Fragen zum WFW allgemein

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  • Fragen zum WFW allgemein

    Hallo zusammen,

    aktuell bin ich gerade in der Abschlussphase in meiner Ausbildung zum Kaufmann im Groß- und Außenhandel.
    Diese habe ich von vorne herein von 3 Jahren auf 2 verkürzt. Mit dem Tempo und den Lerninhalten komme ich klar.
    Nach der Ausbildung möchte ich mich gerne weiterbilden, der WFW sieht für mich am interessantesten aus.
    Ich würde ein Kurs besuchen, der wöchentlich 2x stattfindet. Ein Fernkurs kommt für mich eher nicht in Frage,
    da ich persönlich in Präsenzveranstaltungen eher lerne.

    1. Ist es sinnvoll sofort nach der Ausbildung die Weiterbildung zu starten?
    Ich denke hier, dass eventuell Kenntnisse aus der Ausbildung noch "frisch" vorliegen und man eventuell
    nach der Schullaufbahn und der Ausbildung noch lernfähiger ist als nach einigen Jahren.

    2. Wie sieht es mit dem Lernen an sich aus?
    Selbstverständlich ist es äußerst notwenig Dinge Vor- und nachzuarbeiten. Aber wie sieht es von der Menge des Stoffs und der Schwierigkeit aus?
    Kann mir hier jemand eventuell einen Vergleich zu einer kaufmännischen Ausbildung geben?

    3. Kann mir jemand allgemeine Erfahrungen geben der diesen Kurs gerade absolviert oder schon abgeschlossen hat?
    Beispielsweise, ob es ruhigere Phasen und lernintensivere Phasen während des Kurses gibt?


    Vielleicht noch kurz zu mir, sofern interessant:
    Ich bin 19 Jahre alt, habe vor der Ausbildung die Fachhochschulreife absolviert.
    Während der Weiterbildung werde ich auf jeden Fall Vollzeit in meinem aktuellen Job weiterarbeiten.

    Ich freue mich auf einen interessanten Austausch und bedanke mich schon einmal jetzt für tolle Antworten!

    MfG, Baumeister
  • Zu 1:
    Hier muss ich mit ja und nein antworten. Es kommt auch auf deine persönliche Reife an. Persönlich denke ich du solltest nach deiner Ausbildung erstmal noch ca. zwei Jahre Erfahrungen sammeln. Die Theorie wird für dich sicher machbar sein, ich sehe eher das Problem darin die Theorie mit Praxis zu füllen bzw. Lösungen zu haben für Probleme in der Praxis. Aber hier musst du für dich entscheiden ob es dir leicht fällt Theorie mit Praxis zu verknüpfen.

    Zu 2:
    Ich empfehle dir sofort mit dem Start auch das lernen zu beginnen, es wird dir wenn du auf die Zielgerade kommst einiges erleichtern. Während andere zum Ende hin auswendig lernen kannst du in Ruhe vertiefen und dein Verständnis ausbauen. Bei uns in der Gruppe waren wir 24 Teilnehmer und es haben gerade sechs Teilnehmer auf anhieb bestanden. Es wird in der Prüfung auch einiges an Transferwissen gefordert.

    Zu 3:
    Ich kann es dir nur vom Handelsfachwirt sagen. Die Menge des Stoffs und die Schwierigkeit sind bei wöchentlicher Leistung wirklich machbar. Lernintensiv ist sicherlich die Phase vor der Prüfung hier wirst du zu 100% nochmal mehr Zeit investieren als die Zeit davor. Ich habe es so erlebt das bei Halbzeit die Leistungsbereitschaft sinkt, hier musst du dich einfach selber antreiben weiter zu machen. Ich habe in der Zeit ca. 2 Monate fast nichts gemacht und hatte dann echt ein schlechtes Gewissen. Es ist auch nicht immer leicht mit Vollzeit das Lernpensum zu halten. Aber hier zählt wirklich wie du dich selber motivieren kannst.
  • Ergänzungen:
    Du hast beim WFW 2 Prüfungsteile vor DIr:
    1 WIrtschaftsbezogene QUalifikationen mit 4 Klausuren (VWL; Recht; Unternehmensführung; Rechnungswesen). Hier kannst Du in der Tat viel auf dem bisherigen Wissen aufbauen.
    2. Handlungsspezifische Qu.: besteht aus 2 Situationsaufgaben mit je 4 Std. Bearbeitungszeit PLUS Präsentation und Fachgespräch; hier kommt es mehr darauf an, das Wissen anzuwenden - wofür natürlich Berufserfahrung hilfreich ist. Aber da Du ja auch weiter arbeitest und bis zu diesem Prüfungsteil vermutlich noch ca. 1,5 Jahre vergehen, kommt die in der Zeit dazu.

    Der 1. Prüfungsteil ist lernintensiver. Wenn Du hier alle vier Fächer bestanden hast, wird es etwas entspannter. Natürlich kommt noch einiges an neuem Stoff hinzu, aber auch beim Lernen geht es dann mehr darum, den Stoff mit der Praxis zu verknüpfen und das Anwenden zu üben.
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  • Ich gehöre in meinem Kurs mit über 44 zu den ganz Alten, was aber kein Nachteil ist. Die Jüngeren können eventuell schneller Auswendig lernen, doch kommen mir meine Berufserfahrungen zu gute. Die ganz jungen Teilnehmer haben öfter Schwierigkeiten die Themen zu verknüpfen und die Zusammenhänge zu erkennen. Das liegt oft daran, daß sie die Sachen aus der Praxis noch nicht kennen. Aber ich würde sagen egal in welchen Alter man anfängt, hat es Vor- und Nachteile. Man muss sich reinhängen und jeder hat mit anderen Themen zu kämpfen. Machbar ist der WFW aber in jedem Alter.

  • 1. Ist es sinnvoll sofort nach der Ausbildung die Weiterbildung zu starten?
    Ich denke hier, dass eventuell Kenntnisse aus der Ausbildung noch "frisch" vorliegen und man eventuell
    nach der Schullaufbahn und der Ausbildung noch lernfähiger ist als nach einigen Jahren.

    Kann man sicher nicht so einfach beantworten, die Frage ist halt auch was du mit dem Fachwirt machen möchtest/willst/kannst.

    Mit 19 Jahren und FHR und fertiger Ausbildung brauchst du es wirklich nicht eilig haben, das ist mittlerweile das Durchschnittsalter in dem eine Ausbildung normal ANGEFANGEN wird.

    Allgemein ist es wohl eher unwahrscheinlich das du mit 25 mit dem Fachwirt sofort in höhere Stellen kommst. - Hochschulzulassung ist auch kein Thema bei dir, du könntest also auch so berufsbegleitend studieren und wärst mit Mitte 20 locker fertig usw. Kommt alles auf deine Aussichten, Region, Arbeitgeber usw. mit an. - Vielleicht willst du dich ja auch mal selbstständig machen? Dafür wäre der Fachwirt imho ne gute theoretische Grundlage.

    Ist halt die Frage was du möchtest, ich würde an deiner Stelle mit 19 und frischer Ausbildung vielleicht erstmal wenigstens 1-2 Jahre echte Berufserfahrung sammeln.
    Wenn "hungrig" bist und im Handel z.B. vielleicht dein Businessenglisch aufbessern das es flüssig am Telefon geht, vielleicht ein Zertifikat machen. Und ggf. noch ne zweite Fremdsprache lernen die anwenden kannst. Die vom nächsten Nachbarland, oder wo beruflich viel mit zu tun haben kannst zahlt sich meist länger aus. Je früher man das im Leben macht umso besser.

    Geistig beweglich und lernfähig bleiben musst du sowieso.

    Nebenbei kannst du ja ein Buch für den Fachwirt kaufen, und dich mal grob einlesen was und wie da überhaupt auf dich zukommt. Und auch dir alternativen Ansehen, so z.B. den Handelsfachwirt. Oder die neuen/alten Fachwirte/Fachkaufmänner Einkauf/Logistk wenn das näher an deiner realen Stelle/Position ist. - oder eben auch die Studiummöglichkeit mit (Anrechnung) oder ohne Fachwirt -

    Grundsätzlich machste mit dem WFW inhaltlich aber nix falsch. Da ist imho kein Stoff dabei der im Berufsleben nicht relevant wäre, übertheoretisiert wird, oder dir nie begegnen wird.

    Weiter arbeiten und erstmal überhaupt etwas Geld verdienen ist ja eh klar.

    2. Wie sieht es mit dem Lernen an sich aus?
    Du hast in den WBQ also dem ersten Prüfungsteil nochmal vor allem nochmal viel "Grundstoff" aus der Ausbildung der abgefragt wird. Allerdings hier nicht per MC sondern halt mit frei zu formulierenden Prüfungsfragen etc.
    Der Stoffumfang? Ich würde sagen für den gesamten Fachwirt Inhalt der "kaufmännischen Grundausbildung" ca 30-50% "neues". Für nen EHK Kaufmann kommt mehr neues als für nen Industriekaufmann.

    Zu Punkt 3:
    Grundsätzlich hast du Korrektur und Wartezeiten beim Fachwirt, die Konzeption zwischen den Kursen ist auch unterschiedlich, zwischen 6 Monaten Vollzeit bis zu 2 Jahren. Mit Unterricht und ordentlichem Grundlagenwissen ist der Wirtschaftsfachwirt in einem Jahr nebenbei realistisch zu schaffen ohne das dich ernsthaft überarbeiten musst würde ich sagen. Kurs besuchen, an den anderen Tagen ne Stunde täglich, später auch mal 2 und vor den Klausuren dann auch mehr wiederholen und direkte Klausurvorbereitung mit üben usw. D

    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17