Prüfung Herbst 2025 - Wie fandet ihr diese?

  • Hallo zusammen,


    ich habe vor ein paar Tagen die Prüfung im Bereich Fachwirt für Büro- und Projektorganisation abgelegt (Herbst 2025) und wollte mal hören, wie ihr die Prüfung fandet.

    Persönlich empfand ich den ersten Tag – bis auf die Bilanz – ziemlich fair. Tag 2 war für mich eine echte Herausforderung. Die erste Frage zum Thema agiles Führen fand ich sehr interessant, allerdings fiel es mir schwer, passende Antworten zu finden. Besonders, weil es ja noch drei Unteraufgaben (a, b, c) mit insgesamt rund 15 Punkten gab.

    Auch das Thema Diversität fand ich anspruchsvoll und konnte dazu kaum Antworten geben. Auch hier waren es bestimmt 15 Punkte...

    Punkte über Punkte wo ich nur bedingt Antworten parat hatte...


    Auch die Berechnungsaufgabe am zweiten Tag mit den Zinsen war für mich etwas knifflig. Leider habe ich dort die 10.000 mal 1,05 hoch 5 gerechnet (also 12.782). Meiner Einschätzung nach hätte man aber nur mit hoch 2 rechnen dürfen, da die Zinsen wohl nur für zwei Jahre berechnet werden sollten. Weiß es aber nicht sicher.

    Außerdem glaube ich, dass die zweite Dame nicht bezugsberechtigt war, da sie erst 19 Jahre im Unternehmen bei Renteneintritt war.

    Beim Personalbedarf hatte ich 1,22 berechnet, was vermutlich auch nicht korrekt war, weil ich die Anzahl der Mitarbeiter in der Ausgangssituation nicht berücksichtigt habe.

    Wie habt ihr die Prüfung erlebt? Könnt ihr euch noch an weitere Themen oder Fragen erinnern? Mir ist vieles schon etwas entfallen.


    Ich freue mich auf eure Rückmeldungen!


    Viele Grüße

    2 Mal editiert, zuletzt von FRANZL (25. September 2025 um 18:28)

  • Hallo,

    Ich fand den ersten Tag auch sehr gut, jedoch fand ich die Bilanz Aufgabe schwer, weil ich das Thema nicht drauf hatte. Zu meiner Verteidigung muss ich sagen, dass ich nur einige Wochen Zeit hatte zu lernen. Ich hatte mich vor einigen Monaten zur Prüfung angemeldet, hab aber aufgrund des Rahmenplans für mich beschlossen, dass ich für die Theorie die Berufserfahrung mitbringe.


    Das Thema Diversität und Agile Leadership fiel mir aufgrund der Berufserfahrung einfach. Ich hatte einen Blackout bei dem Netzplan, weil ich dort nicht wusste, wie ich den nach Nachgänger Knoten beschrifte, im Sinne der frühesten Anfangszeit. Die Aufgabe mit den Zinsen hab ich vergeigt, weil ich die einfach Zinsrechnung angewendet habe und nicht den Zinseszins. Allerdings sehe ich es auch so, dass die zweite Dame nicht bezugsberechtigt war und das hab ich auch so geschrieben.

    Beim Personalbedarf hatte ich auch 1,22 raus. Es fehlte aus meiner Sicht der Bruttopersonalbedarf, der nicht angegeben war, oder ich habe es übersehen.

    Trotz der etwas schwächeren Leistung am zweiten Tag glaube ich, dass ich durch den ersten Tag viel aufholen kann, so dass ich denke, dass ich durchschnittlich auf 60-70 Punkte kommen werde.


    Ich weiß jedoch nicht, wie streng die Prüfer sind.

  • Beim Personalbedarf hatte ich auch 1,22 raus. Es fehlte aus meiner Sicht der Bruttopersonalbedarf, der nicht angegeben war, oder ich habe es übersehen.

    Kann es sein das man den Personalbedarf bei diesen Aufgaben, als 2 beantworten muss?

    Also wie bei zum Beispiel im Rechnungswesen beim Break Eaven Point, mit 23,44 Produkten hat man die Gewinnschwelle erreicht, aber keiner kauft 0,44 Produkte --> ab 24 gibt es Gewinn.

  • Vielen Dank für euer Feedback!

    Ich bin mir selbst nicht ganz sicher, aber ich vermute, dass man bei der entsprechenden Aufgabe den Bruttopersonalbedarf aus der Situationsbeschreibung entnehmen sollte – und genau das wohl der Stolperstein war. Ich meine, die Aufgabe war mit 5 Punkten bewertet. FachW und ich haben als Bruttopersonalbedarf die 61 angenommen. Ich denke aber, dass man dafür trotzdem noch 1–2 Punkte bekommen dürfte.

    Ich könnte mir vorstellen, dass bei einer korrekten Herleitung des Bruttopersonalbedarfs aus der Situation gar kein Komma-Ergebnis entstanden wäre, was ein zusätzlicher Hinweis auf einen Fehler gewesen sein könnte. Immerhin: Vielleicht gibt’s trotzdem noch 1–2 Punkte für den Ansatz oder Rechenweg.

    Und klar, die 1,22 Stellen sind so oder so kein sinnvolles Ergebnis – das hätte natürlich auf eine ganze oder halbe Stelle (also z. B. 1,5 oder 2) aufgerundet werden müssen.

    Gerade bei den Themen Diversity und agiles Führen hoffe (und denke) ich, dass bei der Korrektur etwas großzügiger bewertet wird. Einfach deshalb, weil viele von uns in dem Bereich vermutlich nicht so sattelfest sind. Bei uns im Kurs wurden diese Themen in den letzten 1,5 Jahren – wenn überhaupt – nur am Rande behandelt. Und wenn man damit beruflich nichts zu tun hat, wird’s natürlich schwierig, konkret darauf einzugehen. Ich hab es versucht, aber sehr "übersichtlich".

    Bei der Aufgabe mit den Zinsen aufgrund der langen Betriebszugehörigkeit war für mich die Frage: Werden die zwei oder fünf Jahre verzinst? Also: Wird das Kapital von 10.000 Euro schon ab dem 01.01.2025 zurückgelegt und bis zum Rentenbeginn verzinst – oder eben nicht? Für mich ging das nicht eindeutig aus der Beschreibung hervor, weshalb ich mit fünf Jahren Verzinsung gerechnet habe. Könnte mir aber vorstellen, dass es nicht passt.


    Der Netzplan hingegen fiel mir tatsächlich sehr leicht. Der ist übrigens in der Formelsammlung auf Seite 66 sehr detailliert beschrieben – inklusive Schema. Mein Ergebnis waren 66,75 Tage, und mit dem zusätzlichen Verzug von 10 Tagen kam ich auf 76,75 Tage, da kein Puffer mehr vorhanden war. Die Angabe von Tagen und Stunden war nat. "IHK-like" :D.

    Viele Grüße

  • Kann es sein das man den Personalbedarf bei diesen Aufgaben, als 2 beantworten muss?

    Also wie bei zum Beispiel im Rechnungswesen beim Break Eaven Point, mit 23,44 Produkten hat man die Gewinnschwelle erreicht, aber keiner kauft 0,44 Produkte --> ab 24 gibt es Gewinn.



    Nein, es wäre dann eine Vollzeitstelle und 0,22 Rest als Aushilfe möglich, sofern die 1,22 richtig waren. Äquivalentvollzeit.


  • Ich habe am Ende drei Netzpläne gehabt. Bei dem einem 55 Tage Dauer und das andere 66,75 Tage. Ich weiß am Ende nicht, welche Lösung ist für gültig hab erklären lassen…


    Ich weiß nicht. Man muss von 200 Punkten 100 Punkte erreichen zum Bestehen. Wird wohl machbar sein, aber ich bin dennoch skeptisch, wie die Prüfer am Ende bewerten.

  • Das mit den 66,75 Tagen hatten bei uns tatsächlich mehrere als Ergebnis – ich könnte mir gut vorstellen, dass das richtig ist. Auch die 76,75 Tage sollten passen, vorausgesetzt, das eine Arbeitspaket verschiebt sich wirklich genau um 10 Tage. Warum es dafür allein schon 3 Punkte gab, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel – das war im Vergleich zu manch anderer Aufgabe wirklich machbar.

    Du hast absolut recht: Die große Frage ist am Ende, wie das alles bewertet wird – zum Beispiel auch beim Thema Radiospot. Sowohl was den Aufbau des Interviews (mit den vier Fragen) betrifft, als auch den Zeitpunkt der Ausstrahlung.

    Ich habe mich nach der Schule orientiert und den Spot jeweils 2x täglich unter der Woche nach der Schule am Nachmittag eingeplant – also insgesamt 40 Ausstrahlungen unter der Woche Zusätzlich habe ich an den 5 Wochenenden je 5x pro Tag (Samstag & Sonntag) senden lassen, also nochmal 50 (5x5x2) Ausstrahlungen. In Summe also 90, was ja innerhalb des geforderten Rahmens von 90–100 liegt. Ich hab mich bewusst für diese Verteilung entschieden, ob man das für gut befindet, weiß ich nicht.

    Bei den Interviewfragen für den Azubi habe ich mich ein bisschen am AIDA-Prinzip orientiert:

    Eingangs die Aufmerksamkeit (weiß aber nicht mehr genau, was ich geschrieben habe)

    Danach:

    Warum genau diese Ausbildung?

    Warum gerade bei diesem Unternehmen?

    Was macht ihm besonders Spaß?

    Und zum Schluss: Würde er die Ausbildung nochmal machen?

    Die Fragen also aufeinander aufgebaut.

    Zudem bewusst offene Fragen, damit der Azubi den Hauptredeanteil hat. Wie das aber objektiv bewertet werden soll, ist mir ehrlich gesagt ein Rätsel – da gibt’s ja zig mögliche Herangehensweisen und Ansätze

  • Von den 90-100 Tagen Rahmenbedingungen weiß ich nichts :D wieder was übersehen. Oh man.

    Einmal editiert, zuletzt von FachW (14. September 2025 um 15:26)

  • Hi Leute,

    der Rechenweg gibt Teilpunkte, sofern dieser ordentlich und nachvollziehbar dokumentiert wurde. Dem jeweiligen Prüfer muss ersichtlich sein, dass der Teilnehmer die Rechnung / die korrekte Vorgehensweise verstanden hat. Falsche Angaben, Ergebnisse etc. geben natürlich Abzug, aber nicht alles…


    Bei Theorieaufgaben gibt es oft sehr viele richtige Antwortmöglichkeiten. Wichtig ist die Erklärung der Antwort. Liefert ihr dem Prüfer eine logische Antwort / eine logische Sichtweise, so erhaltet ihr auch die Punkte. Die offiziellen Lösungshinweise der DIHK decken hier oft nur ein sehr kleines Spektrum an möglichen Antworten ab. Es handelt sich hier schließlich um „Lösungshinweise“.

    Aber wichtig, auch wenn Dinge abgefragt werden, die aus beruflicher Sicht bisher bei vielen Prüflingen nicht relevant / bekannt gewesen sein sollten: Gibt der Rahmenstoffplan diese Themen vor, muss der Prüfer davon ausgehen, dass die Inhalte vom Prüfling gekannt werden.

    Ruhig bleiben, Kopf hoch und durch 🍀


    Viele Grüße

    Lernkopf 89

    - Geprüfter Industriefachwirt IHK

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