Tourismusfachwirt ja oder nein?

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  • wifo schrieb:

    Da kommen Teilnehmer ohne einen Berufsabschluss (...)


    Es kann auch ein Berufserfahrener ohne Gesellenbrief zur Meisterprüfung zugelassen werden, wenngleich das nicht die Regel ist. Es ist aber auch nicht die Regel, daß FW-Anwärter Ungelernte sind.

    Und es sind mitnichten gerade die Ungelernten, die mit dem FW-Prüfungsstoff Probleme haben. In meinem FW-Kurs lag die Durchfaller-Quote im ersten Anlauf unter den Ungelernten bei 0 % und unter den Gelernten bei rund 40 %.

    Mit deinem Lieblingsthema Skontozinssatz kannst du übrigens auch studierte Betriebswirte ins Trudeln bringen; die haben es oft auch nicht so mit der Rechnerei.
  • Dieser ewige Bachelor vs- Fachwirte-Vergleich ist zum KOTZEN. Ich kenne einige Dozent ziemlich gut die sowohl an der IHK als auch Hochschulen oder Unis unterrichten. Und was bekomme ich von den Kollegen zu hören? Von wegen Fachwirt ist fachlich in Breite und Tiefe nicht zu vergleichen...je nach Hochschule und Uni ist der Stoff noch Breiter und Tiefer als in manch einem Batchelör-Studiengang. Wenn ich dann sowas höre wie: "dann mach lieber gleich was richtiges und mach den Bachelor" könnte ich lachen - so Naiv können auch nur die Akademiker sein X(
    "Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen" (Benjamin Franklin)
    • Dozent/Trainer für IHK-Fachwirte
    • Mitglied im IHK Prüfungsausschuss (Fortbildungsprüfungen)
    • Führungskraft in der Versicherungswirtschaft
    • geprüfter Wirtschaftsfach- und Betriebswirt
    • berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO)
  • @ A-jay:
    Natürlich gibt es diese Ausnahmen. Auch unter den Bachelorn gibt es Unfähige. Aber es geht um die Stellung!
    Es ist und bleibt numal ein Fakt, dass der Bachelor den ersten akademischen Grad hat und der FW nicht. Dies ist für manche Stellen aber entscheidend, gerade im ö. D. An manche Sachen kommst du nie ran als FW.
    Ich weiß, hier hat einer geschrieben, dass die Stadt München, dies gleichstellt. Das ist aber dort so und nicht die Regel.

    Daher sollte der Fähige unter den interessierten Berufsabschließern, bevor er 3000 EUR für den Abend-FW-Lehrgang ausgibt, stattdessen doch lieber den Fern-Bachelor machen. Mit seiner Berufserfahrung, auch wegen der laufenden Beschäftigung, steht er nachher besser da. Ist leider so.
  • wifo schrieb:

    Aber es geht um die Stellung! (...) gerade im ö. D. An manche Sachen kommst du nie ran als FW. (...) Daher sollte der Fähige unter den interessierten Berufsabschließern, bevor er 3000 EUR für den Abend-FW-Lehrgang ausgibt, stattdessen doch lieber den Fern-Bachelor machen.

    Ja, wenn er in den ÖD will oder einfach nur so Zeit und Lust zum Studium hat.

    Daß der ÖD seine eigenen Regeln hat, ist ja bekannt. Aber der steht ja nicht für die ganze Berufswelt. Ich lese in letzter Zeit vermehrt Stellenanzeigen aus der Privatwirtschaft, in denen eine abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder ein entsprechendes Studium gefordert wird. Anscheinend gibt es doch so langsam den einen oder anderen Personaler, der in die "Wundertüte Bachelor" mal reinschaut, bevor er sie kauft ;) - Die Nennung in einem Atemzug mit der beruflichen Bildung läßt jedenfalls diesen Rückschluß zu...
  • Tomate schrieb:

    abgeschlossene kaufmännische Ausbildung oder ein entsprechendes Studium
    Das der ö. D. seine personalbedingten Regeln hat, ist das eine. Nur weil nicht jeder in den ö. D. will, heißt das nicht, dass er auf den Bachelor zu Gunsten des FW verzichten solle, wenn er das Zeug dazu hat, sich intensiv weiterzubilden. Ist er dazu bereit und auch Geld auszugeben, lohnt sich letztlich das Studium mehr, da die allgemeine Anerkennung höher ist, mal ganz abgesehen von der Stellung. Auch in der Privatwirtschaft, kann er damit als Akademiker mehr verdienen als der FW oder sich eher für Führungsaufgaben enpfehlen. Nicht nur im ö. D. sieht man eben gern Hochschulabsolventen in solchen Positionen.

    Ansonsten ist es eher die Regel, dass es heißt: "betriebswirtschaftliches Studium oder kaufmännische Berufsbildung mit Berufserfahrung." D. h., das Studium steht vorran.
    Das fortgebildete Fachwirte gesucht werden ist kaum spürbar! Die Anzeigen kannst du abzählen.

    Der FW macht seine Fortbildung aus dem Beruf heraus und bleibt häufig da wo er ist und hat er seinen FW ohne Beruf gemacht, bringts ihm häufig nicht die gewünschte Stelle ein. Das ist leider Realität. Viele äußern sich auch dazu, dass ihnen der FW rein gar nichts gebracht hat! Sogar hier im Forum war das schon dabei. Alles Pustekuchen mit DQR und Gleichstellung.
    Bevor hier Wunschwelten eines gleichgestellten Bildungsniveaus zw. Bachelor und FW einmal die Unternehmenslandschaft ergreifen werden, erlebst du eher die Abschaffung der Geschlechtsbezeichnung im Beruf.

    Das es Personaler gibt, welche die Bachelor mal durchprüfen, ist nur zu begrüßen. Ich empfehle auch hier zum Einstieg den Skonto-Zinssatz-Test.
    Es mag Bachelor und FWe auf selben Nivau geben, die sich auf Augenhöhe begegnen und es mag sogar FWe geben die mehr drauf haben. Und dennoch hätten diese FWe mehr Einkommen, mehr Kompetenz, wären sie Akademiker und müssten nicht ständig ihren FW-Titel verteidigen! Das muss nämlich der Bachelor nicht. Allein das, soll es auch für manche Wert gewesen sein, den FW endlich an den Nagel zu hängen, das Studium doch noch zu machen, damit das ewige Leid endlich aufhört. Wer als FW was kann, meistert auch das Studium zum Bachelor und dann erfährt er endlich die Anerkennung, ohne weitere Diskussion um seinen Abschluß, die er die ganze Zeit vermisst hat und muss sich nicht mehr vom Personaler fragen lassen: "Fach vom Wirt, waaas?"

    Man hätte den Fachwirt durch die IHKn zu dem machen können, zu dem er vielleicht mal angedacht war. Das hätte bedeutet, man hätte restriktive Auslese betreiben und die Fachinhalte auf hohem Niveau abprüfen müssen. Aber wenn man "fast" alles und jeden zulässt, nur das Fortbildungsreststück an Lehrinhalt abprüft, die Berufsabgänger der Bundeswehr zum FW schlägt, auch wer 8 Jahre lang den Schießstand gepflegt hat, muss man sich nicht wundern, das der Titel in der Wirtschaft radikal abgewert wurde. Von wegen der Fachwirt ist im kaufmännischem das, was der Meister im handwerklichen ist. Da liegen Welten dazwischen. Heute ist der Fachwirt, für manche der kurze Weg zum ersten Berufsabschluss überhaupt, weil man die, die mit der 6-Jahres-Regel zugelassen werden, nicht erstmal den Berufsausbildungsabschluss machen lässt.

    Gerade die Massen-FWe, wie Wirtschaftsfachwirt, sind hier betroffen. Die werden verteilt wie Persilscheine.

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von wifo () aus folgendem Grund: Korrektur

  • @wifo:

    "Skonto-Zinssatz-Test."

    <X
    :thumbsup: :thumbup: :saint: :lol:

    "betriebswirtschaftliches Studium oder kaufmännische Berufsbildung mit Berufserfahrung"

    Kann auch Fachschulstudium heißen. Außerdem wer ein Hochschulstudium haben möchte, schreibt das außerdem auch hin. Das heißt dann " betriebswirtschaftliches Hochschulstudium /Dipl./Bachelor/ Master". So ist das dann meist ausgeschrieben.
    Fachwirt und Betriebswirt IHK

    AdA

    Mitglied im Prüfungsausschuss für Kaufleute im Einzelhandel
  • @ wifo;
    naja schau mal hier ein aktueller Artikel aus dem Focus - da geht es um die beruflich Qualifizierten u.a. Fachwirte die mehr verdienen als Akademiker:
    focus.de/finanzen/karriere/ber…ls-aerzte_id_5536530.html

    Außerdem denkt nicht nur der ÖD in München um. Auch bei uns in Koblenz kommt man bereits jetzt in einigen Behörden u.a. Bundeswehr mit dem Fachwirt in den gehobenen und mit dem Betriebswirt in den höheren Dienst.

    Doch auch ein Bachelor muss seinen Titel verteidigen...denn die alten Diplom-Inhaber (meistens noch derzeit die alten Chefs) lachen über den Bachelor. Gerade im BWL-Bereich muss derzeit häufig ein Master angehängt werden weil der Bachelor einem lediglich einen normalen Sachbearbeiter-Job bringt. Dann doch lieber den Fachwirt + Betriebswirt
    "Eine Investition in Wissen bringt noch immer die besten Zinsen" (Benjamin Franklin)
    • Dozent/Trainer für IHK-Fachwirte
    • Mitglied im IHK Prüfungsausschuss (Fortbildungsprüfungen)
    • Führungskraft in der Versicherungswirtschaft
    • geprüfter Wirtschaftsfach- und Betriebswirt
    • berufs- und arbeitspädagogische Eignung (AEVO)

    Dieser Beitrag wurde bereits 1 mal editiert, zuletzt von A-jay ()

  • @Tomate:
    Wie bereits in einen anderen Thema vor kurzen beschrieben (auch Diskussion mit "wifo"), haben nach der Statistik ca. 8 % einen Fachschulabschluss. Über 15% einen Hochschulabschluss. Ich weiß nicht, was hier das eigentliche Massenprodukt ist. ( 30% keine Berufsausbildung, ca. 50% duale Berufsausbildung).
    Fachwirt und Betriebswirt IHK

    AdA

    Mitglied im Prüfungsausschuss für Kaufleute im Einzelhandel
  • heisserTee schrieb:

    Ich weiß nicht, was hier das eigentliche Massenprodukt ist.

    Das ging mir - neben ein paar anderen Sachen - ebenso durch den Kopf. Mir würde auch sonst noch einiges einfallen, was ich auf den Beitrag antworten könnte.

    Wenn es aber praktisch so hingestellt wird, als würden Fachwirtzeugnisse einfach so - ähnlich wie Reklameprospekte - "verteilt" werden, dann nehme ich das nicht mehr ernst.