Frage zum System IHK / DIHK wegen der Prüfung

  • Vielleicht kann mir das einer der erfahrenen Dozenten, Mitleser, Prüfer beantworten. Was sind das für Leute die, die IHK Prüfung schreiben. Sind das langjährige Leute von der DIHK, ohne Bezug zum täglichen Lehrgang und Schülern oder kommen dort Leute aus verschiedenen IHK's zusammen und erstellen die Prüfung? Da ja auch in anderen Social-Media-Kanälen der Frust groß ist und man diverse Antwortschreiben der DIHK lesen konnte, z.B. "Milkrun gehört zu Logistik und das Wort Logistik steht im Rahmenplan" oder "der Variator steht in der Formelsammlung" deswegen ist alles i.O. (obwohl ich jetzt schon mehrere Prüfer gehört habe, dass dieser überhaupt nicht praxistauglich und völlig veraltet ist), stellt sich mir die Frage, was dürfte denn theoretisch nicht in der Prüfung dran kommen? Man kann ja jedes Wort aus der Wirtschaft einem Begriff aus dem Rahmenplan zuordnen. Gibt es da Grenzen? Wer setzt die Grenzen? Oder müsste man den Fachwirt für Güterverkehr und Logistik, den Medienfachwirt, Bankfachwirt, technischen Fachwirt, Fachwirt für Organisation und Führung, Industriefachwirt machen etc. etc. bevor man den Wirtschaftsfachwirt macht, damit man auch von allem was mitbekommen hat? Das letzte war sarkastisch, aber die Fragen sind ernst gemeint.

  • Hallo,

    ich kann nur aus meinem Bereich berichten (Fachwirt Gesundheits- und Sozialwesen). Ich habe den Kurs selbst nicht bei der IHK gemacht. Wir hatten einen Dozenten (Freiberufler) der uns erzählt hat, das er am Erstellen der Prüfungsfragen mitarbeitet. Dieser Dozent hat uns im Unterricht den Unterschied zwischen einer Berufsausübungsgemeinschaft und Praxisgemeinschaft falsch erklärt, bis ich eingeschritten bin und es richtig gestellt habe. Auch teils andere, gängige und wirklich einfache Dinge wusste er nicht oder hat er falsch erklärt. Wenn dieser Herr wirklich an der Erstellung der Fragen beteiligt ist, dann gute Nacht. Ich hoffe mal er korrigiert nicht auch noch ;(.

  • Ich verstehe deinen Frust Activa , man hat wirklich das Gefühl bei manchen Konstellationen der Fragesteller, was haben die nur geraucht. Die Grenzen setzt letzten Endes die jeweilige Verordnung. Genau da steckt auch das allgemeine Problem für die Prüfung, die Wirtschaft ist vielschichtig, wandelbar umfassend und man lernt, dass man heutzutage ein breit gestrecktes Wissen benötigt um in der Vielzahl der Informationen fundierte Entscheidungen wirtschaftlich und rational richtig treffen zu können.


    Inwiefern nun der Prüfungsersteller seine aufgeschnappten Häppchen und Stichworte die er aus den Morgennachrichten in eine Fragekonstruktion beschissenster Güte umwandeln muss, sei da hin gestellt. Vielleicht ist auch ein Problem die Vielzahl an Prüfungen die jedes mal erstellt werden müssen, dass dadurch für den Personenkreis der diese erstellt, die Grenzen verwischen und deswegen das allgemeine Niveau steigt? Es ist schwer zu sagen, sicherlich wäre hier eine bessere Qualitätsprüfung der erstellten Prüfungen angebracht. Jedoch ohne die Abläufe zu kennen und ohne jemals mit einer dieser Personen gesprochen zu haben, bleibt nichts als Spekulation.


    Hier könnte der DIHK durchaus transparenter sein, schließlich ist es ja ein miteinander, wenn sie die Leute immer weiter durch so etwas vergraulen - geht am Ende keiner mehr hin.. ,oder vielleicht jammern die Leute heutzutage einfach viel mehr und der Schwarm in sozialen Netzwerken denkt das er sich benachteiligt fühlt. Es gibt schließlich immer zwei Seiten auf einer Münze.

    geprüfter Industriefachwirt (IHK) 02.2019 ✅
    REFA-Produktionsplaner 10.2016 ☑
    REFA-Arbeitsorganisator 12.2015 ☑
    Ausbildung der Ausbilder nach AEVO 01.2015 ☑
    Industriekaufmann 01.2013 ☑
    Kaufmann im Einzelhandel 06.2009 ☑

  • @Aktiva ich sehe es genauso wie du.

    Das was die IHK hier abgezogen hat ist in meinen Augen eine einzige Frechheit gewesen.

    In meinen Augen müssen Sie hier einlenken, sonst macht in Zukunft keiner mehr einen Lehrgang dort,

    ich kenne so viele die eigentlich im Anschluss den Betriebswirt bei der IHK machen wollten, nach der HQ Prüfung vom 22.07.+23.07.

    haben fast alle die Anmeldung zurückgezogen und in einer Beschwerde an die IHK den Rückzug damit erklärt, dass die Prüfung derart willkürlich zusammengestellt war, dass Sie keinen Sinn darin sehen nochmal viel Geld und Zeit in die IHK zu investieren um dann am Ende wieder eine solche Prüfung vorgelegt zu bekommen.


    Kannst du mir sagen wo man z.B. die Antworten der IHK lesen kann?
    Das würde mich ja wirklich interessieren, zumal ich schon von einigen gehört habe, dass die AW der IHK
    mehr als frech war.


    LG
    Biene

  • Kannst du mir sagen wo man z.B. die Antworten der IHK lesen kann?
    Das würde mich ja wirklich interessieren, zumal ich schon von einigen gehört habe, dass die AW der IHK
    mehr als frech war.


    Schau mal auf Facebook, da gibt es Gruppen für WFW. Da musst du die Kommentare zur WBQ/HSQ durchsuchen.


    Die angehenden Wirtschaftsfachwirte sollten sich dann wohl ausführlich mit den Themen der Nobelpreise für Wirtschaftswissenschaften auseinandersetzen, weil könnte ja irgendwas mit dem Rahmenplan zu tun haben. Vielleicht haben sie auch Glück und es kommt nur die Bierdeckeltheorie von Friedrich Merz dran.

  • Hallo Activa,


    ein bisschen googeln hilft ;)

    Die Aufgaben für IHK-Fortbildungsprüfungen werden von sogenannten Landesfachausschüssen erstellt oder ausgewählt und beschlossen. Diese Ausschüsse werden gemäß § 40 (1,2) BBIG zusammengesetzt. Sie bestehen aus mindestens 3 sachkundigen und für die Mitwirkung im Aufgabenerstellungswesen geeigneten Mitgliedern.

    Die Mitglieder müssen mehrere Voraussetzungen erfüllen, u.a. die Prüfungsvorschriften sowie den gültigen Rahmenplan kennen sowie mehrjährige einschlägige Berufserfahrung nachweisen. Darüber hinaus müssen sie Mitglied in einem IHK-Prüfungsausschuss sein und über Prüfungserfahrung verfügen und obendrein eigene Erfahrung in der beruflichen Praxis mitbringen.


    Dass die Prüfungsfragen manchmal etwas geschraubt formuliert sind, ist keine Neuigkeit. Ich bereite meine Teilnehmer gezielt auf den Umgang mit doofen Prüfungsfragen vor, so dass sie auch mit merkwürdigen Fragestellungen zurecht kommen.


    Was mir jedoch in meiner Prüfungspraxis seit Jahren auffällt, ist u.a. ein durchgängiges Ignorieren der Aufgabenstellung seitens der Prüfungsteilnehmer. Statt Beschreibungen, Erklärungen oder Erläuterungen zu liefern, wie es in der Aufgabenstellung gefordert ist, finde ich Halbsätze, Spiegelstriche, zusammenhanglose Stichwörter. Und da frage ich mich, was in den Prüfungsvorbereitungen schief läuft. Meine Erwartung an einen Bildungsträger ist, dass die Prüfungsteilnehmer so gut vorbereitet werden, dass sie wissen, was z.B. eine Erklärung ist, und diese auch liefern können.


    Mir ist nicht ganz klar, inwiefern die IHKs hier "einlenken" sollen. Die Prüfungen sind anspruchsvoll. Den Abschluss bekommt man nicht geschenkt, man muss richtig viel dafür tun. Und wenn man dann die Aufgaben so ausführlich bearbeitet, wie es gefordert ist, dann kann einem schon gar nicht mehr so viel passieren. Daher schlage ich vor, dass Ihr erst mal auf die Ergebnisse wartet. Meist fallen die gar nicht so schlecht aus, wie zunächst befürchtet.

    Wenn Ihr das Gefühl habt, nicht ausreichend auf die Prüfung vorbereitet gewesen zu sein, wendet Euch vertrauensvoll an Euren Bildungsträger und / oder überprüft Eure eigenen Lernstrategien.


    Viele Grüße

    Tiba

    Wirtschaftsfachwirtin, Dozentin, Prüferin

  • Das die Prüfungsfragen schräg formuliert werden ist ja klar und wir wurden auch darauf vorbereitet und uns wurde auch 100mal gesagt. Bei "Erläutern" schreibt ein paar Sätze mehr und bei "Nennen" reichen Stichpunkte. Alles geschenkt.


    Das Problem ist das Themen dran kommen, welche veraltet, praxisfern, zu falschen Ergebnissen führen können (Variator). Dass diese Themen nicht im IHK-Textband zu finden sind und es ein Glückspiel ist, ob ein Dozent dieses Thema erwähnt hat. Milkrun war ja anscheinend mal vor einiger Zeit in den Skripten der IHK. Warum wurde das Thema rausgenommen und nun abgefragt? Da kann man Monate lang gelernt haben und weiß bei manchen Aufgaben genauso so viel wie der, der die Abende lieber mit Zocken verbracht hat. Als wenn es nicht genug Stoff gibt, der allen zugänglich war. Dann eben selbst Schuld wenn man es nicht gelernt hat. Die Frage ist ja was grenzt der Rahmenplan ein? Gar nichts! Aber ich habe mich in den anderen Threads zur HSQ-Prüfung und WBQ-Prüfung genug ausgek....

    Ich will den Fachwirt auch nicht geschenkt haben, aber von Fairness kann da keine Rede sein, wenn die abfragen können was die wollen. Und das ist für jeden ärgerlich egal ob Kippe zum Bestehen oder Kippe zur Eins, Zwei oder Drei.