Wirtschaftsfachwirt im Eigenstudium

  • Hi Zusammen :)


    ich habe mich nach längerer Überlegung dazu entschieden den Wirtschaftsfachwirt in Angriff zu nehmen.

    Nach meinem Realschulabschluss habe ich eine 3-jährige Ausbildung zum Industriekaufmann hinter mir und will nun Bildungstechnisch den nächsten Schritt gehen, um mir danach eventuell meinen Traum vom studieren erfüllen zu können. Aus Kostentechnischen Gründen als auch zeitlicher Flexibilität habe ich mich dazu entschieden, dem Fachwirt im Eigenstudium nachzugehen.

    Unterlagen sind hierfür die IHK Skripte, der Rahmenplan, sämtliche Prüfungen aus den Jahren davor und die Kiehl Bände für die Prüfungen zum Wirtschaftsfachwirt. Rechtsbücher habe ich ebenfalls.


    Meine momentane Vorgehensweise ist es, erst die IHK Skripte zu lesen, zusammen zu fassen und anschließend zu lernen. Möglicherweise dann noch mit den Büchern Lerninhalte ergänzen. Ist das für jedes Skript des WBQ-Teils erledigt, würde ich alte Prüfungen durcharbeiten bis der Stoff sitzt. An sich erscheint es mir in dieser Vorgehensweise am logischsten und am effizientesten. Ich will die Prüfung natürlich auch gut bestehen und nicht einfach so knapp durchkommen. Denke das ist ein Denkansatz der für das spätere Studium auch wichtig wird. Aber ich habe das Gefühl, es zieht sich durch diese Herangehensweise alles etwas mehr "unnötig" in die Länge.


    Jetzt hab ich mal eine Frage an diejenigen unter euch, die den Wirtschaftsfachwirt in Eigenregie abgeschlossen haben.

    Wie seid ihr hier strukturell vorgegangen? Wie war eure zeitliche Planung und Einteilung? Wie lange habt ihr bis zu den Prüfungen gewartet? Habt Ihr beide Prüfungen am Stück geschrieben oder mit zeitlichem Abstand? Und vor allem, wie gut habt Ihr euch für die Prüfungen vorbereitet gefühlt?


    Ich bedanke mich jetzt schon für Antworten, Tipps und Anregungen :)


    Mit Freundlichen Grüßen:thumbsup:

  • Hallo Soren,


    Willkommen im Forum und Respekt für deine Planung.

    Als Industriekaufmann hast Du beste Voraussetzungen den WiFa erfolgreich zu bestehen, die Lernfelder werden natürlich vertieft.
    Ich kann nur aus eigener Erfahrung sagen das Du nicht jedes Skript erst zusammenfassen solltest sondern schon während dessen Prüfungsaufgaben z.b zum Deckungsbeitrag oder zur Äquivalenzziffer bearbeiten solltest.
    wenn du jedes Skript nach deinem Plan durchgehst besteht das Risiko das du die Themen im 1. Kapitel nicht mehr anwenden kannst.
    Die Zusammenfassungen kosten unendlich viel Zeit, zusätzlich würde ich noch Karteikarten oder auch Audiodateien erstellen um bei der Arbeit oder Sport diese durchzugehen


    Gruß und viel Erfolg auf dem Weg zum WiFa


    Michael

  • Hallo Soren,


    das ist ein ambitionierter und zugegeben auch mutiger Plan. Das kann gut gehen, muss es aber nicht.

    Ich will dir es nicht ausreden, aber du solltest schon wissen worauf du dich einlässt.

    Die Durchfallquoten sind sehr hoch, je nach Quelle und Jahr, irgendwo zwischen 60 und 70%.

    Knackpunkt ist bei fast jedem Recht und Steuern. Ein Großteil der Durchfaller werden dort produziert. In das Fach oder die beiden Fächer musst du dich echt voll reinhängen, sonst wird es schwer. Ansonsten ist Industriekaufmann eine sehr gute Ausgangssituation, besser ist eigentlich nur Rechtsanwalt oder Steuergehilfe. Ich habe es auch als Industriekaufmann vor Kurzem geschafft, aber mit Unterricht.

    100%ige Vorbereitung schaffst du nur mit dem Kurs, zu viele Dinge erfährst du einfach so nicht. Sei es Wissen von den Dozenten oder durch den Austausch mit den anderen Studenten. Vom Lernen würde ich dir raten. Häng viel in Recht und Steuern rein und auch in Unternhemensführung. Rechnungswesen kannst du als Industriekaufmann eher vernachlässigen, da bist du schon relativ fit. VWL/BWL schaffen die meisten und ist auch für die meisten nicht so schwer.

  • Hallo Soren,


    Rechnungswesen kannst du als Industriekaufmann eher vernachlässigen, da bist du schon relativ fit. VWL/BWL schaffen die meisten und ist auch für die meisten nicht so schwer.

    gerade beim Industriekaufmann wurde ja eh schon der Schwerpunkt auf KLR mit Rentabilität und Planungsrechnung gelegt…

    Auch in WISO wurden schon Angebots und Nachfragekurven gezeichnet und Kartelle und VGR waren eh die Schwerpunkte.
    es liegt vielleicht auch daran das die Prüflinge mit so einer Einstellung es eben nicht oder nicht zufriedenstellend schaffen.

  • Also erstmal Danke für die Antworten :)


    Das die Durchfallquoten so hoch sind, kann ich ja fast gar nicht glauben :shock: liegt denke ich bestimmt auch viel an Quereinsteigern in die wirtschaftl. Richtung.

    Das es natürlich ein ziemlich großes Vorhaben ist weiß ich, geplant sind jeden Tag 2h lernen + einem Tag Powerlearning an Wochenden (8-9h)

    Hab mich jetzt erstmal stark mit VWL und BWL auseinandergesetzt und muss sagen, ich war eher überrascht. Fand den ganzen Stoff bzw. auch die Aufgaben Strukturierung jetzt nicht wirklich wild... gut kann natürlich an den Vorkenntnissen durch die Ausbildung kommen.

    Für mich ist die momentan Herausforderung eher, das es einfach viel auswendig lernen ist.

    Wenn ich mir so die ReWe Prüfungen aus den Vorjahren anschaue ist das für mich in Verbindung mit der Formelsammlung auch eher eine Industriekaufmann Abschlussprüfung 2.0... .

    Vlt liegt der Fehler aber bei mir und ich hab irgendetwas außer acht gelassen :D

  • Moin Sören,


    also ich habe den technischen Fachwirt bei einem Träger absolviert und die Vorlesungen + Skript haben mich eigentlich nichts gebracht.

    Da ich ein recht fauler Hund bin war der einzige Vorteil, dass ich mich während Präsenzvorlesungen zumindest mit dem Stoff auseinandergesetzt habe und

    mich nicht aus Eigeninitiative Abends oder am WE hinsetzen musste. Als gelernter Industriekaufmann ist der WBQ-Teil auch recht einfach zu packen ich persönlich muss sagen ich fande meine Ausbildung anspruchsvoller als den Fachwirt, gerade REWE war um einiges tiefgehender was z.B Buchungen etc. angeht. Ich kann dir nur den Tipp mitgeben einfach mit den alten Prüfungen zu lernen und gerade im TQ Bereich gibt es eigentlich für alle Themen gute YT-Videos die einem alle möglichen Themen näher bringen. Was als gelernt Kaufmann erstmal sehr suspekt wirken kann (so ging es mir zumindest) ist der Zeichnungsteil von TKOM. Hier empfehle ich dir wenn du im Betrieb einen Buddy aus der Konstruktion o.ä hast dir mal zeigen zu lassen, wie man 1. technische Zeichnungen überhaupt ließt und vor allem wie man zeichnet! Alternativ gibt es hierzu aber auch YT-Videos die das auch mir verständlich machen konnten. Bei fragen melde dich einfach bei mir, ist alles noch recht frisch ;)

  • Das die Durchfallquoten so hoch sind, kann ich ja fast gar nicht glauben :shock: liegt denke ich bestimmt auch viel an Quereinsteigern in die wirtschaftl. Richtung.

    Das es natürlich ein ziemlich großes Vorhaben ist weiß ich, geplant sind jeden Tag 2h lernen + einem Tag Powerlearning an Wochenden (8-9h)

    Hab mich jetzt erstmal stark mit VWL und BWL auseinandergesetzt und muss sagen, ich war eher überrascht. Fand den ganzen Stoff bzw. auch die Aufgaben Strukturierung jetzt nicht wirklich wild... gut kann natürlich an den Vorkenntnissen durch die Ausbildung kommen.

    Wenn ich mir so die ReWe Prüfungen aus den Vorjahren anschaue ist das für mich in Verbindung mit der Formelsammlung auch eher eine Industriekaufmann Abschlussprüfung 2.0... .

    Die Durchfallquoten sind in den letzten Jahren deutlich mehr geworden, insbesondere seitdem man auch jetzt offiziell den Titel Bachelor verwendet.

    60-70% wurden uns von den Dozenten genannt und später von dem Einrichtungsleiter bestätigt.


    VWL/BWL und Rechnungswesen bestehen in aller Regel die Meisten. Normalerweise so 80-90%.

    Das ist definitiv am Leichtesten und da liegt nicht das Problem. Es sind wie schon gesagt die beiden anderen Prüfungen Unternehmensführung und Recht und Steuern. Und gerade Recht und Steuern ist knackig. Viel neuer und auch nicht unbedingt ganz einfacher Stoff, auch als Industriekaufmann und nur sehr wenig Zeit in der Prüfung.