Allgemeine Fragen - Wirtschaftsfachwirt

  • Hallo zusammen,


    nachdem ich im Frühjahr 2024 meine Abschlussprüfung zur Industriekauffrau erfolgreich abgelegt habe, bin ich nun am überlegen, die Weiterbildung zum Wirtschaftsfachwirt in Vollzeit zu absolvieren. Diesbezüglich habe ich aber leider noch einige Fragen, auf die ich keine Antwort im Internet finde. Gegebenenfalls kann mir hier jemand weiterhelfen. :)


    - Welche Anbieter genießen einen guten Ruf? Ich habe viel über ManQ, TA Bildungszentrum, SGD, GrandEdu, ZumFachwirt etc. im Internet gelesen, nur findet man dort leider auch negative Aspekte. Aus diesem Grund bin ich schon am überlegen, den Kurs direkt bei der IHK für den Raum Papenburg/Emsland zu absolvieren. Leider weiß man ja auch bei der IHK nicht, ob der Unterricht wirklich gut ist. Der Kurs wäre Vollzeit online täglich von 07:30 - 14:30 Uhr. Ich habe Bedenken an einen Anbieter zu geraten, der einem das Wissen nicht gut vermittelt und bei Fragen etc. nicht wirklich weiterhilft.

    - Wie komme ich an alte Prüfungen? Bis 2020 sind diese ja käuflich bei der IHK zu erwerben, mir geht es aber auch um die Jahre davor, da mir die letzten 5 Jahre zum Lernen nicht reichen ;)


    Mein Problem, nicht anzufangen, liegt tatsächlich an diesen beiden Fragen. Motivation bringe ich mit, nur möchte ich ungerne an einen falschen Anbieter geraten und kaum alte Prüfungen zum Lernen haben.


    Ich habe nun auch schon gehört, dass man mit der Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau eine gute Grundlage hat, um den Wirtschaftsfachwirt zu bestehen und bspw. Kaufleute für Büromanagement dort wahrscheinlich mehr Schwierigkeiten haben werden, diesen Fachwirt zu bestehen. Ist an dieser Aussage denn was dran? Ordentlich Prüfungsangst bringe ich dann nämlich doch mit. :?


    Ich würde mich freuen über Antworten. :)

  • Ich bin in einem Vollzeitkurs der IHK, sagen wir es mal so, an die alten Prüfungen vor 2020 wird man herankommen. Ich lerne mit Prüfungen der letzten 5 Jahre, wie mir empfohlen wurde.

    Gesetze, gerade das BGB, werden an den aktuellen Stand angepasst (ein gutes Beispiel eGbR, §327 ff. = Digitale Produkte usw.). Es macht für mich keinen Sinn, Prüfungen vorliegen zu haben, die einen Rechtsstand von vor 2020 aufweisen. Die eGbR wurde 2024 eingeführt, BGB Digitalreform gibt es seit 2022.

    Ich habe nun auch schon gehört, dass man mit der Ausbildung zum Industriekaufmann/-frau eine gute Grundlage hat, um den Wirtschaftsfachwirt zu bestehen und bspw. Kaufleute für Büromanagement dort wahrscheinlich mehr Schwierigkeiten haben werden, diesen Fachwirt zu bestehen. Ist an dieser Aussage denn was dran? Ordentlich Prüfungsangst bringe ich dann nämlich doch mit. :?

    Industriekaufrau ist schon eine sehr gute Basis, Rechnungswesen ist quasi die Wiederholung der Berufsschule (ggf. je Ausbildung etwas mehr). Das was für die meisten wirklich "neu" sein wird, ist der Umfang von "Recht und Steuern" und Unternehmensführung, da muss man viele Paragraphen lernen und da es auch den schriftlichen Teil der Ausbilder-Eignungsverordnung (AEVO) umfasst, kommt man um BBiG und JuSchG auch nicht herum. Ich erkläre in unserer Lerngruppe alles was mit Mathe zu tun hat und Recht und Steuern, jemand der im klassische Bürotätigkeiten bearbeitet, wird vermutlich nicht die "beschränkte Geschäftsfähigkeit von Minderjährigen" gelernt haben.

    Die IHK hat den Vorteil der Skripte, braucht man die Skripte unbedingt --> nein. Bei uns war es einfach, der IHK Kurs kostet weniger und ist gut bewertet (auch das Fortbildungszentrum). Danach würde ich den "zum Fachwirt" Anbieter wählen, es gibt so viel Literatur, der beste Anbieter bringt nichts, wenn man z. B. Gesetze nicht lernt und das muss man.

  • Hallo jessi_101,

    das Wichtigste ist es hier anzufangen und einen Kurs zu wählen. Deine Bedenken verstehe ich, dennoch würde ich auf schlechte Bewertung nicht immer allzu viel geben. Diese können natürlich berechtigt sein, dennoch spiegeln diese auch oft eigene (unerwartete) Erwartungen wider. Mit der IHK machst du keinen Fehler. Es gibt Präferenzen, die Präsenz- dem Onlineunterricht vorziehen. Beides hat seinen Charme. Wichtig ist, dass du im Unterricht gut aufpasst, Fragen stellt, Nichtverstandenes nacharbeitest und dich ggf. auch mit deinen Kurskameraden verbindest, um offene Fragen zu klären - unabhängig von deiner letztendlichen Entscheidung.
    Ich wünsche dir viel Erfolg - und auch Spaß - bei deiner Weiterbildung. Viele Teilnehmer berichten von einer schönen Zeit - fachlich wie auch sozial. :)

    Gruß
    anoynmo

    Industriekaufmann
    Wirtschaftsfachwirt
    Betriebswirt
    Ausbilder nach AEVO
    Fachgebiet Rechnungswesen
    IHK-Prüfer