Realität der Prüfungsfragen? - Der WFW als Karrierist?

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  • Realität der Prüfungsfragen? - Der WFW als Karrierist?

    Wenn man sich so handlungsspezifische Prüfungsfragen anschaut, auch in diesen Tagen die mündlichen Präsentationsaufgabenstellungen, fragt man sich: "Wie real ist die Prüfungssituation an den künftigen beruflichen Möglichkeiten?"

    Da heißt es mitunter:
    - Sie sind Leiter der Personalbateilung eines internationalen Unternehmens mit 700 Mitarbeitern...bereiten Sie mit dem mittl. Management...Veränderungstrukturen der Führungsqualität...
    - Als Assistent der Geschäftsleitung eines Unternehmens mit 2000 MA, welches durch eine Übernahme in Asien...erarbeiten Sie Vorschläge für ein internat. Marketingkonzept...
    - Sie als Abteilungsleiter der Produktion...mit 250 Mitarbeitern...wollen eine Umsetzung des KVP mit einem TQM...

    Ist das, dass künftige Arbeitsfeld des Wirtschaftsfachwirtes, wenn er seine Urkunde in Händen hält?
    Gibt es da Wirtschaftsfachwirte, welche Personalleiter, Direktor und wenns geht gahr noch Mitglied der Geschäftsleitung werden?
    Geht dann richtig die Post ab mit der Karriere, wenn die Prüfung bestanden ist? Und zwar auf dem Niveau, wie man geprüft wurde.

    Wer kennt Wirtschaftsfachwirte, die im oberen Management tätig sind?

    Und bitte, wir reden nicht von diplomierten Naturwissenschaftlern in Großunternehmen, welche, um den GF-Posten erlangen zu können, auch noch Betriebswirtschaftliches nachweisen müssen, und sich dafür nen FW-Titel holen. Das gibts. Entspricht aber nicht dem angedachten Karriereweg. Und wir reden auchz nicht vom Familienunternehmen wo das Söhnlein ganz brilliant die Karriere macht, egal mit welchen Abschluß. Nein, nein, ich meine den ganz normalen WFW der richtig schön die Aufstiegsfortbildung absolviert hat, mit oder ohne vorheriger Berufsausbildung. Und vor allem die, ohne.
  • Fragestellung/Ausgangssituation:

    Sie sind frischgebackener Wirtschaftsfachwirt.

    Als neue ernannte Stellvertreter des (Chef)Buchhalters eines mittelständischen Unternehmens mit 120 Mitarbeitern und 4 Niederlassungen wird in
    ihrer Laufbahnplanung festgelegt, daß sie diesen in 5 Jahren aus Altersgründen ablösen werden.

    Ob sie noch eine bezahlte Weiterbildung zum Bilanzbuchhalter oder Betriebswirt machen ist noch in der Diskussion (also das entwederoder, nicht das ob).

    Sie sind (dann) auch für das kaufmännische Personal verantwortlich.

    Dort kommt es vermehrt zu Beschwerden über einen Mitarbeiter der .

    Die Situation droht zu eskalieren. Bisherige Gespräche mit dem Mitarbeiter waren nicht fruchtbar sondern furchtbar.
    Der Teamleiter schätzt die Eskalationsstufe auf Ende 2. Trimester. :D
    Der Mitarbeiter hat auch schon 2 Abmahnungen für seinen Umgang mit Kunden.

    Daher kommt der Geschäftsführer zu ihnen und sagt "Der Herr wifo ist untragbar geworden. Wie werden wir den am günstigsten los?"


    So ein echter Praxisfall. Die IHK würde den eher nicht bringen. Obwohl das auch mal was wäre.
    Fachwirt bestanden März 2015
    Ausbildereignung Februar 2016
    Prüfertätigkeit in der Ausbildung Juli 2016

    Dieser Beitrag wurde bereits 2 mal editiert, zuletzt von Corsarah ()

  • Das ist doch kein beruflicher Praxisfall.

    1. Der frischgebackene WFW wird wohl kaum stellv. Chefbuchalter im KMU mit 120 MA und 4 NL. Das soll wohl ein Witz sein. Und bestimmt kein 6-Jahres-Regler. Den Job ein erfahrener Bilanzbuchalter.

    2. Eine bez. Weiterbildung ist rausgeschmissenes Geld, ganz sicher zum BW. Wer den noch drauf packt, hat wirklich nichts von Controlling verstanden. Der kann auf das Schild an seiner Burotür, dann gleich hinter BW an stelle IHK in Klammern anfügen "Das ist DQR 7 um Beachtung wird gebeten".

    3. Ich frage in anderen Fragen hier um entsprechende Beispiele, wo WFWe mal Karriere gemacht haben und tatsächlich kfm. Leiter geworden sind. Dann bring doch endlich mal was.

    4. Die vermehrten Beschwerden kommen daher, dass der frischgebackene WFW schlichtweg unterqualifiziert ist für derartige Aufgaben und von Teilen der Belegschaft, wegen seinem ständigen DQR-6-Gefasel, nicht als FK anerkannt wird.
  • Dir ist doch grundsätzlich völlig egal, was andere davon halten und denken. Selbst wenn sich wer finden würde, wäre es wohl für dich eh nur eine Ausnahme. Du hast deine eigene sture Haltung, die du egal, wer was antwortet, eh nicht ändern wirst, also was sollen deine diversen Fragen in diversen Threads?

    Weiß nicht was man dir angetan hast, ob du einfach nicht deine gewünschte Stelle bekommen hast, mit deinem Wirtschaftsfachwirt oder was auch immer, aber ist auch egal.

    Du solltest vielleicht mal ein wenig Abstand von dem Forum halten, dann macht dich das auch alles nicht so fertig. ;)
  • Jetzt lasst doch bitte mal den Wifo in Ruhe. Wir haben schließlich Meinungsfreiheit in Deutschland. Das dieses Individuum Meinung mit Ahnung verwechselt, sollte man ihm nicht vorwerfen. Auch das er sich von einem bzw. durch einen "Penismeter" Namens DQR bedroht fühlt, sollte man ihm nicht so auslegen das er darauf zu kurz kommt. Das finde ich ihm gegenüber sehr gemein, weil das die Unterstellung beinhaltet er müsste etwas kompensieren.


    An meinen geschätzten Wifo: Was heißt für dich oberes Management? Gilt Selbstständigkeit auch?
    Geprüfter Wirtschaftsfachwirt IHK
  • wifo:
    Wenn du in deinen anderen Themen mal zufrieden wärst - und sie auch lesen würdest - dann wüßtest du, daß das jemand hier aus dem Thema ist. ;)

    Aber frischgebackener Wirtschafsfachwirt stimmt.
    Nur gibt es die auch >30 Jahre alt und mit Berufserfahrung und sonstigen Qualifikationen.

    Und das ist eine "gewachsene" Firma.
    In solchen Firmen kann es dir auch passieren, daß ein Meister der Vorgesetzte von Ingenieuren ist.

    Also warum sollte eine Wirtschaftsfachwirtin nach 5 Jahren nicht Chefbuchhalterin werden können? Evtl. sogar mit noch mehr Mitarbeitern bis dahin.


    Daneben hatte ich dann noch das Beispiel mit der Bankkauffrau, die bei einem ärztlichen Abrechnungsservice jetzt eine explizit für "Studierte" ausgeschriebene Stelle
    blockiert. Sauerei. Was bildet die sich ein. Auch noch ne Bankkauffrau mit Wirtschaftsfachwirt damit man aus der Bank rauskommt - und es hat
    funktioniert. Kann ja nicht sein. ;)



    Fragen/Anmerkungen zu ohne Berufsausbildung oder Bundeswehr:
    Wieviele ohne Berufsausbildung sind es denn? Ich kenne zumindest keinen. Z8 schon. Sogar aus deinem geliebten Berlin.

    Aber auch die müssen die Prüfung bestehen. Die Prüfungen sind bundesweit gleich.

    Und die Z8 müssen meines Wissens vorher eigentlich noch eine Kaufmann für... Prüfung ablegen. Oder zumindest die die ich kenne haben das gemacht.

    Die Prüfung muß man auch bestehen.

    Von daher leben und leben lassen. Jeder der es schafft hat Respekt für seine Leistung verdient.


    Interessant wird es anschließend bei Berufserfahrung und sonstigen Qualifikationen.
    Fachwirt bestanden März 2015
    Ausbildereignung Februar 2016
    Prüfertätigkeit in der Ausbildung Juli 2016
  • wifo schrieb:

    Eine bez. Weiterbildung ist rausgeschmissenes Geld, ganz sicher zum BW. Wer den noch drauf packt, hat wirklich nichts von Controlling verstanden.

    Da du es ja offensichtlich verstanden hast, wäre es doch mal an der Zeit, uns allen aufzuzeigen, wie es denn richtig geht - und zwar an deinem eigenen Beispiel.

    Also: Was bist du geworden; wie hast du's gemacht? Bist du schon im oberen Management angekommen?
  • Tomate schrieb:

    wie es denn richtig geht
    O.k.
    Ohne eine vernünftige Ausbildung geht nichts, das ist klar. Eine qualifizierte Berufsausbildung ist durchaus zu befürworten. Wenn hier noch jemand anschließend den FW dran hängt, nicht gerade mit 50% besteht; sagen wir mal wenigstens mit 80% und genau so die vorangegangene Berufsausbildung, dann ist das eine wirklich versierte Fachkraft; ausgestattet mit hohen Kompetenzen, wie man sagt, mit guten fundamentierten Fertigkeiten, Kenntnissen und Fähigkeiten. Wenn der dann noch die AdA-Qualifikation macht und sich wirklich arbeitspädagogische Kompetenzen aneignet, in seinem Beruf ausbildet, dann ist das sehr wahrscheinlich ein guter Ausbilder. Alles bestens und ich ziehe den Hut ab.

    Aber leider geht das an der Masse der FWe vorbei.
    Ich habe FW-Anwärter reihenweise erlebt, welche keine Grundausbildung hatten und über die 6-Jahres-Regel (z. B. WFW) Zugang bekommen haben. Die wussten echt nicht wie eine Bilanz aufgebaut ist, konnten keinen einzigen Buchungssatz aufsagen und wurden im Kurs nur mit Rechenaufgaben auf das Prüfungsbestehen getrimmt. Meistens vielen sie trotzdem durch. Und das ist nur die Darstellung für ReWe.
    Nach dann dem 2. ggf. 3. Anlauf bestehen die dann mit Note 4 und machen zu meinem Leidwesen den AdA-Schein. Hierzu kann ich nur den Kopf schütteln. Dennoch geht das Jahr ein Jahr aus so weiter. Auch diese Teilnehmer zahlen nämlich Geld. Und hier wird einem klar, dass dieser Fortbildungsmarkt eine Geldmaschine ist. Hierzu trägt leider auch die Titelbezeichnung Bachelor Professional bei, welche einige veranlasst anzunehmen, i. V. m. dem DQR, er stehe nacher tasächlich in akademischen Weihen.

    Derartiges ist dafür verantwortlich, dass der FW pauschal nicht die Anerkennung findet, die er im ersten Beispiel verdient hätte, nämlich eine Fachkraft im unteren Management zu sein. Mehr würde ich noch nicht vergeben wollen, ohne weitere Berufserfahrung, Reife und ggf. Weiterbildung. Dann kann es auch ins mittlere Management und bei KMU auch höher gehen.

    Und hier kommen wir dazu, dass im Vergleich zum Bachelor, dieser pauschal nicht dieses Anerkennungsproblem hat. Das muss Ursachen haben. Und die fangen dort an, dass die Uni selektiert und nach ein paar Semestern dünnst sich die Studentenzahl aus. Das ist nur logische Schlussfolgerung, will man die Qualität erhalten. Und da reden wir noch nicht davon, dass in der Tat, der Ausbildungsinhalt vom Niveau her höher ist.
    Wäre der FW wissenmäßig gleichgestellt und anerkannt, könnte er sich auch gleich zum Masterstudium anmelden. Aber er bekommt lediglich ein paar Monate angerechnet. Jedenfalls bei Unis mit Namen. Das muss doch Gründe haben. Einige führen Mathe-Eingangs-Tests durch.

    Jetzt mag es Unis geben, die schenken gleich 3 Semester, aber komischerweise, wird der Gesamtstdudienpreis dadurch nicht merklich geringer und das wo doch gleich so viel weniger Unterricht gegeben werden muss und dadurch der Uni weniger Aufwand entsteht. Und da merkt man wieder, dass die Geldmaschine FW-Bachelor sich weiterdreht.

    Daher kann ich jemanden nur anraten, welcher sein Abitur beendet oder eine entsprechende Fachhochschulereife abgelegt hat, sich das ganzen Problems dadurch zu erledigen und gleich an die Uni zu gehen und erstmal den Bachelor zu machen. Wem das zu praxisfern ist, kann es gern im dualen Studium tun. Es bleibt ein Fakt, dass er sich als Akademiker um Längen leichter tut, eine qualifizierte Arbeit mit Karrieremöglichkeiten zu finden.

    Es liegt an euch FWen und Ausbildern und Prüfern, das Niveau anzuheben, dass ihr es erreichen könnt, dass der FW eines Tages dem Bachelor vollends gleichgestellt wird. Aber da sind wir weit von entfernt.