Mündliche Ergänzungsprüfung Recht

  • Hallo zusammen,


    habe gestern meine Prüfungsergebnisse bekommen und muss leider nochmal in die mündliche Ergänzungsprüfung in Recht und Steuern.


    Die Ausgangssituation ist mehr als schwierig - habe nur 31 Punkte in der schriftlichen Prüfung und muss daher mindestens 88 Punkte in der Ergänzungsprüfung schaffen!!! :!:


    Mir ist bewusst, dass ich ziemlich gut vorbereitet sein muss.


    Ich wollte euch mal Fragen, ob ihr Erfahrungen mit Ergänzungsprüfungen gemacht habt? Wie detailliert wird gefragt? Worauf kommt es mehr an - Fachwissen oder wie man das Wissen verkauft??


    Würdet ihr nur bestimmte Bereiche in Recht und Steuern lernen oder alles aus dem Rahmenstoffplan?


    Danke schon mal im Voraus.


    Viele Grüße, gekko84

  • Hallo gekko84,


    ich will dir nicht den Mut nehmen aber mit der Aufgabe hast du dir was vorgenommen. 88 Punkte zu erreichen ist schon eine Ansage und das wird sicherlich nicht leicht zu erreichen.


    Was die Fragen angeht, da kann man schlecht was im Vorfeld zu sagen. Das hängt von den Prüfern ab und wo Sie Ihre Schwerpunkte und Prioritäten setzten. Auf jeden Fall zählt das Wissen!!!! Wenn du es noch gut verkaufen kannst, ist das sicherlich kein Nachteil aber die Prüfer machen das in der Regel schon lange und erkennen sehr schnell ob du, was weißt oder nur Drumherum schwafelst.


    Lernen solltest du alles, was im Rahmenstoffplan steht. Denn bei der hohen Punktzahl die du benötigst, werden die Prüfer sich nicht lange (wenn überhaupt) mit leichten Fragen aufhalten, sondern gleich voll einsteigen und mit schweren Fragen kommen. Die Zeit ist kurz um viele Punkte zu bekommen.


    Für den Fall das du auch wissen möchtest, wie eine Mündliche Prüfung so abläuft, kannst du das im Tread von Elif89 "Mündliche Ergänzungsprüfung Rechnungswesen" nachlesen. Ich habe dort neulich so einen Ablauf mal als Beispiel beschrieben.


    Ich wünsche dir jedenfalls viel Glück bei der Prüfung.


    Sven K

  • Hallo gekko84,


    ich musste auch in Recht / Steuern dran und ich kann absolut nachvollziehen wie du dich fühlst! Man weiß: alles oder nichts!
    Aber ich kann dich beruhigen: ich fand es nicht so schlimm.


    Erst mal zum lernen: Ich habe die beiden Skripte der IHK rauf und runter gelernt. Solche Sachen wie Arten von Steuern oder Verträge müssen einfach sitzen.
    Ich habe damals "nur" so um die 60 Punkte gebraucht. Weiß nicht mehr wie viele genau. Hatte am Ende über 80 Punkte.


    Zum Ablauf (IHK Regensburg):
    Anmeldung an der Pforte, man wird zum Prüfungszimmer geschickt wo man vor der Tür wartet bis jemanden einen holt.
    Bei mir waren es drei Prüfer, darunter einer meiner Dozenten. Sie fragen dich nach deinen Namen und bitten dich um den Perso und fragen ob du dich fit fühlst und die Prüfung ablegen willst.
    Danach geht es los mit Fragen.
    Ich wusste die erste Frage gleich nicht :roll: und ganz ehrlich: ich weiß die Antwort heute noch nicht.
    Ich habe aber ganz ehrlich gesagt das ich es leider nicht weiß und ob wir die Frage später nochmal nehmen könnten.
    Der Rest der Prüfung war dann fast ein Klacks und nach nicht mal 10min wurde ich vor die Tür geschickt damit sie das Ergebnis diskutieren konnten.


    Von den Fragen her weiß ich leider nicht mehr alle. Es wurden auf jeden Fall gefragt welche Vertragsarten es gibt (Miet-, Arbeits-, Pachtvertrag, etc.) und ob sie schriftlich sein müssen und wann die Schriftform sinnvoll ist. Wie eine Rechnung aufgebaut ist, welche Daten unbedingt darauf stehen müssen, etc. Dann noch irgendwas mit Minderjährige aber das weiß ich leider nicht mehr. Der Anwalt der damals prüfen hätte sollen ist im Schnee stecken geblieben deswegen war ein Steuerprüfer mit da und sie haben sich eher auf die Steuerfragen gestützt:
    Wie viel Prozent wir Umsatzsteuer haben, welchen Umsatzsteuersatz man auf Konzerttickets bezahlt und welchen bei Schnellrestaurants, z.B. MC (hier kommts drauf an ob mans mitnimmt oder nicht ;) ). Wie es mit der Steuer aussieht wenn man ein Paket in die Schweiz schickt und wie es sich mit den Zöllen verhält.


    Mehr an Fragen weiß ich leider nicht mehr. Bei den Verträgen bin ich anfangs etwas auf dem Schlauch gehockt. Die Prüfer haben mir dann aber ganz lieb weiter geholfen in dem sie gesagt haben "denken Sie mal an Ihre Wohnung"... da machte es pling und weiter gings :)


    Also ich kann von der mündlichen nur gutes berichten und habe die Erfahrung gemacht das die Prüfer wirklich nett sind und niemand dich fressen will.


    Ich wünsch dir schon mal viel Glück!


    Liebe Grüße,
    Arianne

  • Hallo zusammen,


    zunächst mal vielen Dank für eure Tipps. Hat mir etwas geholfen bei der Vorbereitung.


    Ich hatte heute morgen meine mündliche Ergänzungsprüfung und habe leider nicht bestanden.


    Das gute Vorweg: Es wäre machbar gewesen, wenn ich nicht eine 1 gebraucht hätte. Die Prüfer waren nett und haben einen bei unterstützt und kleine Hilfestellungen gegeben.


    Zum Ablauf:


    Man wartet in einem Vorraum mit anderen Prüflingen bis man aufgerufen wird.
    Wenn man hineingebten wird, werden zunächst die Personalien gecheckt und dann geht es schon los.
    Man wird aufgefordert sich gegenüber den Prüfern zu setzen, wobei ich gleich gefragt habe ob es möglich ist zu stehen, da ich im stehen besser überlegen kann. -> War auch kein Problem.


    Der Prüfer hatte mich gleich mit einem Fall konfrontiert:
    Der 6 Jährige Hannes erhält von seiner Mutter den Auftrag Brötchen zu holen. Die Mutter schreibt auf den Zettel was gekauft werden muss und der Junge kauft die Brötchen.
    Zugleich bittet sie die 14 Jährige Tochter Ihr eine Pizza zu kaufen.
    Was ist der unterschied zwischen diesen zwei Rechtsfällen??? Ist ein Kaufvertrag in beiden Fällen zustande gekommen??? -> die erste Frage habe ich schon vergeigt!!! Wer lernt schon im Detail was der Unterschied zwischen Bote und Vertreter ist???


    Die restlichen Fragen waren machbar, allerdings einige recht schwierig:


    Der Prokurist, der eine Beschränkung für Einkäufe bis 200 TEUR hat bestellt etwas für 250 TEUR. Wie ist die Rechtslage?
    Ein Einkäufer erhält einen Auftrag vom Chef, Ware für 250 TEUR zu bestellen obwohl seine Begrenzung bei 200 TEUR liegt. Wie ist hier die Rechtslage??
    Welche Rechte kann der Verkäufer in so einem Fall geltend machen?
    Welche Prokuraarten gibt es? Was ist der Unterschied?
    Welche Steuern fallen bei einer GmbH an?? Kann die Einkommenssteuer auch bei der GmbH anfallen? Wenn ja unter welchen Voraussetzungen??
    Wie muss der Eigentümer den Gewinn versteuern, den er aus der GmbH entnimmt?
    Nennen Sie je ein Beispiel für eine Bundessteuer, Landessteuer, Gemeinschaftssteuer, Gemeindesteuer?
    Wie viele Steuerklassen gibt es? Wie unterscheiden sich diese voneinander?


    Ich hoffe die Infos helfen denen, die noch in die mündliche Ergänzungsprüfung müssen.


    Mir bleibt leider nix anderes übrig als bis März zu warten und das Thema nochmal nachzuschreiben.


    Ich wünsche euch viel Erfolg bei allen Prüfungen die noch anstehen.


    gekko84

  • Hallo gekko84,


    schade das Du es nicht geschafft hast :( .
    Eine 1 ist nun mal sehr schwer zu erreichen in der Mündlichen. Aber sieh es positiv. Beim 2. Anlauf hast du jetzt die Möglichkeit dich voll und ganz auf Recht und Steuern zu konzentrieren. So kannst du sicherlich eine bessere Note erreichen, als du in der Nachprüfung mit einer 1 hättest bekommen können.


    Gruß SvenK