Erst Wifa, jetzt Betriebswirt?

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  • Erst Wifa, jetzt Betriebswirt?

    Hallo zusammen,

    ich habe im Juni 2015 den Wifa abgeschlossen und bin jetzt ernsthaft am Überlegen, noch den Betriebswirt zu machen.
    Die IHK hier im Ort bietet einen verkürzten Vorbereitungskurs (1.5 Jahre) für Wirtschaftsfachwirte an.

    Heißt, dass die Themen vom Wifa vorausgesetzt und im Unterricht, wenn überhaupt, nur angerissen werden.

    Hat jemand von euch schon mal den verkürzten Vorbereitungskurs gemacht?
    Meint ihr, der Zeitaufwand ist in etwa wie beim Wifa? Das ist natürlich von Person zu Person unterschiedlich, keine Frage.
    Vor allem bei den HBQ war meine Methode viel zu lesen und alte Prüfungen bis zum Abwinken. Karteikarten waren nur für die Ergänzungsprüfung in Rewe bei den WBQ wirklich hilfreich für mich - da musste ich ja in kürzester Zeit alles in den Kopf kriegen (war zu dem Zeitpunkt wohl eher die berühmte Lern-Bulimie ;) )

    Die Zeit bis zum Start des Kurses im April würde ich dann mit Auffrischen der Wifa Themen nutzen, um wieder in die Themen zu kommen. :thumbup:


    Gruß,
    Daniela
  • Den ähnlichen Thread hast du gelesen?

    Betriebswirtprüfung im Juni 2016? realistisch?

    Den Zeitaufwand würde ich insgesamt ähnlich einschätzen. Viele Wiederholungen in den Themen wird es dennoch geben, der Betriebswirt geht etwas weiter in die Tiefe und es kommen auch ein paar neue Module dazu.

    Eine recht komplette Zusammenfassung und Übersicht des Stoffes findest du in "Das Buch zum Betriebswirt IHK" vom Lernstarter-Verlag das du auch später als Repitorium nutzen kannst. Das würde ich mir bevor du einen Kurs besuchst anschauen.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • Hallo,
    ich habe den Handelsfachwirt seit Juni letzten Jahres in der Tasche und habe in November mit den Betriebswirt im Selbststudium angefangen. (Scheiß Arbeitszeiten, zwei Kleinkinder, da geht es nicht an ein Kurs stationär teil zunehmen, was ich gerne gemacht hätte).

    Prinzipiell kann ich folgendes sagen, aus meiner ganz persönlichen Sicht:

    1. Der Lernaufwand ist größer und ist intensiver, da in der Lerntaxomie viel mehr "Verstehen als "Wissen" wie beim Fachwirt dran kommt. Das beweisen die letzten IHK- Prüfungen klar und deutlich. Man ist dazu angehalten viel mehr Sachen zu verinnerlichen, als Sie einfach nur "zu wissen". Ich möchte den Fachwirt nicht vorwerfen das man da nichts verstehen muss, aber viele Fragen waren oft einfach Wissensfragen, was beim Betriebswirt eher weniger der Fall ist.

    2. Auch Fächer wie Marketing und Absatzwirtschaft (was beim Handeslsfachwirt nicht direkt als Fach dran kam, aber es im allgemeinen beschreibt) waren bei mein Prüfungen sehr ausgeprägt. Aber beim Betriebswirt wird auch noch mehr verlangt, als bei bereits intensivierten Fachwirt- Fächern. Bitte hier nichts auf die leichte Schulter nehmen.

    3. Der Betriebswirt IHK ist in meinen Augen ein umfangreicheres Studium, weil hier auch mehr Hintergrundwissen verlangt wird. Aus dieser Erkenntnis heraus habe ich die ersten fünf Fächer erst für die Prüfung Juni 2017 (!) geplant. Weil es sonst trotz täglichen Lernens für mich persönlich nicht schaffen werde.

    Liebe Grüße

    Stefan
  • Hallo in die Runde,

    also ich habe im Februar 2014 meinen Wirtschaftsfachwirt bei der IHK beendet und im Mai 2014 den Betriebswirt IHK begonnen. Ich kann sagen, dass es echt nicht ohne ist. Die Prüfungen wollen viel mehr Verständnis und Transfer haben - d.h. also nicht nur Wissensfragen, sondern beispielsweise Vorschläge wie man dies und jenes in dieser Position handhaben würde. Welche Incoterms sind zu empfehlen bei Transport von nach... in EIW beispielsweise oder welche Organisationsform ist sinnvoll, wenn man viele kleine Filialen hat usw. Es geht tatsächlich darum, das Wissen anzuwenden. Ich habe die schriftlichen Prüfungen im November 2015 erfolgreich abgelegt und habe am Dienstag die mündliche Prüfung. Also ich denke, ich weiß wovon ich spreche. ;)

    Schöne Grüße

    Sweetie985 :)
  • Erst WFW, dann besser Dipl.-BW oder doch IHK-BW?

    Wenn du überlegst den IHK-BW zu machen, warum dann nicht gleich den akademischen BW machen?
    Du investierst in beide Maßnahmen Zeit und Geld. Als WFW hats du Investitionsrechnungen geübt, jetzt wende mal eine an. Was ist die lohnendere Investition?

    Dass du als IHK-BW nach der europ. Bildungspyramide auf Level 7 stehts, zus. mit diplomierten Universitätsabsolventen, ist nur auf dem Papier so. Bildungsmäßig liegen da Welten dazwischen, genau so wie zwischen WFW und akademischen Bachelor-BW.

    Berücksichtige auch in deiner Berechnung, dass du WFW-Abschluss (mind. 400 h Unterricht) 1 Semester anerkannt bekommen kannst, je nach Uni.
  • Der Vorteil des Betriebswirtes IHK ist zum einen der Preis, zum anderen die direkte Überlagerung auf die Praxis und (...in unserem Bundesland zumindest) die Anerkennung.

    wifo schrieb:

    Wenn du überlegst den IHK-BW zu machen, warum dann nicht gleich den akademischen BW machen?
    Weil es bei den Akademikern keinen Dipl.-Betriebswirt mehr gibt, sondern den Bachelor und den Master.

    Mal ganz abgesehen davon, dass entweder die Lehrgangsgebühren an Fachhochschulen leicht auf das dreifache kommen oder bei günstigen Lehrgängen, wie z.B. bei der Fernuni Hagen oder Präsenzunis nochmal gute 3-4 Jahre in Anspruch genommen wirst; bei Präsenz-Unis gibt es das ganze auch nur als Vollzeitstudent.

    Dabei ist dann noch nicht berücksichtigt, dass du dich als Fernlehrgang (z.B. in Hagen) mit Methodenlehre und Statistik völlig ohne fachliche Begleitung mit Skripten auseinandersetzen darfst, die dem Niveau des günstigsten Anbieters entsprechen; da wirst du mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit einen Übersetzer für brauchen, um da ordentlich in den Stoff einsteigen zu können und ob du das überhaupt jemals brauchst, steht in den Sternen.

    wifo schrieb:

    Dass du als IHK-BW nach der europ. Bildungspyramide auf Level 7 stehts, zus. mit diplomierten Universitätsabsolventen, ist nur auf dem Papier so. Bildungsmäßig liegen da Welten dazwischen, genau so wie zwischen WFW und akademischen Bachelor-BW.
    Über den DQR oder den europäischen Qualifikationsrahmen kann man sicherlich trefflich streiten... es entzieht sich jedoch einer Sachargumentation wenn es hierzu unterschiedliche Ansichten gibt; einige sind der Meinung der DQR/EQR wäre unmaßgeblich, andere sehen den DQR/EQR als maßgeblich.

    Häufig haben aber gerade Akademiker Akzeptanzprobleme.

    Wer welchen Abschluss macht, hängt von den persönlichen Umständen ab; beim staatlich geprüften Betriebswirt z.B. hat man eine erhebliche Anzahl von Stunden, dafür fängt der Lehrplan ja auch beim Urknall an; dies zumal da dann auch Disziplinen wie Wirtschaftsenglisch auf dem Plan stehen, wo man trefflich darüber streiten kann, ob das Abitur- oder Realschulenglisch und die übliche berufliche Kommunikation nicht absolut ausreichen, um im Geschäftsleben zu bestehen.

    In einem direkten Vergleich muß sich der Fachwirt oder ein Betriebswirt nicht vor einem Bachelor verstecken; zum einen hat der Betriebswirt in der Zeit, wo er sich praktisches Wissen angeeignet hat, auch gleichzeitig Berufserfahrung gesammelt, während der Bachelor auf seinem Popo saß, um in den Tiefen der Statistik zu versinken. Zum anderen ist der Fachwirt eher praktisch während ein Bachelor in z.B. Wirtschaftswissenschaften dann über Zusammenhänge bei der Erzeugung und Verteilung von Gütern und Produktionsfaktoren (...also VWL) dozieren kann.

    Als Betriebswirt hast du Berufserfahrung, eine abgeschlossene Ausbildung, und zwei anerkannte Abschlüsse (Fachwirt + Betriebswirt) auf Meisterebene. Dies ist letztendlich auch der Grund, warum der Bachelor lt. DQR/EQR niedriger eingestuft wird.
    Ob es hier über die Anerkennung zu unterschiedlichen Meinungen kommt ? Sieht man ja. Häufig haben gerade Akademiker damit Probleme "neben sich" noch andere zu dulden.

    Ob du garantiert mit dem einen oder anderen Abschluss erfolgreich bist ? Kann dir niemand sagen. Hängt von einigen weiteren Faktoren ab; ein Titel allein wird dir nur begrenzt helfen können; kommt auch auf den Titelinhaber an.

    LG
    Garfield
    gepr. Betriebswirt (IHK)
    B.A. Business Administration

    "Erfolgreiche Menschen sind erfolgreich, weil sie das tun, was andere Menschen nicht tun (Henry Ford)."
    "Natürlich darf man auch mal hinfallen im Leben. Aber niemals liegen bleiben. (Werner Otto)"

    Dieser Beitrag wurde bereits 4 mal editiert, zuletzt von garfield1975 ()

  • wifo schrieb:

    Dass du als IHK-BW nach der europ. Bildungspyramide auf Level 7 stehts, zus. mit diplomierten Universitätsabsolventen, ist nur auf dem Papier so. Bildungsmäßig liegen da Welten dazwischen, genau so wie zwischen WFW und akademischen Bachelor-BW.
    Seit wann steht denn der IHK-BW auf Level 7? Der ist Level 6.
    Das Problem ist doch, dass der EQR nicht genügend Levels hat und man die berufliche Weiterbildung aus deutscher Sicht nicht komplett under den Tisch fallen lassen konnte. Gäbe es 2-3 mehr Stufen, wären alle diese Weiterbildungen eine Stufe unter Bachelor, da diese nicht einmal als reguläre Zugangsqualifikation für ein Masterstudium oder den gehobenen Dienst ausreichen und es selbst bei der Zulassung zu Bachelorstudiengängen Probleme geben kann.
  • Titelmissbrauch schrieb:

    Gäbe es 2-3 mehr Stufen, wären alle diese Weiterbildungen eine Stufe unter Bachelor, da diese nicht einmal als reguläre Zugangsqualifikation für ein Masterstudium oder den gehobenen Dienst ausreichen
    Das stimmt so nicht ganz; es gibt/gab Zulassungen für ein anschließendes Masterstudium; z.B. hier : ihk-weiterbildung.de/bildungsa…fung/masterstudiengaenge/ , wobei ich finde, dass das ungefähr so ist, als würde ich mit meinem Kaufmannsgehilfenbrief zur Handwerkskammer gehen, um da zu sagen, ich will damit den Schlossermeister machen. Der Bachelor ist nun mal akademisch, der Betriebswirt nicht; in meinem Fall ist mein Kaufmannsgehilfenbrief kaufmännisch und der Schlossermeister ist ein Handwerksmeister.

    Ich halte von solchen Studiengängen nichts, was letztendlich wieder eine andere Geschichte ist.

    Man muss schon unterscheiden können, dass der Betriebswirt IHK kein akademischer Abschluss ist; ein Akademiker kann auch nicht zur IHK gehen und da dann sagen, er will gerne den Betriebswirt IHK verkürzt haben, weil er den Bachelor gemacht hat. Da ist es der IHK überlassen, ob Sie Prüfungsleistungen anerkennt; ansonsten müsste der Bachelor durch die gleiche Prüfung wie alle anderen (meist Fachwirte) auch.

    Bei dem Bachelor gibt es von einigen Hochschulen (FOM, TAW) akkreditierte verkürzte Studiengänge für Betriebswirte zum Bachelor; da gibt es kein Zulassungsproblem. Wegen dem gehobenen Dienst : Ich will jetzt nicht unken; aber das letzte, was mir einfallen würde ist, mich beim Staat zu bewerben.

    Sorry, aber jetzt schon vorausberechnen zu können, was du mal in 40 Jahren verdienen wirst, welchen "Vorgesetztenstatus" du erreichen kannst, alles nach Formblatt B abzuhandeln oder nach einem Regierungswechsel alles andersherum machen zu müssen, egal wie unlogisch das dann wird, würde mir irgendwie stinken. Das einzige positive an dem Staat als Arbeitgeber ist, eine gewisse Sicherheit für die Gehaltszahlungen zu haben und du streng nach dem Gesetzbuch auf verschiedene Leistungen pochen kannst. Die staatliche Führung wird gewählt; da wirst du immer nur Befehlsempfänger bleiben und von der Gunst der gewählten abhängig sein.

    Wenn du dann noch siehst, was sich die Leute, die Vater Staat sich da ran holt, letztendlich alles mit Steuergeldern leisten, das würde jedem Unternehmen, jedem Verein und jeder nichtstaatlichen Hilfsorganisation das Genick brechen. Da werde ich lieber schön weiter nach meiner Leistung bezahlt und Vater Staat kann weiter der Meinung bleiben, da alles richtig zu machen.

    Herr Darboven, seines Zeichens Außenhandelskaufmann, wird sich wahrscheinlich auch kringelig lachen, was Vater Staat Ihm bezahlen wollen würde.

    Titelmissbrauch schrieb:

    Seit wann steht denn der IHK-BW auf Level 7? Der ist Level 6.
    Die hier : akademie-handel.de/fileadmin/u…Wuerzburg_20140729_nn.pdf sind da anderer Meinung.

    LG
    Garfield
    gepr. Betriebswirt (IHK)
    B.A. Business Administration

    "Erfolgreiche Menschen sind erfolgreich, weil sie das tun, was andere Menschen nicht tun (Henry Ford)."
    "Natürlich darf man auch mal hinfallen im Leben. Aber niemals liegen bleiben. (Werner Otto)"

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  • Titelmissbrauch schrieb:


    Seit wann steht denn der IHK-BW auf Level 7? Der ist Level 6.

    Auf Level 6 ist der Staatlich geprüfte Betriebswirt, zusammen mit dem Wirtschaftsfachwirt.

    Der IHK-BW ist offiziell auf gar keinem Level; die IHK sieht ihn jedoch auf Stufe 7 (Master-Niveau): dihk.de/ressourcen/bilder/struktur.gif/image_preview

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