsprüfung in Recht u. Steuern - ERFAHRUNGSBERICHT

    Hallo zusammen,

    da ich vor meiner Ergänzungsprüfung selber ein Leser dieses Forums war, möchte ich nun auch meine Erfahrung zu der Ergänzungsprüfung in den Fächern Recht und Steuern mit euch teilen.


    In der Prüfung Recht und Steuern hatte ich laut Ergebnisbescheid nur 31 Punkte geschafft, was erstens sehr nah an der Grenze zu einer Note „sechs“ und zweitens eine für mich nicht ganz nachvollziehbare Benotung war. Zwar war ich nicht wirklich felsenfest davon überzeugt, die Prüfung mit Bravour gemeistert zu haben, allerdings war dann dieses Ergebnis natürlich auch nicht mein Ziel.

    Meine Ausgangsposition für die Ergänzungsprüfung war somit schwierig. Nur 31 Punkte bedeutet nämlich, dass man nun in einem Fach, in welchem man sowieso schon fast eine Note „sechs“ erhalten hat, die Note relativieren bzw. ausgleichen darf. Also benötigte ich mindestens 88 Punkte in der mündlichen Ergänzungsprüfung im Januar 2019.

    Leider war mir vorher kein genaues Thema (bspw. „nehmen Sie vor allem das Vertragsrecht in den Fokus“) durch die IHK genannt worden, sodass man auch entsprechend breit aufgestellt sein konnte/durfte, um möglichst viel fachlich abdecken zu können. Das meines Erachtens nicht allzu beliebte Fach Steuern konnte in der mündlichen Ergänzungsprüfung auch abgefragt werden – daher habe ich auch dieses gelernt.

    Nun zu der Prüfung:

    An dem Tag hatten vor mir zwei Teilnehmer desselben Kurses die mündl. Ergänzungsprüfung und hatten bestanden(haben aber keine 88 Punkte gebraucht). Natürlich konnte man sich im Vorraum über die Themen unterhalten und sich schon so durch Wissens- u. Erfahrungsaustausch vorbereiten. Man konnte darauf spekulieren, dass die Prüfer am selben Tag nicht ständig unterschiedliche Fragen drannehmen würden – aber ACHTUNG! Das ist durchaus möglich!!!

    Nachdem ich nun dran war, habe ich im Prüfungsraum vor drei Prüfern Platz genommen.
    Nach der Legitimation anhand des Ausweises (usw.) ging es los.
    Letztlich hätte ich gleich am Anfang bei den gleichen Fragen wie bei den Teilnehmern vorher punkten können, da ich ja nun ein wenig Bescheid wusste.
    ABER: Es wurden tatsächlich z.T. andere Fragen gestellt.


    An folgende Fragen/Themen kann ich mich erinnern (sinngemäß):

    -Gerichtsbarkeiten bzw. untersch. Gerichte (Oberstes Gericht)

    -GmbH u. CO KG -> Erklärung, wer stellt bei einem Insolvenzverfahren den Antrag,..

    -Irgendetwas mit Grundschuld kam glaube ich auch dran (abstrakt/akzessorisch?)

    -Betriebsrat (Unterschied Mitwirkung u. Mitbestimmung)

    -Kündigungsschutz (unter anderem dann bspw. Befristeter Vertrag bei einer Schwangeren)

    -Jugendarbeitsschutzgesetz war glaube ich auch dran

    -Salvatorische Klausel

    -ich glaube es kam noch etwas zur fristlosen Kündigung (wann dürfte ich?)


    Viel mehr Themen fallen mir aktuell nicht ein, kann gut sein, dass noch Fragen dran kamen.
    Bei dem Thema mit Betriebsrat war ich mich nicht sehr sicher. Bei den Gerichtsbarkeiten habe ich eher den Streitwert bis und über 5.000 EUR gelernt (Amtsgericht – Landgericht usw.). Aber bei so etwas können die Prüfer auch schon mal helfen.
    Anschließend wurde ich rausgeschickt und nach einer Zeit hinein gerufen.
    Man fragte mich sinngemäß, ob ich den wisse, wie viele Punkte ich benötigen würde. (Ja klar) :huh:
    Guckte man die Gesichter der Prüfer an, hätte man denken können, dass es leider nicht gereicht hat - ABER ich habe genau 88 Punkte erhalten.



    Also - es ist nicht unmöglich trotz 31 Punkte diesen Prüfungsteil in der mündlichen Ergänzungsprüfung auszugleichen. :thumbup: