Tourismusfachwirt ja oder nein?

  • "...Prozess der touristischen Leistungserstellung unter Berücksichtigung wirtschaftlicher, rechtlicher, ökologischer und sozialer Aspekte.
    Erkennen von Entwicklungen des touristischen Marktes und Erstellen neuer Produkte.
    Ableiten von entsprechenden Marktstrategien und ergebnisorientiertes Anwenden der Marketinginstrumente."

    Das klingt für mich weniger nach Reisebüro, als nach Reiseveranstalter.

    Schon mal den Stellenmarkt durchforstet, welche Qualifikationen in der Branche so gesucht werden?

    Und nun noch meine Lieblingsfrage: Definiere "mich weiter bringt."
  • Naja die Frage ist hald immer ok will ich immer im Reisebüro bleiben dann brauch ich mich wohl kaum ersthaft für den Fachwirt entscheiden weil als Büroleitung brauch ich den in seiner vollen Vielfalt wohl nicht.

    Die Frage ist nun, für den Außendienst, der hier ja denk ich mal auch zum Veranstalter gehört wäre es denke ich vom Vorteil um seine Chancen zu steigern.

    Bin hier auch gerne für Weiterbildungsmöglichkeiten offen in der Touristik von denen ich noch nichts gehört habe :)
  • Hier die Prüfungsordnung, der hat wohl keine WBQ mehr sondern geht mehr Richtung "fachkaufmann".

    bmbf.de/intern/upload/fvo_pdf/…ter_Tourismusfachwirt.pdf

    Nun keine Ahnung ob das bei deinem Arbeitgeber "mit Kohle" honoriert wird, aber was bringt das?

    Was bringt ein Fachwirt?:

    -Es ist eine Fortbildung. Also in erster Linie mehr Bildung und Wissen.
    -Einen Abschluss auf Meisterebene der ÜBER einem Kaufmannsgehilfenbrief steht.
    -Die allgemeine Hochschulzulassung (Wenn über 400 Stunden laut Rahmenplan), ggf Möglichkeit der Anrechnung von Credits auf ein Studium.
    -Zulassungsvorraussetzung für weitere Fortbildungen wie den geprüften Betriebswirt, aber auch andere Sachen.


    Selber kenn ich mich mit der Branche nicht wirklich aus, also keine Ahung welche Fortbildung da angesagt ist und Perspektiven bringt. (Da wirds soviele nicht geben. :P ) , aber der Fachwirt würde dir z.B. gute Grundqualifikation bieten falls du z.B. selber mal ein Reisebüro aufmachen möchtest. Und falls du woanders hin wechselst ist es immer besser wenn man mehr weiß.


    "Lohnen" ist dann wieder die andere Frage, ein teurer Kurs wo du danach weiter auf derselben Stelle bist lohnt nicht wirklich, also müsstest du erst nachschauen ob es überhaupt nen Anbieter in deiner Gegend gibt, ob da hingehen kannst usw. evtl ist der generalistischere Wirtschaftsfachwirt für dich interessanter als die Spezialisierung - Ansonsten kann man sich auch selber auf die Prüfung vorbereiten, verlang aber Gewissen grad an Selbstorganisation. Dafür kostet es dich nix außer der Prüfungsgebühr und paar Büchern.

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17
  • Eher nein.
    Wie du beschreibst, hast du ja gewisse Vorstellungen von der Zukunft.
    Daher ist zu überlegen, ob du dann nicht das Geld gleich in eine richtige Weiterbildung investierst. Gerade im Tourismus-Bereich gibt es vielzählige Studiengänge.

    - Business Management - Hotel-, Resort- u. Cruisemenagement bzw. Eventmagement, Gesundheits-/Eventmagement
    usw.

    Abschluss jeweils als Bachelor of Arts. Das ist ein akademischer Abschluss. Der FW nicht.
    Auch als Fernstudium belegbar, so kannst du weiter arbeiten und Geld verdienen. Die Rentabilitätsrechnung im Bezug auf die Kosten deiner Weiterbildung sieht für den BA weit besser aus, als für den FW. Rechne nach.

    Als Akademiker wird man dir eher verantwortungsvolle Tätigkeit übertragen und dich zum Vorgesetzten von Kaufleuten/Fachwirten machen.

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  • wifo schrieb:

    Als Akademiker wird man dir eher verantwortungsvolle Tätigkeit übertragen und dich zum Vorgesetzten von Kaufleuten/Fachwirten machen.

    Wenn du weiter so vehement von beruflicher Bildung ab- und dem Studium zurätst, gibt es aber demnächst gar nicht mehr genügend Kaufleute und Fachwirte für all die führungswilligen Akademiker. Dann müssen sich irgendwann 2-3 akademische Chefs einen unterstellten Nichtakademiker teilen :)
  • @'Tomate:
    Ja, das könnte passieren. Aber Spass beiseite.
    Ich bin sehr für die Kaufleute und auch Fachwirte, wenn das ganze als Fortbildung in berufliche Linie durch die IHK`n durchgezogen würde.
    Aber es ist zunehmend festzustellen, dass der Fachwirt zu einer Art schnell greifbaren Ersatzberufssausbildung mutiert unter Teilnehmern und Prüfungswilligen, die sich dann auch noch vorstellen über die Kaufleute gestellt zu werden. Und das ist eben sehr schade, weil eine Fortbildung dafür nicht gedacht ist.

    Da kommen Teilnehmer ohne einen Berufsabschluss, die "nur" 6 Jahre gearbeitet haben, also Ungelernte, mitunter für Hilfstätigketen, und die machen 4 Monate Prüfungsaufgabentraining und bestehen mit 50% und nenen sich Fachwirt! Genauso wie jene Fachwirte, welche eine Berufsausbildung haben und eine qualitativ angemessene Berufstätigkeit und mit 80%+ abschließen. Aber beide Fachwirte treffen auf dem Arbeitsmarkt zusammen und dies führt zur berechtigten Verwirrung der Arbeitgeber.

    Das ist, was ich daran bemängele. Da sage ich lieber den FW-Interessierten, welche vorgebildet sind und gegenüber den Ungelernten fachlich was drauf haben; sondere dich ab und mache gleich das Bachelor-Studium und mache es dir im irrigen FW-Markt nicht unnötig schwer. Zumal die vorgebildeten Leute häufig auch direkt zum Studium könnten und sowohl Zeit- als Finanzaufwand nicht so krass abweichend sind.

    Ich führe den Skontozinsatz-Test nicht umsonst gerne mal an. Da fallen mitunter 90% der Teilnehmer durch! Das muss man sich mal vorstellen. Da sind Teilnehmer dabei, die haben nie ReWe-Unterricht gehabt, denen fehlt die komplette Grundlage, die denken echt, Soll ist Minus und Haben ist Plus, weil sie es von ihrem Kontoauszug kennen. Und die steigen beim WFW direkt in die KLR ein, machen nachher noch AEVO dazu und meinen, sie können im Unternehmen anfangen als Ausbilder für Industriekaufleute. Und was denkt der Arbeitgeber, der jemanden entsprechenden sucht und nachher so einem WFW am Bewerbungstisch sitzen hat und nachher feststellt, dass der weiniger weiß aus sein Azubi für Bürokaufleute im 2. Ausbildungsjahr! Das ist ein Schglag ins Gesicht für jeden "gelernten" Fachwirt, mit solchen gleichgestellt zu werden. Genau deshalb findet ja die Gleichstellung in der Wirtschaft nicht statt. Würde man nur vorgebildete einschlägige Berufsabsolventen zu FW machen, wie es bei Meistern ist, wäre das Problem nicht da. Aber dann hätten die IHK`n nur halb soviel Umsatz bzw. noch weniger, da gerade die ungelernten FW-Absolventen, jene sind die für Wiederholungsgebühren zuständig sind.