Tourismusfachwirt ja oder nein?

  • Der Focusbeitrag lautet: Studie zeigt: Manche Handwerksmeister verdienen mehr als Ärzte
    Der Fachwirt wird da mit erwähnt, wie der Techniker auch, aber beide sind nicht mit dem selbständigen Handwerksmeister zu vergleichen. Gerade im Moment hat Handwerk goldenen Boden.

    Sicher werden die FW-zeugnisse nicht verteilt wie Reklameprospekte. Es mangelt nur an der Umsetzung der konsequenten Fortbildungspolitik. Erst Berufsabschluss, dann Fachwirt. Das wäre ja in Ordnung. Aber nicht, kein Berufsabschluss, dafür 6 Jahre gejobt, dann Fachwirt mit der 2. Wiederholungsprüfung.
  • wifo schrieb:

    as wäre ja in Ordnung. Aber nicht, kein Berufsabschluss, dafür 6 Jahre gejobt, dann Fachwirt mit der 2. Wiederholungsprüfung.
    Was spricht dagegen???
    Wenn jemand 6 Jahre in einem Bereich erfolgreich arbeitet und dann einen Fachwirt macht = hat er m.E. mehr praxisrelevantes Fachwissen, Praxiserfahrung und Daseinsberechtigung als der typische 22-23 Jährige Bachelor - der keinen blassen Schimmer davon hat was in der Praxis fernab der Theorie wirklich so läuft.
    Wenn ersterer dann durch den Fachwirt noch eine schippe Theorie-Wissen hinzukommt - das man auch direkt in seiner täglichen Arbeit nutzen, integrieren und weiterentwickeln kann - ist er mindestens auf Augenhöhe mit einem Bachelor.

    Und noch ein Wink aus unserem Unternehmen (Konzern mit knapp 18.000 MIA): Meine beiden Chefs sind Fachwirte. Und Ihnen unterstellt - alle auf einer Ebene - sind Volljuristen, Dipl.-Volkswirte, Betriebswirte und Fachwirte. Soviel zum Thema Stellung eines Fachwirts in der freien Wirtschaft :)
    "Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen" (Benjamin Franklin)
    • Dozent/Trainer für IHK-Fachwirte
    • Mitglied im IHK Prüfungsausschuss (Fortbildungsprüfungen)
    • Führungskraft in der Versicherungswirtschaft
    • Geprüfter Wirtschaftsfach- und Betriebswirt
  • Wer die Grundlagen für die Zulassung zum Wirtschaftsfachwirt
    mitbringt erfüllt mindestens die Voraussetzungen für eine berufliche
    Externenprüfung in seinem Bereich. Punkt.

    Die WBQ alleine entsprechen doch in dem was die Inhalte (und den Umfang!) angeht durchaus dem Stoff einer normalen kaufmännischen Ausbildung. - und wer den Fachwirt schafft, würde diese mit links schaffen. Ich seh da jetzt keine großartigen Vorteile oder Fachwissen das z.B. eine Bürokaufmann/frau oder gar ein Abschluss als Verkäufer mitbringen würde. Die Prüfungen dazu sind auch wesentlich einfacher konzeptioniert.


    Was Rechnungswesen angeht macht man mehr Finanzbuchhaltung in der Ausbildung (auch nicht überall), diese wird beim Fachwirt aber auch vorausgesetzt, und sollte eigentlich auch Teil der Vorbereitung sein.
    Mag sein das man es auch ohne irgendwie durch die Klausur schaffen kann wenn man die KLR drauf hat von den Punkten her, aber wenns knapp wird hat man ein Problem, denn Grundwissen Fragen zur Fibu sind in der Nachprüfung gerne genommen.

    Für die Qualität seiner Vorbereitung ist man halt selbst verantwortlich. - Ich hab meinen Fachwirt auch ohne kaufmännische Erstausbildung gemacht, und mir das Wissen in 4-6 Wochen selbst angeeignet. Mit Buchungssätzen und Soll&Haben haben mehr als genug "studierte" Probleme. Das liegt imho vor allem an der Vermittlung, die ist nämlich meistens eine Katastrophe. Da wird dann Jahre und Stunden das in Kleinsthäppchen verabreicht damit der Leerplan voll wird und die Leute ihre Zeit absitzen können, das man dann keine Zusammenhänge mehr peilt ist dann auch kein Wunder.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • wifo schrieb:

    Erst Berufsabschluss, dann Fachwirt. Das wäre ja in Ordnung. Aber nicht, kein Berufsabschluss, dafür 6 Jahre gejobt, dann Fachwirt mit der 2. Wiederholungsprüfung.

    Es wird immer lustiger...

    Dann geh aber bitte auch in ein Studentenforum und sage denen dort ebenfalls, daß es ja wohl nicht angehen kann, sich "Akademiker" zu nennen, wenn man erstens nicht mal über die Allgemeine Hochschulreife verfügt und zweitens sein Studium nur mit denkbar schlechtester Note und unter Ausreizung aller Prüfungsversuche abgeschlossen hat - ich vermute, breiter Zuspruch wird dir dort sicher sein :)
  • A-jay schrieb:

    Was spricht dagegen???
    Es spricht dagegen, dass es praktisch keinen aus der Bildungsbranche gibt, der dass was du sagst bestätigen würde. Über Einzelfälle als Aussnahme reden wir hier nicht. Im Familienbetrieb geht immer alles.
    Wenn einer "nur" die 6 Jahre gearbeitet hat, hat er ein sehr begrenztes fachliches Niveau. Er ist praktisch spezialisiert ohne Background. Sicher mag er Praktiker sein, aber bei einer Prüfung der FWe ist mehr gefragt.
    Wer lediglich die 6 jahre gejobt hat, weiß i. d. R. nichts über VWL, kann noch nicht mal die Produktivfaktoren nennen, oder Grundsätze der BWL, wie das Minimal-/Maximal-Prinzip, weiß nicht was ein Einliniensystem oder ein Matrix-System ist, kennt Begriffe wie Stelle, Leistungsspanne, Leitungstiefe nicht usw. Das könnte man fast unendlich fortführen.
    Wenn z. B. einer 6 Jahre im Einzelhandel war, Ware annahm, prüfte, reklamierte, verteilte, die Kasse bediente, Abrechnung machte und das Licht aus, dann reicht das damit aufgenomme Wissen niemals, um sich mit einem Berufsabsolventen zu messen. Jetzt aber meldet sich dieser Jobber bei der IHK zur FW-Prüfung, wird (leider) auch zugelassen, anstatt erstmal auf den Berufsabschluss nachzuholen verwiesen zu werden, und besteht dank fleißigen Prüfungswissen lernens mit der 2. Wiederholung endlich die Prüfung mit 51 Punkten und wird Fachwirt! Dann hängt er noch AEVO dran und ist Ausbildungsberechtigt!? Da frage ich mich, was soll das?

    Die Fortbildung sezt thematisch auf die Erstausbildung auf! Diese ist aber beim 6-Jahres-Jobber nicht vorhanden.
    Es gibt Prüflinge in Kursen, die powern ReWe-Aufgaben (KLR) hoch und runter und schaffen damit ihre 50 Punkte, aber wissen nicht, wieso einmal im Soll und das andere mal im Haben gebucht wird? Und diese Leute dürfen dann offiziell Kaufleute ausbilden!? Das soll wohl ein Witz sein?

    Ich achte wirklich jeden Fachwirt, der Wissen der Erstausbildung und der Fortbildung theoretisch erworben und praktisch anwenden kann. Und jene stelle ich auch auf die Bachelortreppe und sie sollen die Azubis ausbilden. Aber o. g. 6-jährige Jobber, sollen das bitte nicht! Und man möge sie auch nicht mehr zulassen. Denn das würde die ganze Diskussion über FW und Bachelor erübrigen, da, wenn der Markt um diese Hilfsfachwirtarbeiter bereinigt wäre, keiner fragen würde, warum und ob der FW dem Bachelor gleichzustellen wäre, denn dann wäre er es.

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  • wifo schrieb:

    Wenn einer "nur" die 6 Jahre gearbeitet hat, hat er ein sehr begrenztes fachliches Niveau. Er ist praktisch spezialisiert ohne Background. Sicher mag er Praktiker sein, aber bei einer Prüfung der FWe ist mehr gefragt.

    Wer nicht das kann, was in der Prüfung gefragt ist, der besteht die Prüfung nicht. Damit ist die von dir erwünschte Auslese erfolgt.

    Wer lediglich die 6 jahre gejobt hat, weiß i. d. R. nichts über VWL, kann noch nicht mal die Produktivfaktoren nennen, oder Grundsätze der BWL, wie das Minimal-/Maximal-Prinzip, weiß nicht was ein Einliniensystem oder ein Matrix-System ist, kennt Begriffe wie Stelle, Leistungsspanne, Leitungstiefe nicht usw. Das könnte man fast unendlich fortführen.

    Und du weißt natürlich genau, wer was weiß oder nicht weiß. Ja nee, is klar... :)

    Wenn z. B. einer 6 Jahre im Einzelhandel war, Ware annahm, prüfte, reklamierte, verteilte, die Kasse bediente, Abrechnung machte und das Licht aus, dann reicht das damit aufgenomme Wissen niemals, um sich mit einem Berufsabsolventen zu messen.

    Der kann sich dann vielleicht nicht mit einem gelernten Gärtner messen, mit einem gelernten Einzelhandelskaufmann aber in der Regel schon :)

    Jetzt aber meldet sich dieser Jobber bei der IHK zur FW-Prüfung, wird (leider) auch zugelassen, anstatt erstmal auf den Berufsabschluss nachzuholen verwiesen zu werden, und besteht dank fleißigen Prüfungswissen lernens mit der 2. Wiederholung endlich die Prüfung mit 51 Punkten und wird Fachwirt! Dann hängt er noch AEVO dran und ist Ausbildungsberechtigt!? Da frage ich mich, was soll das?

    Ja genau, was soll das? Da bestehen zum Beispiel zwei Fachwirte wie von dir beschrieben ihre Prüfung mit Hängen und Würgen, und dem einen gönnst du es, weil er eine Erstausbildung hat, und dem anderen gönnst du es nicht, weil er - bei gleicher Prüfungsleistung - eine andere Vorgeschichte hat. Dir scheint es weniger um Leistung, als um Herkunft zu gehen :)

    Die Fortbildung sezt thematisch auf die Erstausbuldung auf! Diese ist aber beim 6-Jahres-Jobber nicht vorhanden. Es gibt Prüflinge in Kursen, die powern ReWe-Aufgaben (KLR) hoch und runter und schaffen damit ihre 50 Punkte, aber wissen nicht, wieso einmal im Soll und das andere mal im Haben gebucht wird?

    Woher kommt eigentlich dein umfassendes Wissen über die Fachwirt-Aspiranten? Bist du Dozent, oder hast du selbst einen Kurs dreimal wiederholt, oder besteht dein ganzer Bekanntenkreis nur aus "Generation-doof"-Fachwirten? Man weiß es nicht... :)

    Ich achte wirklich jeden Fachwirt, der Wissen der Erstausbildung und der Fortbildung theoretisch erworben und praktisch anwenden kann.

    Ich gehöre zu der Gruppe, die du nicht so achtenswerst findest, denn auch ich habe den Fachwirt ohne vorherige Erstausbildung gemacht. Vielleicht kannst du mir ja auch verraten, warum ich sowohl den FW als auch den BW auf Anhieb mit mehr als 80 % bestanden habe, während meine "gelernten" Kurskollegen im Schnitt zwar mehr Prüfungsversuche, aber niedrigere Punktzahlen als ich geschafft haben. Wahrscheinlich habe ich da irgendwas falsch gemacht :)
  • Tomate schrieb:

    Wer nicht das kann, was in der Prüfung gefragt ist, der besteht die Prüfung nicht. Damit ist die von dir erwünschte Auslese erfolgt.
    So nicht. Du musst schon das Thema ganz annehmen.
    Wer die Prüfung zum FW besteht, hat zweifelsfrei bestanden, aber eben nur den Fortbildungsteil. Zur Erinnerung: Es ist eine Fortbildung, welche auf einer Ausbildung aufsetzt! Dies hatte ich immer herausgestellt. Wer diese Ausbildung nicht hat, lernt nur den "zweiten" Teil der Bildung, wie z. B. beim WFW in ReWe die KLR, sozusagen den Rechnungskreis 2 der FiBu. Weil ja nur dieser Teil prüfungsrelevant ist. Aber was ist mit dem 1. Teil, Rechnungskreis 1?
    Wer eine Ausbildung hatte, weiß darüber Bescheid. Wer keine Ausbildung hatte, wird zur FW-Prüfung zugelassen, weil die IHK irrigerweise davon ausgeht, dass derjenige dieses Wissen durch seine mind. 6 jährige Tätigkeit erlernt haben müsse. Aber ist das so? Nein, sage ich, das ist nicht so. Vor allem ist es jenes Wissen, welches der Azubi lernt und praktisch niemals anwendet, wie z. B. die Produktivfaktoren der VWL. Dennoch ist es Ausbildungsbestandteil. Und hierfür gäbe es unzählige Beispiele, einige hatte ich zuvor schon aufgezählt.
    Daher kann der Nur-FW, ohne Berufsausbildung, sich nicht mit einem Berufsgebildeten messen. Jetzt mag es sicher Aussnahmen geben, ein paar mögen dabei sein, die zur Vorbereitung auf den FW, auch noch alle Berufsausbildungsinhalte zusätzlich lernen. Das ist aber nicht die Regel.
    Daher haben wir ja dieses leidige Problem mit FW und FW und Bachelor.
    Und jetzt stelle dir vor, das der Nur-FW, also der 6-Jahres-Jobber, auch noch AEVO macht und nachher Ausbilder wird! Die Azubis haben Sachen in den Lehrbüchern stehen, die der Nur-FW selber noch nie gehört hat! Das ist fakt, das gibt es! Und das ist das, was mich daran stört. Man könnte das lösen, will es aber offensichtlich nicht. Und solange geht es weiter, dass die Masse der Nur-FWe, den FW-Titel abwertet und die berufsgebildeten FWe darunter leiden von der Bachelorstufe 6 runtergeschmissen zu werden.

    Tomate schrieb:

    Der kann sich dann vielleicht nicht mit einem gelernten Gärtner messen, mit einem gelernten Einzelhandelskaufmann aber in der Regel schon
    Nein, leider nicht und wahrscheinlich auch nicht mit dem kaufmännischen Grundwissen des Gärtners. Weil der Nur-FW in seinen 6 Jahren i. d. R. reine Praxis erlebt hat und nur jene, welche unmittelbar zur Tätigkeitsausübung gehörte.
    Überlege doch mal selber. Was lernt alles ein kfm. Azubi während seiner Ausbildung und auf was wird alles abgeprüft? Und was davon wendet er nachher in seinem i. d. R. begrenzten Arbeitseinsatz an? Nur einen Bruchteil! Selbst Bürokaufleute-Azubis lernen FiBu und haben möglicherweise im Job damit nie was zu tun! Und jetzt meinst du, dass einer der 6 Jahre im Büro jobt ohne FiBu, dann zum FW zugelassen wird, den Rest KLR lernt, um mit 50 Pkt. zu bestehen, dass dieser FW nachher Ausbilder werden soll und geleichzustellen ist, mit einem berufsgebildeten FW/Bachelor?


    Tomate schrieb:

    Ja genau, was soll das? Da bestehen zum Beispiel zwei Fachwirte wie von dir beschrieben ihre Prüfung mit Hängen und Würgen, und dem einen gönnst du es, weil er eine Erstausbildung hat, und dem anderen gönnst du es nicht, weil er - bei gleicher Prüfungsleistung - eine andere Vorgeschichte hat. Dir scheint es weniger um Leistung, als um Herkunft zu gehen
    Das hat nichts mit Herkunft zu tun. Ein jeder kann seinen Berufsweg gehen. Nur beide haben doch in diesem Beispiel einen ganz anderen Gesamtwissensstand was den Beruf anbelangt. Siehe Erklärung zuvor.


    Tomate schrieb:

    Ich gehöre zu der Gruppe, die du nicht so achtenswerst findest, denn auch ich habe den Fachwirt ohne vorherige Erstausbildung gemacht. Vielleicht kannst du mir ja auch verraten, warum ich sowohl den FW als auch den BW auf Anhieb mit mehr als 80 % bestanden habe, während meine "gelernten" Kurskollegen im Schnitt zwar mehr Prüfungsversuche, aber niedrigere Punktzahlen als ich geschafft haben. Wahrscheinlich habe ich da irgendwas falsch gemacht
    Das kannst du am besten selber verraten. Ich vermute mal duch lernen, lernen, lernen, nochmals lernen.

    Nochmal. Due kannst das lles super bestehen, aber es wird immer nur der nächste Wissensteil abgeprüft! Es wird nicht mehr vorn angefangen auch Basiswissen abzuprüfen oder dies als Zulassunsgvoraussetzung abzuprüfen. Die IHK unterstellt es einfach aufgrund der 6-Jahres-Regel; ob das Wissen da ist oder nicht. Und das ist nicht richtig. Man kann auch nicht ein paar Jahre einschlägig arbeiten gehen und sich dann zum Masterstudium anmelden und sich Bachelorstudium schenken. Weil die Basis fehlt. Alle Jahre des praktischen Arbeiten, ersetzen niemals die Ausbildung, weil die praktische Arbeit immer spezialisiert ist und man nur noch mit einem Teil des Wissens in Berührung kommt.
  • wifo schrieb:

    Tomate schrieb:

    Wer nicht das kann, was in der Prüfung gefragt ist, der besteht die Prüfung nicht. Damit ist die von dir erwünschte Auslese erfolgt.
    So nicht. Du musst schon das Thema ganz annehmen.

    Diesen Gouvernanten-Duktus kannst du dir schenken.

    die KLR, sozusagen den Rechnungskreis 2 der FiBu.

    "Sozusagen"? Die KLR ist der RK II. :)

    Wer eine Ausbildung hatte, weiß darüber Bescheid. Wer keine Ausbildung hatte, wird zur FW-Prüfung zugelassen, weil die IHK irrigerweise davon ausgeht, dass derjenige dieses Wissen durch seine mind. 6 jährige Tätigkeit erlernt haben müsse.

    Ja, du weißt es besser als die IHK - glaubst du jedenfalls.

    Aber ist das so? Nein, sage ich, das ist nicht so.

    Bei mir ist es eben doch so.

    wie z. B. die Produktivfaktoren der VWL.

    Die nennt man eigentlich Produktionsfaktoren und sind prüfungsrelevant. Ich kenne sie seit meiner Schulzeit. :)

    Daher kann der Nur-FW, ohne Berufsausbildung, sich nicht mit einem Berufsgebildeten messen.

    Oder eben doch.

    Daher haben wir ja dieses leidige Problem mit FW und FW und Bachelor.

    Konkreter: DU hast das Problem.

    Und jetzt stelle dir vor, das der Nur-FW, also der 6-Jahres-Jobber, auch noch AEVO macht und nachher Ausbilder wird!

    Kann ich mir sehr gut vorstellen.

    Die Azubis haben Sachen in den Lehrbüchern stehen, die der Nur-FW selber noch nie gehört hat! Das ist fakt, das gibt es!

    Nochmal: Woher kommt dein Wissen? Selbst dreimal den Kurs wiederholt, oder nur solche "Experten" im Bekanntenkreis?

    Was es auch gibt: "Gelernte", denen man gar nicht glaubt, daß sie eine abgeschlossene Ausbildung haben, so wenig wissen und können die. Das klammerst du völlig aus; mir fehlt da deine Empörung darüber.

    wifo schrieb:

    Tomate schrieb:

    Der kann sich dann vielleicht nicht mit einem gelernten Gärtner messen, mit einem gelernten Einzelhandelskaufmann aber in der Regel schon
    Nein, leider nicht

    Doch. :)

    Überlege doch mal selber. Was lernt alles ein kfm. Azubi während seiner Ausbildung und auf was wird alles abgeprüft?

    Jetzt überlegst du erst mal: Du hast rein gar keine Ahnung von meinen bisherigen Tätigkeiten und dem Wissen, das ich mir beruflich oder sonstwie angeeignet habe. Ergo: Du kannst überhaupt nicht wissen, ob ich halb so viel oder dreimal so viel wie ein kfm. Azubi gelernt habe. :)

    Bei wem weißt du es denn genau? Vielleicht kannst du nicht mal eine einzige konkrete Person benennen, auf die das, was du behauptest, zutrifft. :)


    wifo schrieb:

    Weil die Basis fehlt. Alle Jahre des praktischen Arbeiten, ersetzen niemals die Ausbildung, weil die praktische Arbeit immer spezialisiert ist und man nur noch mit einem Teil des Wissens in Berührung kommt.

    Ach, das ist ja interessant: "ersetzen niemals die Ausbildung" - dann falle ich also auch darunter.

    Wie schon gesagt: Keine blasse Ahnung von meinen bisherigen Tätigkeiten, aber irgendwelche Behauptungen darüber aufstellen... :)
  • Aber was ist mit dem 1. Teil, Rechnungskreis 1?

    Auch wenn es deine Freizeitbeschäftigung sein mag in allen möglichen unpassenden Threads mit erheblicher kreativer Energie neue Kritikpunkte, Abwertungen oder sonstwas an den Fachwirt-Prüfungen rauszusuchen offenbarst du eigentlich nur immer wie wenig du weißt wovn du eigentlich redest.

    Mal ist es der Massenabschluss der Bundeswehr... danach soll man 400 Stunden Teilunterreicht bei XY-Berufsbildung nehmen wegen der Hochschulzulassung und anderen Unsinn...


    Finanzbuchhaltung macht regelmäßig in den Klausuren ca 2-3 Fragen mit unterschiedlicher Bepunktung aus. Wer die Basics nicht drauf hat dem gehen hier schonmal 10-25 Punkte durch die Lappen. Punkt. Laut Prüfungsordnung wird Finanzbuchhaltung geprüft, das hier nicht nochmal alles an Basiswissen abgefragt wird ist auch überhaupt kein Problem. Wer sich die paar Wochen nicht hinsetzen kann/will der kommt eh nur per Glücksfall durch die Prüfungen. Und den kannste immer haben in jeder Prüfung. Wenn der größte Dummzünder in der mündlichen Abschlussprüfung in der Schule genau das eine Fach bekommt das er drauf hat, geht der auch mit 1 oder 2 raus.

    Das hat mit "Unterstellung" das das "Wissen da ist" auch nichts zu tun, wenn es da wäre müsste man nix prüfen sonst könnte man sich die Prüfung ganz sparen. Betrifft also nur die Prüfungszulassung.
    Prüfungen sind immer nur Ausschnitte und Momentanaufnahmen und für die Vorbereitung ist jeder selbst verantwortlich...

    schnell greifbaren Ersatzberufssausbildung mutiert

    Wieso mutiert? Schonmal darüber nachgedacht das der ganz bewusst so konzipiert wurde, auch wenn es dir gegen den Strich geht?

    Der Prüfungsstoff der WBQ beinhaltet alle übergreifenden Bereiche die die kaufmännisch/verwaltenden Ausbildungsberufe gemeinsam haben, und fortbildende Inhalte darüber hinaus.
    Jemand mit einem alten Abschluss als Verkäufer oder Bürokaufmann der hat hier praktisch keinerlei Vorteile oder "tieferes" Wissen, sondern hat vorher nur eine einfachere andere Prüfung gemacht und Zeit in der Berufsschule abgessesen.
    Da das biographisch nicht für jeden möglich ist/war, und es auch gar nicht in jedem Berufsbild duale Ausbildungen gibt. Klar erfüllt der offen gestaltete Wirtschaftsfachwirt hier durchaus die Funktion eines "Ersatzabschlusses".
    Und ich wüsste auch nicht was daran schlecht sein sollte?
    Sollen die paar Leute auf die das zutrifft nach deiner Auffassung hier besonders benachteiligt oder von einer formalen Forbildungsmöglichkeit ausgeschlossen werden nur damit du besser schlafen kannst?
    Ohne würden die halt drauf verzichten (man kann Firma aufmachen ohne von irgendwas Ahnung zu haben, ja) oder eben was anderes machen.


    Welches Unternehmen sollte denn Ausbildungsbetrieb sein wo dein Beispiel realistisch und relevant wäre? Falls der "ungebildete Fachwirt" der keine Finanzbuchhaltung kann das Rechnungswesen leitet und da Ausbildet? Und selbst wenn, wo wird der Azubi sich über Monate damit beschäftigen, ob sinnvoll in dem Rahmen oder nicht? In der Berufsschule. Scheisse Lehrer in der Berufsschule und schlechte Ausbildungsbetriebe gabs auch vor dem Fachwirt oder Bachelor, keine Sorge. :P

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • Timeburner schrieb:

    Jemand mit einem alten Abschluss als Verkäufer oder Bürokaufmann der hat hier praktisch keinerlei Vorteile oder "tieferes" Wissen

    wifo hat offenbar eine etwas verengte Vorstellung davon, was man in 6 Jahren so alles "on the job" lernen kann.

    Ebenso sprengt es anscheinend seine Vorstellungskraft, daß jemand, der keine formale Erstausbildung hat, eine oder verschiedene qualifizierte Tätigkeiten ausüben kann (und auch eine entsprechende Stelle bekommt).

    Die Prüfungsverordnung z. B. für den WFW hat er anscheinend auch nicht richtig gelesen, denn darin steht, daß die Berufspraxis "wesentliche Bezüge zu den Aufgaben eines Geprüften Wirtschaftsfachwirtes" haben soll. Was die seinerseits gerne als Negativbeispiel erwähnten Hilfstätigkeiten damit zu tun haben sollen, wird wohl sein Geheimnis bleiben.

    Man könnte zwar hier auf dem Wörtchen "soll" herumreiten, aber daß die Prüfungsausschüsse alles in die Zulassung durchwinken, was mal ein paar Jahre irgendwas gearbeitet hat, wäre das erste, was ich höre; ich kenne da aber ein paar ganz gegenteilige Beispiele.