Diverse Fragen zum WFW im Selbststudium

  • Hallo Zusammen :),


    Ich würde gerne etwas zu meiner Person und meinem Werdegang erzählen und dann einige meiner Fragen an die Community stellen.


    Also ich bin 25 Jahre alt und komme aus NRW. Ich habe eine Ausbildung als Einzelhandelskaufmann absolviert und anschließend 3 Jahre als Verkäufer gearbeitet. Die Ausbildung viel mir leicht und ich habe mit wenig Mühen mit "sehr gut" bestanden. Wurde unteranderem auch als einer der besten Absolventen geehrt und bekam ein Begabtenstipendium. Vor einem Jahr habe ich mich für den Wirtschaftsfachwirt an der ILS eingeschrieben. Leider kam ich aufgrund privater Umstände nicht sehr weit. Nun will ich einen erneuten Versuch starten und habe mich für beide Prüfungsteile im Frühling 2020 angemeldet. Ich habe nicht viel Zeit und möchte auch nicht weiter drauf eingehen wieso ich mir den Stress antuen werde innerhalb von ca. 2 - 3 Monaten mich auf die Prüfungen vorzubereiten, anstatt mich in Ruhe für die Prüfungen im Herbst vorzubereiten. Wie dem auch sei..


    Nun komm ich zu meinen Fragen und hoffe auf eure Hilfe:


    Ich habe vor mit dem Buch " Zur Prüfung vorbereiten in Wirtschaftsbezogene Qualifikationen für Fachwirte " von Holger Stöhr, zu lernen. Neben diesem Buch werde ich noch diverse Prüfungen aus den vergangen Jahren durchgehen.


    Nun lautet meine Frage. Genügt das Buch von Stöhr + alte Prüfungen vom Inhalt her um die Prüfung zu bestehen ?


    Ich bin ehrlich, ich will die Prüfung nicht unbedingt mit Bravour bestehen. Hauptsache bestehen.


    Ich weiß viele werden meine Art an die Dinge heran zu gehen nicht mögen aber ich hab nun mal dafür meine Gründe und bitte euch um sachliche Antworten.


    Besten dank im vorraus und viele Grüße :)

  • Hallo Wahlberg,


    die besten Antworten kannst du wohl nur von diejenigen bekommen, die das ganze schon per Selbststudium hinter sich gebracht haben. Als jemand, der im Selbststudium momentan ebenfalls in der Prüfungsvorbereitung für Frühjahr 2020 steckt, kann ich dir nur sagen, dass ich ebenfalls nur ausschließlich mit den beiden Büchern von Dr. Holger Stöhr lerne. Diese haben relativ gute Rezessionen gehabt und sind zudem im Taschenbuchformat, kompakt und verständlich. Es wird in den Büchern alles angesprochen, was schon einmal geprüft wurde. Und da es den WFW nicht erst seit ein paar Jahren gibt, sondern die Prüfungsverweise in den Büchern bis ins Jahr 2008 zurück gehen, ist man mit den Büchern + alten Prüfungen auf einer guten Seite. Zu viel Fachliteratur von unterschiedlichen Autoren/Verlägen verwirren auch nur all zu sehr, da jeder einen anderen "Schreib-Stil" hat, um Wissen zu vermitteln. Ich habe übrigens auch nicht die Ambition mit Bravour zu bestehen. Überall ein "sehr gut" zu bekommen ist als Autodidakt sowieso sehr schwierig, wenn man nicht gerade völlig verliebt in diese Thematiken ist. Als Autodidakt, der letztes Jahr im Herbst mit den lernen angefangen hat, strebe ich als Durchschnitt eine solides "befriedigend" an (natürlich mit Mühe zum "gut" soweit wie möglich). Ich will sowieso danach gleich den Geprüften Betriebswirt dran hängen, der mein eigentliches Ziel ist. Ansonsten benötigst du noch für den Prüfungsteil 'Recht & Steuern' Gesetzestexte. Da habe ich mir ganz einfach die günstigen Beck-Texte gekauft: BGB, HGB, Arbeitsrecht, Wettbewerbsrecht, Gewerbeordnung und Steuergesetze. Über gebündelte, zusammengefasste Gesetzesbücher habe ich leider zu viel negative Rezessionen gelesen, weshalb ich dann doch lieber jedes Buch einzeln gekauft habe, damit ich auf der sicheren Seite bin, außerdem hat somit endlich mein Bücherregal eine Existenzberechtigung gefunden.


    Viel Erfolg!

  • Zitat

    Nun lautet meine Frage. Genügt das Buch von Stöhr + alte Prüfungen vom Inhalt her um die Prüfung zu bestehen ?


    Im Prinzip ja, aber es kommt darauf an.


    Ich habe mit den älteren Einzelbänden von Holger gearbeitet und kann nur sagen das diese didaktische sehr gut sind, die Bücher sind auch die einzigen die Versuchen den gesamten Lernstoff möglichst kompakt darzustellen. Aber -> Am Ende sind es auch nur Repitorien, keine Lehrwerke.


    Mit genug Vorwissen, und guter direkter Prüfungsvorbereitung, (wozu auch das WIE der Prüfung gehört) und einer Portion Glück/Zufall... sollte es für ein Bestehen im ersten Anlauf reichen. Vom Inhalt her


    Aber


    Mit wenig präsentem Vorwissen, und ohne Glück. Eher nein. -

    Wenn es wirklich so schnell gehen soll/muss, nimm den Rahmenplan, denk zurück an deine kaufmännische Ausbildung, wenn du die alten Bücher von dort noch hast umso besser schau was du schon kannst, was sich überschneidet und was ganz neu ist. Und konzentriere dich auf das neue, und lerne besonders das ausführlicher, während du den alten Stoff versuchst zu reaktiveren und aus dem Gedächtnis hervorzuholen. Das wird deine Chancen wesentlich ehöhen.

    Der (ältere) Kaufmann Einzelhandel ist vom Rahmenplan und Umfang aber auch eher einer der "einfachsten Kaufleute" im Gegensatz z.B. zum Bankkaufmann oder Industriekaufmann. Der Wirtschaftsfachwirt haut hier durchaus ne ganzen Schüppe drauf, und die WBQ sind mehr Lernaufwand als die HSQ (für die gibts auch noch ein anderes Buch :D )


    Die HSQ willst du auch schon im Frühjahr machen? WBQ in knapp 8 Wochen, HSQ in 3 Monaten? Und nebenbei noch arbeiten? Viel "Glück" dann, ich sehe da nicht wirklich eine realistische Chance. - Auf gut Glück die WBQ machen? Ja. Aber alles auf einmal in grad mal 3 Monate? Ich meine Grenzen zu überwinden und sich selbst etwas zu beweisen kann ja auch eine Motivation sein, klar.

    Als ich mein Selbststudium unter ganz anderen Ansätzen und Grundlagen gestartet habe hieß es vielfach auch "Das geht nicht" "Das schafft man nicht alleine" usw.

    Ich will dich nicht demotivieren, aber sich in 3 Monaten hier auf der Grundlagenbeschreibung den Stoff "reinpauken" wollen, selbst mit Vorsatz "4 gewinnt" ist schon mehr als nur "sportlich", das wären beide Prüfungsteile bis zum Herbst schon. Wenn du alles im Frühjahr schaffst, selbst mit nur 51 Punkten in allen Prüfungsteilen. Hut ab!


    Zitat

    Ich weiß viele werden meine Art an die Dinge heran zu gehen nicht mögen aber ich hab nun mal dafür meine Gründe


    Ich unterstelle mal obwohl es der erste Beitrag ist, das du kein Troll bist der hier irgendwen provozieren will. ;)

    Nun DU musst es mögen, nicht wir, schließlich ist es DEIN Ziel.

    Zu deiner Motivation, ich vermute du willst den WFW jetzt möglichst schnell bestehen um eine Hochschulzulassung zu erhalten, damit das IHK Stipendium nicht verfällt womit du ein Studium finanzieren willst? Da du als EHK nur auf einer Verkäuferstelle arbeitest (leider normal) und es nicht der Handelsfachwirt werden soll kann ja nur bedeuten das du aus dem Einzelhandel rauswillst. Aber schreib uns doch ein paar Punkte dazu. Vielleicht fällt uns ja noch etwas anderes ein.


    Zitat

    Ich will sowieso danach gleich den Geprüften Betriebswirt dran hängen, der mein eigentliches Ziel ist.


    Die genannten Bücher gab es als ich mein "Selbststudium" organisiert habe noch nicht, es gab zwar die "Prüfungswissen-Kompakt" Skripte von Reinhard Fresow. Aber meine Lernunterlagen und mein Vorbereitungsskript musste ich mir selber erstellen. Das ist natürlich Arbeit. ABER das Skript, oder das Repitorium soll ja nur die wichtigsten und wesentlichsten Prüfungsrelevanten Punkte wiedergeben. Der echte Lernvorgang ist aber das man die Themen kennenlernt und auch ein bisschen mehr in die Tiefe geht, auch die praktische Anwendung und eigene Beispiele Erfahrungen verknüpfen und einfließen lassen machen das ganze ja erst interessant und auch später überhaupt verwendbar. - Gerade wenn man danach den Betriebswirt anpeilt würde ich eher dazu raten sich mit den Themenbereichen (sofern es zeitlich möglich ist) schonmal jetzt genauer zu befassen, im geprüften Betriebswirt wird es viel Wiederholung zum Fachwirt gehen und nochmal weiter in die Tiefe gehen, wenn du schon gute Grundlagen aus deiner Fachwirt Vorbereitung mitnimmst wirst du es natürlich leichter haben - Ich selber habe beim Lernen auch schon damals reichlich Materialien für den Betriebswirt genutzt. Wenn du den Anstrebst würde ich hier an deiner Stelle versuchen gleich die Synergieeffekte auszunutzen anstatt zu versuchen sich hier irgendwie oberflächlich und unmotiviert "durchzuquetschen", und das was man eigentlich will vor sich herzuschieben. Das Zeugnis selber und die Prüfung die ist meiner Meinung nach gar nicht so wichtig. Es mag sein das der Zettel hier und da hilft Türen zu öffnen. Aber entscheidend, und das was man mitnehmen wird, (und weswegen das Zeugnis ja überhaupt seine Relevanz hat) Ist das was man auf dem Weg dorthin gemacht hat. - Und wenn man den Begriff "Selbst-studium" ernst nimmt, und das nicht einfach als eine Möglichkeit sieht Geld für eine Beschulung zu sparen ist imho der größte Vorteil das man hier alle Freiheiten bei der genauen Konzeptionierung hat und welche Schwerpunkte man sich heraussuchen will die für einen selber am relevantesten und interessantesten sind. Zugegeben, bei dem was ich für ganz irrelvant/uninteressant erachtet habe, habe ich mich auch nur versucht auf das nötigste zu konzentrieren; auf dem Plan ist genug Stoff der furchtbar "trocken" ist - aber ansonsten habe ich den Wirtschaftsfachwirt - welcher mir in erster Linie einen geregelten Rahmen lieferte - regelrecht "genossen" und wollte das maximale herausholen und auskosten.









    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17

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  • Danke für eure ausführlichen Antworten. Also ich hab schon von einigen gehört, dass es defintiv machbar ist in der kurzen Zeit, aber sehr schwer wird.


    Ich habe damals ungefähr als ich per ils studiert habe ungefähr die hälfte des stoffes durchgenommen und eigentlich auch sehr gut verstanden. also ich will nicht sagen dass ich ein einstein bin, bei weitem nicht, aber es viel mir wirklich leicht. jetzt da ich die erste hälfte des wbq stoffes schon kenne und diesen nur erneut in meinem gehirn durch wiederholen aktivieren muss denke ich dass ich das schaffen werden.


    für den zweiten teil habe ich mich schon angemeldet weil ich mir 1. denke das ich dann in einem lernfluss sein werde und direkt den stoff hinter her paucke für den zweitel teil und 2. hast du recht ich muss mich beeilen aufgrund der tatsache, dass ich mich für den herbst in eine Uni einschreibe möchte. Mit dem Stipendium hat das aber wenig zu tun, hat andere Gründe...


    Des Weiteren habe ich des öfteren gehört und gelesen, dass der zweite Teil um einiges leichter wäre als der erste. In wie weit das stimmt werden wir sehen. Ich werde mich defintiv nach den Prüfungen melden und euch erzählen wie es gelaufen ist.


    Im Endeffekt muss jeder für sich selber wissen was für ihn machbar ist und was nicht. Ich traue mir das zu und wollte nur wissen ob das Buch von Stöhr plus die alten Prüfungen genug sind um mir den Inhalt zu vermitteln. Abgesehen davon habe ich schon die ein oder andere Prüfung abgelegt wie z.B. den Unternehmerschein (Mietwagen / Taxi), und da hieß es auch es wäre nicht innerhalb von 3 Monaten machbar. Ich habe mich 3 Tage vor der Prüfung hingesetzt und als einziger in meiner Stadt an diesem Prüfungstag bestanden. Das man keine direkte Vergleiche zu einem Fachwirt ziehen kann ist mir bewusst.


    Falls noch jemand Tipps hat oder seine Meinung äußern will, bin ich ganz Ohr :)


    Danke nochmal an die beiden die geantwortet haben.


    Entschuldigt die Rechtschreibfehler / Grammatikfehler.


    Liebe Grüße

  • Wobei ich denke, dass die angegebenen Stunden wirklich für Studierende gelten die wirklich von 0 Anfangen. Ich weiß ja was BWL VWL RW, die verschiedenen Steuerarten sind usw ist. Verstehst du was ich meine ? Vorwissen habe ich ja. Deshalb denke ich, dass ich defintiv einige Stunden einsparen kann.

  • Wobei ich denke, dass die angegebenen Stunden wirklich für Studierende gelten die wirklich von 0 Anfangen. Ich weiß ja was BWL VWL RW, die verschiedenen Steuerarten sind usw ist. Verstehst du was ich meine ? Vorwissen habe ich ja. Deshalb denke ich, dass ich defintiv einige Stunden einsparen kann.

    Ja klar, ich meine hier eher das Verhältnis zwischen den beiden Prüfungsblöcken. Ich bin noch nicht soweit, dass ich das beurteilen kann, wobei hier ja einige sagen, dass WBQ lernintensiver sein soll.

  • Hi Wahlberg,


    Ich habe keine Ahnung wie weit Du mit dem bearbeiten der ILS Unterlagen gekommen bist. Aber an Deiner Stelle würde ich mit den Prüfungen der letzten Jahre anfangen und schauen wo Du Probleme/Lücken hast.


    Sich innerhalb von 2-3 Monaten auf die Prüfung vorzubereiten halte ich für möglich. Allerdings hängt der Erfolg m.M.n. auch stark von den Vorkenntnissen und der vorhandenen Zeit zum lernen ab.


    Wenn Du 8 Stunden am Tag Zeit hast zu lernen ist es möglich erstmal mit der entsprechenden Fachliteratur zu beginnen. Bei 2 Stunden täglich hast Du die Zeit nicht mehr. Also alte Prüfungen bearbeiten, schauen wo die Lücken sind, nachlesen in Fachliteratur, wiederholen wiederholen wiederholen und wenn Du meinst es reicht doch nicht, kannst Du am Prüfungstag immer noch die Hand heben. Probier es einfach aus! Für meinen FW hatte ich auch nur knapp 4 Monate Zeit bis zur ersten Prüfung.


    Gruß

    Daniel