Wirtschaftsfachwirt und dann?

  • Hallo,


    ich wollte mal fragen was ihr nach der Weiterbildung zum WFW gemacht habt/machen wollt?

    Ich habe zwar noch Zeit bis zu den Prüfungen, aber mache mir schon Gedanken für die Zeit danach... :)


    Ich überlege schon längere Zeit, ob ich direkt den Betriebswirt dranhängen soll oder lieber meinen Bachelor.. aber mein Herz schlägt doch eher für den Betriebswirt.

    Ich komme übrigens aus dem kaufmännischen Bereich und arbeite als Bereichs- und Projektassistentin im Bereich F&E.


    Wie seid ihr nach der Weiterbildung beruflich vorangekommen? Habt ihr vielleicht Tipps und Anregungen? :):):)


    Liebe Grüße

  • Hallo Secretrose,


    ich habe nach dem WFW meinen Bachelor an der FOM gemacht.

    Beruflich konnte ich mich von vor WFW bis Bachelor in meinem Unternehmen sehr gut entwickeln.

    Ich bin mehrere Stufen aufgestiegen und habe meine Vergütung deutlich angepasst.

    Extern hat sich leider bei Bewerbungen nicht viel getan, der berufliche Wirkungskreis hat sich irgendwann mal gefestigt, da bringts, egal ob BW oder Bachelor wenig.

    Titel sind das Rüstzeug, Berufserfahrung in der jeweiligen Branche ersetzen diese Titel nicht, damit bleiben die gleichen Türen offen, andere Branchen nur mit Rückschritten in der Karriere.

    All in All hat es sich für mich finanziell gelohnt. Die Investition hat sich bei mir schnell amortisiert, weil ich aber auch beruflich immer am Ball war und mit den Abschlüssen meine Forderungen immer untermauern konnte.


    Als Tipp du solltest dir vor deinem BW überlegen in welche Branche du willst und dich möglichst zeitnah dahin entwickeln und dann überlegen welcher Abschluss bei deinen potenziellen Arbeitgebern besser ankommt. Gerade im Bereich F&E glaube ich das auf kaufmännischer Ebene der Akademiker besser bewertet wird als der BW.


    Ich habe leider viele Menschen kennengelernt, die WFW und BW gemacht haben um am Ende doch einen Bachelor zu machen. Ich glaube das dieser Schlag Mensch bis heute nicht verstehen kann, das jeder Titel nur eine Grundlage bietet. Die Möglichkeiten entstehen über die Berufserfahrung in der Branche nicht über den Titel. Da hätte die Bewerbung auf der unteren Ebene wahrscheinlich mehr gebracht, als die Weiterbildungen.


    Lass dich von meiner Aussage aber nicht negativ beeindrucken, gehe den Weg den du für dich siehst, Hauptsache du gehst den Weg für dich.


    Viel Erfolg

  • Neulich habe ich geschrieben.


    "Viele Leute fragen immer "was bringt der Wirtschaftsfachwirt?"


    Rückwirkend betrachtet.

    Das Zeugnis an der Wand - mir nicht wirklich soviel - das "Korsett des Prüfungsaufbaus" auch nicht so wichtig, aber durch den ganzen Prozess, gerade weil das ich das ganze in Eigenregie gemacht habe, ist meine Persönlichkeit sehr stark gewachsen, und was man aus der Zeit als "Fachwissen" mitgenommen habe, war jetzt auch nicht ganz ohne. Heute bescheinigt mir jeder eine sehr große Zielorientierung, Selbstorganisation, und die Fähigkeit außerhalb altbekannter Muster zu denken. Hätte in meinen 20ern oder davor wohl niemand von mir gesagt.

    Ich denke das ich die Grundlagen dafür vor allem während dem Wirtschaftsfachwirt entwickelt habe. "


    Vielleicht nicht etwas was dir weiterhilft, aber vielleicht anderen.


    Am Ende habe ich weder den Betriebswirt IHK noch ein Studium drangehängt, ein bisschen bedauere ich das, aber nur weil ich das "gerne gemacht hätte"...aber da war bei mir schlicht keine Zeit für, und da ich Selbstständiger geworden bin bringen mir weitere "Abschlüsse" auch nichts mehr, ich habe die Lücke danach dadurch gefüllt das ich mehrere Fremdsprachen gelernt habe die ich auch regelmäßig benutze was mein Leben und meine Sicht auf die Welt nochmal nen ganz anderen Spin gegeben hat. aber vor und nach der Firmenneugründung wurden all die Themen aus dem Fachwirt und später sogar der AEVO werden jetzt plötzlich in der Praxis relevant, und ich kann dank der Fortbildungen heute ganz anders reagieren und mit dem ganzen Umgehen als ich (oder andere) das jemals mit dem vorherigen Kenntnissstand getan hätte...


    Zitat

    Titel sind das Rüstzeug, Berufserfahrung in der jeweiligen Branche ersetzen diese Titel nicht, damit bleiben die gleichen Türen offen, andere Branchen nur mit Rückschritten in der Karriere.


    Am besten ist man wohl beraten wenn man schon einen "Fuß in der Tür hat" seinen Weg fortzusetzen, die Fortbildung kann dicht nicht zu etwas "ganz neuem" machen, sondern soll dir dabei helfen in dem was du tust besser zu werden.


    Bei der Frage ob "Bachelor oder Betriebswirt" kommt es entscheidend auf das Studienmodell an. "Bereichs und Projektassistentin in F&E" klingt ja jetzt an sich nicht so schlecht, würde ich keinesfalls für ein Vollzeitstudium oder sowas aufgeben, rentiert sich eh fast nie.


    Anstatt "Entweder Oder" bin ich lieber ein Freund von "Beides"...


    Und wenn es eine Frage des Geldes ist, das ist auch die Frage Bachelor der Betriebswirt IHK, den Fachwirt erkennen/rechnen mehrere Fachhochschulen schon gut an, den Betriebswirt auch. Anstatt einem sehr teuren Kurs für den Betriebswirt würde ich für das Geld lieber gleich einen Bachelor machen, und wenn man den dann eh macht, kann man den Betriebswirt dann in Eigenregie nebenbei machen. Lernen tut man eh schon, es ist nur eine zusätzliche Prüfung. - Wenn das Studium dann doch nicht mehr ins Leben passt, hat man den Betriebswirt dann schon in der Tasche, und wenn man es Zuende macht dann hat man nicht nur den Bachelor gemacht sondern auch noch den Betriebswirt, wo ich als "Personaler" denken würde "Wie cool ist das denn?".












    Wirtschaftsfachwirt bestanden 03/16
    Ausbildereignungsprüfung bestanden 07/16

    Meister für Schutz und Sicherheit 05/17

  • ist meine Persönlichkeit sehr stark gewachsen, und was man aus der Zeit als "Fachwissen" mitgenommen habe, war jetzt auch nicht ganz ohne. Heute bescheinigt mir jeder eine sehr große Zielorientierung, Selbstorganisation, und die Fähigkeit außerhalb altbekannter Muster zu denken. Hätte in meinen 20ern oder davor wohl niemand von mir gesagt.

    Soetwas hört sich vielversprechend an. Erhoffe mir selbiges.

  • aber durch den ganzen Prozess, gerade weil das ich das ganze in Eigenregie gemacht habe, ist meine Persönlichkeit sehr stark gewachsen, und was man aus der Zeit als "Fachwissen" mitgenommen habe, war jetzt auch nicht ganz ohne. Heute bescheinigt mir jeder eine sehr große Zielorientierung, Selbstorganisation, und die Fähigkeit außerhalb altbekannter Muster zu denken. Hätte in meinen 20ern oder davor wohl niemand von mir gesagt.

    Den Fachwirt in Eigenregie zu machen ist natürlich schon eine Hausnummer und erfordert wirklich disziplin. Ich glaube auch, dass ich neben dem Fachwissen viel vom Gesamtprozess lernen werde... so eine nebenberufliche Weiterbildung macht man ja nicht alle Tage.


    Ich bin mir nachwievor nicht sicher wie es für mich weitergehen wird, vielleicht bleibt es auch tatsächlich nur beim WFW mal sehen was die Zeit mit sich bringt. Meinen Beruf werde ich aber definitiv nicht aufgeben, da ich meinen Job liebe und es finanziell auch gar nicht klappen würde.

  • Hallo,


    ich habe mich entschieden, den Bachelor in Accounting and Taxation (arbeite im Rechnungswesen) anzuschließen. Die Vorleistungen aus der Ausbildung als Bürokauffrau, der Weiterbildung zur Gepr. Wirtschaftsfachwirtin und dem AdA-Schein wurden mir mit insgesamt 75 Credits angerechnet. Damit spare ich quasi fast die Hälfte der Studienzeit und steige bereits im 3. Semester ein. Perfekt!


    Kann man eigentlich nur jedem empfehlen - es ist nur noch ein kleiner Schritt. :thumbsup:Und per Fernstudium ideal neben dem Beruf! Besser geht es kaum!


    VG Julika

  • Der Wirtschaftsfachwirt allein bringt wenig, wenn es darum geht, zukünftig anspruchsvollere Aufgaben im Unternehmen zu übernehmen. Die meisten hier - würde ich jedoch mal vermuten - arbeiten schon in Bereichen, wo es sicher eine Überlegung wert ist, das Tüpfelchen auf das "I" zusetzen, indem man einfach eine Zusatzqualifikation anstrebt. Da macht der Wirtschaftsfachwirt durchaus Sinn.


    Letztendlich geht es aber bei einer Weiterbildung auch darum, sich fachlich für die Aufgaben entsprechend zu qualifizieren, die man übernommen hat bzw. noch übernehmen möchte. Nach meiner Erfahrung wird der Wirtschaftsfachwirt in der Wirtschaft zwar gut anerkannt - zumindest in der Gehaltseinstufung macht er sich bemerkbar - aber als fachliche Spezialisierung ist er einfach zu wenig. Da muss dann mehr drin stecken! Und das ist richtig so!


    Und wer bis dato keine größeren Probleme bei einem berufsbegleitenden Lehrgang hatte, tut sich sicher selbst einen Gefallen, wenn er den Bachelor noch anschließt. Inhaltlich und vom Anspruchsniveau her gesehen, macht es kaum einen Unterschied. Ein Studium ist halt nur nochmal etwas mehr Theorie.