Arbeitsmarkt und kritisches hinterfragen

  • Hallo zusammen,

    ich fange EVTL. demnächst die Weiterbildung zum Fachwirt im Gesundheits- und Sozialwesen an.

    Vorab wollte ich mich mal hier informieren.


    Ich habe von verschieden Seiten erfahren, das der Arbeitsmarkt für Fachwirte im G.- und S. nicht so "rosig" aussieht.

    Gründe:

    - Fachwirtstellen im G.- und S. werden oft eher mit Stellen von studierten Gesundheitsökonomen und studierten Betriebswirten besetzt.

    Stimmt das? Erfahrungswerte?


    Wie war der Arbeitsmarkt in den letzten 1-5 Jahren? Kam man an Jobs ran?




    Zudem wurde gesagt mit der Weiterbildung zum Fachwirt traue man sich nicht zu, ein Altenheim oder Krankenhaus zu leiten, da das Wissen aus der Weiterbildung nur einen Einblick/ Einführung in die Betriebswirtschaftslehre wäre. Eine therapeutische Praxis leiten, Kindergarten- Leitung oder Funktion als Abteilungsleiter ginge aber schon.

    Stimmt das? Erfahrungswerte?



    Ich wollte mich später vielleicht auf Stellen beim MDK, Krankenkasse, Rentenversicherung, Pharmaunternehmen, Qualitätsmangement, Kaufmann im Gesundheitswesen, Buchhalter, Sachbearbeiter, Bürokaufmann bewerben.


    Besten Dank. Antworten sonst gerne auch als private Nachricht oder hier im Thema.

  • In einem anderen Thema habe ich hier, schonmal ausführlich meine Erfahrungen geteilt, wenn du weiter nach hinten in dem Thread schaust findest du da 2 längere Beiträge von mir. Meine Erfrahrung ist sicher nur eine unter vielen. Ich kenne aber noch 2 Kolleginnen aus der Pflege die ähnliche Erfahrungen gemacht haben. Falls du noch Rückfragen hast gerne.

    Ich habe wirklich lange nach Stellen geschaut und insgesamt bis jetzt nur eine einzige Stelle gesehen, die spezifisch für Fachwirte im Gesundheits- und Sozialwesen ausgeschrieben war, das war eine Stelle als Koordinatorin eines MVZ eines größeren Krankenhauses in Verbindung mit einer medizischen Ausbildung.

    Meine Empfehlung lautet inzwischen wenn man eine Hochschulzugangsberechtigung, ausreichend Zeit und Geld hat, lieber gleich ein Gesundheitsökonomisches oder verwandtes Studium je nach Interesse zu wählen und durchziehen. Dann verfügt man über tiefreichenenderes Wissen, je nach Studiengang und Berufswunsch genauso breit, wie der Fachwirt oder auch spezifischer aufgestellt. Für mich klingt es jetzt erstmal so, dass du dich da noch nicht so festlegen magst.

    Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) Januar 2018
    Pharmaziestudentin

    Gesundheits- und Krankenpflegerin

  • Vielen Dank Melandru,

    oh hört sich Mist an.

    Studium scheitert auf Grund von dem Fianziellen (war schon bei mehreren Beratungstellen, erfülle die Kritierien nicht usw.).

    Das Einzige was mir bleibt ist ein Bildungsgutschein für eine Weiterbildung.

    Ich will einfach aus meiner Branche raus (sehr schlechten Arbeitsbedingen, Arbeitslosigkeit, wenig Geld im Job (schlechte Rente).

    Ich bin SEHR unzufrieden in meinem Job.

    Festgelegt bin ich noch nicht, man weis ja nie wo man später eine Stelle (Fachwirt) bekommt, aber in den Bereichen (s. mein erster Beitrag) könnte ich es mir vorstellen.

  • Ja wie schwer die Studienfinanzierung sein kann habe ich gerade selbst erst durch. Manchmal gibt es aber doch ne Chance für Bafög außer man hat die magische Altersgrenze von 30 (und kein FSJ, Kind und die anderen Faktoren) überschritten.

    Nebenberuflich dauert das Studium halt länger und man "muss" seinen ungeliebten Job erstmal behalten. Würdest du denn Fachwirt denn in Vollzeit absolvieren wollen, oder wäre das für dich zum nebenberuflichem Studium bis auf die Fortbildungsdauer kaum ein Unterschied, da du auch den Fachwirt in 12-18 Monaten nebenberuflich machen würdest?

    Was hast du denn für einen Beruf gelernt und machst du aktuell?

    Ich hab mich im Nachhinein darüber geärgert keine Fortbildung zur Pharmareferntin gemacht zu haben, ist ja die gleiche "Fortbildungsstufe", das hätte mir als Abi-Ersatz und Studienvorbereitung sicher mehr gebracht. Vielleicht hätte ich das Studium dann aber auch gar nicht begonnen. Man findet aber manchmal auch Arbeitgeber die einem den Pharmarefenten bezahlen. Aber der Pharma- oder auch Medizinproduktevertrieb ist halt auch ein Haifischbecken und da muss man wirklich eine Passion für den Verkauf haben. Ich hab für den Medizinproduktevertrieb mehrere Bewerbungsverfahren bis zur letzten Stufe durchlaufen, wurde dann immer abgewiesen mit "wir glauben sie können, dass aber sie sind noch zu jung (mit damals 23) , unsere Kunden werden sie nicht Ernst nehmen". Schade eigendlich.

    Du kannst nach dem Fachwirt ja noch eine Fortbildung zum Betriebswirt (IHK) anschließen, diese wäre dann auch nochmal Aufstiegsbafög förderfähig. Damit erreicht man auch recht tiefes betriebswirtschaftliches Wissen, dass aber kaum noch Bezug zum Gesundheits- und Sozialwesen hat.

    Fachwirtin im Gesundheits- und Sozialwesen (IHK) Januar 2018
    Pharmaziestudentin

    Gesundheits- und Krankenpflegerin

  • Hallo Melandru,

    Den Fachwirt würde ich in Vollzeit machen.

    Ich bin Ergotherapeut und Anfang 30.

    Bzgl. Studium finanzieren hab ich alles durch..... Bafög geht nicht, Stipendium auch nicht usw ..... auf Kredit will ich nicht.

    Hab mich bzgl. Fianzierung bei mehreren Beratungsstellen beraten lassen.... gibt wirklich keine Möglichkeit.

    Wohngeld geht auch nicht, da bei mir die Behörden im Landkreis das Ganze erst bearbeitet haben in 10 Monaten... brauch das Geld aber jetzt.... falls ich studieren würde.(Die Behörden sind überlastet und haben zu wenig Mitarbeiter).

    Mein NC ist für meine Wunschstudiengänge zu schlecht und auf die Studiengänge gibt es 1.000-2.000 Beweber auf 100 Studienplätze.


    Wohnung usw. muss ja auch finanziert werden.


    Ich hab nimmich gesehen, dass es in meinem Bundesland recht viele Stellen (Heimleitung) für den Gesundheitsfachwirt gibt. Wundert mich nur, wenn ich lese und höre man kriegt keine Stellen/ Jobs. Bin deswegen sehr verunsichert

    Was den Bereich MDK, Krankenkasse, Rentenversicherung, Pharmaunternehmen, Qualitätsmangement, Kaufmann im Gesundheitswesen, Buchhalter, Sachbearbeiter, Bürokaufmann betrifft (wo ich hin wollte).... da finde ich bisher nichts.

  • In welchem Bundesland wohnst du den ? Mit dem Fachwirt ist eine Heimleitung nämlich nicht in allen möglich.


    Der MDK, zumindest im Saarland, sucht eher im Bereich Krankenschwester, Altenpflegerin da diese Vorkenntnisse bzgl. der Testungen haben. Wenn du dann den Fachwirt hast ist das schön, mehr aber meist nicht.


    Eine Ausbildung zum Bürokaufmann wäre wesentlich einfacher als ein Fachwirt. Allerdings verdient man auch entsprechend schlecht bzw. wird sogar als überqualifiziert angesehen.


    Um eine Stelle als Buchhalter zu bekommen müsstest du Buchhalter sein bzw. werden. Hier bringt der Fachwirt eher nichts.


    Hast du als Ergotherapeut eine eigene Praxis oder bist du angestellt ? Oftmals werden in besonderen Wohnformen Ergotherapeuten gesucht ( und daher ansprechend bezahlt), das wäre evtl. eine Option.


    Für einen Job als Sachbearbeiter ist ein Fachwirt durchaus geeignet.


    Mit einem Fachwirt allein dürfte es im Bereich QM schwierig werden. Das müsste noch intensiviert werden, da es beim Fachwirt alleine zu oberflächlich ist.

  • Ich habe im vergangen Jahr meinen Fachwirt gemacht und hatte mich damit auch beworben. Beim MDK hätte ich Vollzeit anfangen können oder im Homeoffice für ein Medizinproduktevertrieb in Teilzeit. Ich kam jedoch in meinen Wunschstudiengang in Psychologie rein und somit hatte sich beides erledigt. Ich wohne in NRW und muss sagen, dass natürlich viel Recherche nötig war. Selten gab es Stellen die direkt auf Fachwirte zugeschnitten waren. Im Patientenmanagement eines Krankenhauses hat jetzt eine Freundin von mir angefangen mit dem Fachwirt. Ich würde nicht sagen dass die Jobaussichten schlecht sind, eher das es viel Kreativität in den Bewerbungen und in der Recherche erfordert.

    Gibt es andere Wege sich als Ergotherapeut fortzubilden? Ggf in einer Praxis die Leitung zu übernehmen?

    Ansonsten evtl. mit deinem Arbeitgeber besprechen ob es für dich auch mit dem Fachwirt einen Aufstieg im Unternehmen kann?

    Falls dies nicht der Fall ist und du verunsichert bist, würde ich dir empfehlen nach dem Fachwirt den Betriebswirt der IHK zu machen, da sind die Jobaussichten in einem höheren Maß vorhanden.

    LG

  • Danke Chris70@. Sehr gute Infos.:)


    -----------

    Hallo Emsen:),

    Und genau als Praxisleitung will ich nicht arbeiten. :?:cry:

    Ich will einfach aus meiner Branche raus (sehr schlechten Arbeitsbedingen, Arbeitslosigkeit, wenig Geld im Job (schlechte Rente).

    Ich bin SEHR unzufrieden in meinem Job.