Hallo Schadra,
Prüfer sind moralisch gefestigte Menschen, die wissen, dass Prüflinge Rechte haben.
Für mich als Prüfer gehören Widersprüche dazu, und ich gehe damit rational um. Weder bekomme ich wegen eines Widerspruchs Ärger, noch bin ich dem Prüfling böse und bewerte ihn beim nächsten Mal schlechter.
Die Verordnung sagt: "Im Fachgespräch soll ausgehend von der Präsentation die Fähigkeit nachgewiesen werden, betriebspraktische Probleme zu analysieren und Lösungsmöglichkeiten unter Beachtung der maßgebenden Einflussfaktoren zu bewerten."
Wirtschaftliche Aspekte sind für mich "maßgebliche Einflussfaktoren".
Die Chancen des Widerspruchs kann ich aus der Ferne nicht einschätzen. Statistiken helfen auch nicht weiter, da es sehr viele sinnfreie Widersprüche gibt, oft angestoßen von unterbeschäftigten Rechtsanwälten.
Trotzdem ein Hinweis: Die 39 P wären im vorliegenden Fall nur dann zu korrigieren, wenn Inhalte im Fachgespräch Inhalte gefordert wurden, die nicht gefordert werden dürfen. Hast Du keinen Fachdozenten, der Dir eine Einschätzung geben kann?
"Ich habe einen Brief bereits an die IHK geschickt mit der bitte um eine fachliche Stellungnahme warum der wirtschaftliche Teil so einen hohen Stellenwert hatte in der Prüfung."
Zudem würde ich die Antwort abwarten. Dabei aber aufpassen, dass die Widerspruchsfrist von einem Monat nach Bekanntgabe nicht verstreicht.
LG
-Tim
Beiträge von TK
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Hallo DirkC,
ich mag Deine Grundhaltung nicht.
Prüfer sind Menschen, keine Deppen. Menschen machen Fehler. Der Gastprüfer wurde nicht vorgestellt und nicht im Protokoll vermerkt, daher musste der Ausschuss seinen Fehler eingestehen.
Deine Prüfungsleistung scheint nicht überzeugt zu haben, und daher solltest Du glücklich sein, eine zweite Chance zu bekommen.
Was die nicht korrigierte Seite angeht: Viel Spaß vor dem Verwaltungsgericht.
-Tim -
Hallo Sarah,
ich halte es auch für hilfreich, kein abgeschlossenes Projekt nachzuerzählen. Das mit der Ich-Perspektive ist mir als Prüfer nicht wichtig.
Ein Handout ist nicht vorgeschrieben. Versetz Dich in Deinem Fall in die Position des Prüfers, und frage Dich, ob Du ein Handout vermissen würdest. Letztlich schadet es nicht, und manche Kollegen sehen es als positiv, wenn sie eines erhalten.
LG
-Tim -
Hallo Daniel,
schließe mich meinen Vorrednern an. Wenn es so ist, wie von Dir beschrieben, fiele mir das sicher auf, aber ich würde ja sehen, dass es ein Irrtum ist. Von daher weniger dramatisch.
Viele Grüße!
-Tim -
Hallo Lernkopf 89,
"Wenn jedoch nur einer der drei regulären Prüfer Fragen gestellt hat, ist das schon ein eher seltener/merkwürdiger Fall. Ist mir bisher noch nie untergekommen."ich finde das nicht ungewöhnlich. Es ist ja oft so, dass in den Ergänzungsprüfungen mehrere Fächer geprüft werden, und da halten sich z. B. Personaler gern zurück, wenn es um Rechnungswesen geht.

Viele Grüße!
-Tim -
Hallo Dirk,
zu 1. Sehr ungeschickt, aber keine Aussicht auf einen erfolgreichen Widerspruch.
zu 2. Durchaus üblich. ABER: Die Zahl "4" verstößt gegen § 40 Abs. 1 und 2 BBiG.
zu 3. Dazu kann ich nichts sagen, weil die Angabe zu wenig konkret ist.
zu 4. Geht halt nicht. Zu Beginn der Prüfung war der Ausschuss aber vollzählig?
zu 5. Keine Aussicht auf einen erfolreichen Widerspruch.
Fazit: Wegen 2. würde ich an Deiner Stelle Widerspruch einlegen.
LG
-Tim -
Hallo Lisa,
die meisten zutreffenden Dinge wurden bereits geschrieben, und auch ich meine, dass es gleichgültig ist, wie viele Tage Du zur Verfügung stehst - Hauptsache, Du tust es. Es ist ein Ehrenamt, dementsprechend sind Opfer zu bringen. Die sind aushaltbar. Ich bin seit 32 Jahren Prüfer. Was zeigt, dass wir junges Blut brauchen.
Schön wäre, wenn Dein Arbeitsgeber es förderte, denn die Novelle des Berufsbildungsgesetzes ist der Ampel nicht gelungen und die Kleine Koalition macht keine Anstalten, das zu ändern. Eine klare bezahlte Freistellung - innerhalb eines vernünftigen Zeitbudgets - wäre wünschenswert. Wie auch mehr Respekt vor Prüfern seitens der Kammern, statt zweier halber belegten Brötchen am Tag. Nicht an allem sollte die IHK Geld verdienen müssen.
Was die zeitliche Belastung angeht, reduziert sich die mit jedem zusätzlichen Prüfer.
Manche Kammern haben die Anwandlung, einen mit 120 Korrekturen versorgen zu wollen. Bis vor einiger Zeit war ich bereit, das mit einem Kollegen zu machen; inzwischen finde ich, das es angemessen ist, das durch drei zu teilen.
Denn: Eine Kammer in einer großen Stadt in Baden-Württemberg fordert inzwischen für die Wiederholung einer 90-minütigen Prüfung eine Prüfungsgebühr von 270 Euro. Davon gehen - inklusive besagter belegten Brötchen
- 20 Euro an die Prüfer. Das ist inzwischen ein wirklich krasses Missverhältnis.
Daher sollten junge Menschen, wie Du, das System von innen verbessern. Wenn Du Unterstützung brauchst, kannst Du Dich gerne bei mir melden. Es gibt übrigens ganz nahe Stuttgarts sehr schöne Bezirkskammern, wie in LB und BB.
LG
-Tim -
Hallo Bobbywirds,
was spricht gegen den Industriemeister Metall? Liegt meiner persönlichen Meinung nach eine halbe Stufe über dem Fachwirt.
Wobei Du Dir vorher überlegen solltest, wo Du beruflich hin möchtest.
LG
-Tim -
Hallo Libre1234,
die IHK-München hat einen Prüfplan und weiß seit Monaten, wann die Korrektur fertig sein wird. Warum diese Termine nicht - unter Vorbehalt - kommuniziert werden, ist mir schleierhaft.
Ergo: Bei der IHK München anrufen.LG
-Tim -
Hallo Anni02,
ich antworte auf solche Anfragen normalerweise nicht, da sie an Personen gerichtet sind, die "auf der anderen Seite" stehen. Nun möchtest Du aber, dass ich antworte ...
Ich fange an mit dem Thema "Prüfungsangst". Die sollte gar nicht erst aufkommen. Prüfer sollen dem Prüfling "wohlwollend" begegnen. Steht in der Jobbeschreibung.
Der Ausschuss ist nicht Dein Feind. Er möchte, dass Du bestehst. Andererseits ist es Deine Aufgabe, dies dem Ausschuss zu ermöglichen. Bestehen alle, ist der Abschluss nichts wert.
Ich gelte als "harter Prüfer", aber bei mir gehen Prüflinge auch mit 100 P raus. Du musst kämpfen, überzeugen, dann ist alles gut. Dein Selbstvertrauen ist wichtig. Geh rein mit der Überzeugung, dass Du "denen" im Ausschuss zeigst, dass Du den Abschluss verdient hast.
Zum Thema "Vorbereitung": Keine klaffenden Löcher zu haben, ist wichtig. Also erst in die Breite lernen, dass Du auf dem Niveau 70 P bist. Dann in die Tiefe gehen.
Zum Thema "Methoden". Nach der neuen Verordnung stellt sich der Prüfling vor. Bitte bleib authentisch. Viele Träger machen dazu Vorbereitungen für viel Geld, mit dem Effekt, dass einem lauter trainierte Äffchen begegnen.
Das Gespräch solltest Du üben. Ob vorm Spiegel oder mit den Schwiegerleuten - egal. Aber auch bedenken, dass sich das Ganze von selbst ergibt. Nicht verkrampfen.
In Deinem Fall hat Dir der Ausschuss sicher gesagt, warum Du nicht bestanden hast. Daran musst Du konkret arbeiten.
Ich wünsche Dir viel Erfolg!
-Tim